Lahmer Nachfolger: Halo – Spartan Strike

Das Spiel Halo dürfte den meisten sicherlich ein Begriff sein. Episches Ego-Geballer in einem Sci-Fi-Szenario, das längst Kultstatus erreicht hat und mittlerweile sogar als Serie (Halo: Nightfall) verfilmt wird. Von Halo gab es allerdings auch einen Top-Down Shooter namens Halo: Spartan Assault, welcher für PC und Windows Phones erschien und recht solide war. Kürzlich wurde dessen Nachfolger Halo: Spartan Strike veröffentlicht, zudem ich nun einen Spielbericht liefere.
Halo -Spartan-Strike

Vom Nachfolger habe ich mir eigentlich recht viel versprochen: Mehr Level, mehr Abwechslung, dickere Wummen und noch dickere Gegner. Und Multiplayer. Letzteres wurde abermals nicht geliefert, da machte sich schon Enttäuschung breit. Selbst den COOP-Modus sucht man vergebens. Egal, ich habe es dennoch für 5,99€ gekauft.

Waffen, Booster und Schilde

Was die Waffen anbelangt, da wurde nachgelegt. Von der futuristischen Magnum bis hin zum Sturmgewehr ist alles dabei. Extra dicke Wummen wie die Bazooka können via verdienter Credits vor Missionsbeginn gekauft werden. Ich persönlich mag Waffen mit hoher Feuerrate und eben die Bazooka. Es können also immer 2 Waffen sowie 2 Arten von Granaten mitgeführt werden, deren Munition bzw. Anzahl nicht unlimitiert sind. Geht euch im Gefecht die Munition aus, könnt ihr jederzeit auf die vom Gegner fallen gelassenen Waffen zurückgreifen. Es gibt jedoch Möglichkeiten und Stellen, neue Munition und Granaten aufzunehmen. Diese sind schnell zu erkennen, meist stehen offene Granatenkisten sowie Gewehrschränke (beleuchtet um diese besser zu entdecken) in den Level. Ansonsten könnt ihr auch im Nahkampf mit der Waffe den Gegner erschlagen (Leertaste), spart ebenfalls Munition und ab einer gewissen Anzahl, erhaltet ihr dafür auch eine Errungenschaft bei Steam.
waffen
Schilde, Panzerung oder gar ein flächendeckendes Luftbombardement sind ebenso vorhanden. Wobei letzterer nur in einigen wenigen Missionen verfügbar ist. Die Booster sind nicht zu verachten: Der Damage Booster lässt eure Waffen nicht nur höheren Schaden anrichten, sondern spart euch im Endeffekt auch wichtige Munition. Macht sich besonders bei den Handfeuerwaffen (je Hand eine!) wie der Nagelpistole gut bemerkbar. Hohe Feuerrate und Damage Booster sind sehr effektiv bei anhaltenden Gegnerwellen. Mittels dem Score Booster können zudem mehr Credits eingeheimst werden, wodurch ihr dann wieder bessere Waffen und neue Booster kaufen könnt. Allerdings ist immer nur ein Booster möglich. Den Score Booster habe ich eher selten gewählt, lasst es einfach ordentlich krachen und räumt alles ab. Das spült ausreichend Credits in die Tasche.

Fahrzeuge und Geschütztürme

Die Gleiter oder ein Geschützturm vom Gegner können oftmals erobert werden. Spätestens, wenn deren Schild im roten Zustand ist, verlässt der Operator das Gefährt bzw. Turm und ihr könnt diesen dann gegen die Feinde verwenden. Manchmal hat man auch Glück und es steht einer unbeaufsichtigt rum. Reinspringen und Spaß haben. Viel besser sind jedoch die eigenen Fahrzeuge wie Panzer, womit beide Waffen (MG und Kanone) gleichzeitig abgefeuert werden können. Wer mag, rollt das nervige Kleinvieh platt und grillt die stärkeren Gegner mit beiden Waffen. Wie auch immer, den Gegner mit seinen eigenen Waffen bzw. Fahrzeugen schlagen ist immer ein ganz besonderer Spaß, egal in welchem Spiel. Ansonsten bekommt man in einigen Missionen noch den Warthog Jeep, Gleiter oder eben einen dicken Panzer gestellt.
panzer

Missionen bieten zu wenig Abwechslung

Wirklich viel Abwechslung gibt es nicht in puncto Missionen. Entweder man evakuiert Landezonen, muss eine Position halten oder schlicht nur den Kartenausgang bzw. Zielpunkt erreichen. Im Spiel wird dies natürlich etwas abwechslungsreicher dargestellt aber in Wahrheit läuft es immer auf das Gleiche hinaus. Hier hätte mehr Abwechslung dem Spiel wirklich gut getan, was auch schon beim 1. Teil ein Kritikpunkt war. Das echte Ende vom Spiel dürfte auch so mancher überhaupt nicht zu sehen bekommen. Erst wenn alle Operationen (A-D) mit Goldstatus absolviert wurden, wird Operation E zum Spielen freigeschaltet. Viel plumper kann man ein Spiel kaum in die Länge ziehen.

Manche Herausforderung kann auch schnell in Frustration enden, vor allem wenn das falsche Item oder Schild vor Missionsbeginn ausgewählt wurde. In Mission C-3 beispielsweise, wo der Spieler auf einer bestimmten Stelle verweilen muss und die Gegner von allen Seiten heranstürmen. Ohne Schild ein schweres Unterfangen. Mission D-2 ist eigentlich nur mit Damage Booster und Shield Item machbar. Zum Ende hin wird es stellenweise sogar bockschwer und so mancher Level muss mehrmals neu gestartet werden. Nicht weiter ungewöhnlich aber dadurch, dass es kaum Optionen gibt einen Level auf verschiedene Wege zu lösen, kommt schnell Langeweile und letztendlich Frust auf. Sowas konnte man noch vor 10 Jahren abliefern aber nicht 2015.
halo

Fazit

Halo Spartan Strike ist lediglich ein lascher Aufguss vom Vorgänger Halo Spartan Assault und bietet kaum nennenswerte Neuerungen. Selbst einen erhofften Multiplayer-Modus gibt es nicht, wobei große Multiplayer-Karten sicherlich für mehr Interesse bei den Spielern gesorgt hätte. Dass dies auch mit Top-Down Shootern sehr gut funktioniert, zeigte schon Running with Rifles. Für Gelegenheitsspieler, die zwischendurch auf ihrem Windows Phone oder Tablet eine Runde zocken wollen, mag Halo Spartan Strike ein geeigneter Kandidat sein, denn das Spiel stellt tatsächlich keine große Anforderungen an die Hardware und sieht zumindest recht passabel aus. Es mangelt halt an Abwechslung und die Motivation, das Spiel in einem Rutsch durchzuspielen, tendiert eher gen null. Für mich ein enttäuschender Nachfolger. Da wäre viel mehr drin gewesen.

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PC- und Windows-Fanboy. Liebt rundenbasierte Strategiespiele, Audio-Apps und Software. Auch auf Twitter zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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