Laut Bitkom: Streaming-Dienste in Deutschland auf dem Vormarsch

16. Juli 2012 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Ist ja noch gar nicht so lange her, dass wir hier über Zahlen der Daten-Spezialisten von Bitkom gesprochen haben. Auch damals waren Streaming-Dienste mit ein Thema, als es darum ging, wie viele Internetnutzer legal Musik im Netz konsumieren. Dieses Mal geht es lediglich um die Anbieter von Musik-Streams, also Spotify, Simfy, Rdio und Konsorten. Die Bitkom geht dabei mit durchaus markigen Sätzen an die Öffentlichkeit:

Musik-Streaming aus dem Netz ist in Deutschland angekommen. Mehr als 12 Millionen Bundesbürger nutzen die Dienste, bei denen man auf Knopfdruck Musik aus dem Netz abspielen kann. Dabei greifen rund 4,5 Millionen Deutsche mehrfach pro Woche auf Angebote von Rdio, Napster, Aupeo und Co. zu, die übrigen nutzen die Angebote hin und wieder.

 

12 Millionen Nutzer von Spotify und Co? Kommt das nur mir etwas hoch gegriffen vor? Zählt mal durch – jeder 6. oder 7. Bürger dieses Landes müsste bei round about 80 Millionen Einwohnern demnach irgendwo bei einem dieser Musik-Dienste angemeldet sein. Dabei sollte man natürlich nicht vergessen, dass längst nicht jeder Mensch in diesem Land überhaupt im Internet unterwegs ist.

Liest man sich die Presseinfo der Bitkom (PDF) durch, könnte man vermuten, dass hier schon der erste Abgesang auf die CD angestimmt wird und selbst MP3 scheinen demnach dem frühen Tod geweiht. Persönlich sehe ich auch einen solchen Trend auf uns zurollen, allerdings nicht mit dieser Vehemenz, wie sie diese Zahlen ausdrücken sollen. Ich mag nicht der typische Musik-Konsument sein, aber selbst, wenn bei mir Depeche Mode oft via Spotify läuft, möchte ich die Alben zuhause haben. Dennoch bin ich mir natürlich darüber im klaren, dass Musik immer mehr so konsumiert wird, wie es diese Erhebung prognostiziert. Dabei nehme ich mich selbst auch nicht aus, weil mir bei vielen Songs einfach ausreicht, dass ich sie hören kann, wann ich möchte.

Ich kann mir die Musik auch offline verfügbar machen – der wirkliche Besitz ist somit für mich nicht notwendig in vielen Fällen. Wie sich das zukünftig für die Künstler auswirkt, steht dabei auf einem ganz anderen Blatt. Ich denke, dass die Entwicklung weiter in diese Richtung gehen wird, glaube aber auch, dass es nicht gerade ein Geniestreich von der Bitkom (bzw der zugrunde liegenden Erhebung von Goldmedia) war, diese Zahlen aufgrund von 2000 befragten Internetnutzern hochzurechnen. Fair wäre zumindest gewesen, in einem realistischen Mischverhältnis Offliner zu befragen.

Quelle: Bitkom


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