Kurzweilig aber gut: Hero of the Kingdom

23. Oktober 2014 Kategorie: Software & Co, geschrieben von:

Bei den wöchentlichen Steam Angeboten tummeln sich meistens alte Kamellen und Ladenhüter rum, die häufig auch unterdurchschnittliche Bewertungen erhielten. Diese Woche bin ich jedoch auf Hero of the Kingdom (PC) aufmerksam geworden, was sich letztendlich sogar als kleine Spiele-Perle entpuppt hat.

Hero of the Kingdom

Hero of the Kingdom (komplett in Deutsch) besitzt eine recht unterhaltsame Geschichte, in der sich der Spieler mit Zauberern und Goblins herumgeschlagen muss. Der Anfang ist ein klein wenig klischeehaft ausgefallen: Der Bauernhof wird überfallen, brennt nieder und der Vater verschwindet zudem spurlos. Also zieht Sohnemann los und begibt sich auf die Suche nach ihm. Ihr schlüpft dabei in die Rolle des Sohnes. Die Geschichte beinhaltet etliche Nebenquests und ist insgesamt gut gemacht. Große Überraschungen gibt es zwar keine, aber sie ist unterhaltsam.

Schon in den ersten Minuten hatte ich den Eindruck, dass ich es mit einer Art Point-and-Click Adventure mit einem guten Schuss Rollenspiel zu tun hatte. Die Spielmechanik bzw. Steuerung ist recht einfach ausgefallen, sodass kein langweiliges Tutorial für den Einstieg notwendig ist.

Neben dem Inventar und einer Map, bei der lediglich die erkundeten Bereiche sichtbar bzw. begehbar sind, findet sich lediglich noch eine Spielhilfe wieder (wenn man mal den Faden verloren hat oder nicht weiter weiß). Der Sohn hat viele kleine Nebenquests zur eigentlichen Hauptgeschichte zu erfüllen, wodurch keine Langeweile aufkommt. Im Gegensatz zu anderen Spielen wird damit jedoch nicht die Spielzeit künstlich in die Länge gezogen. Die ganzen Missionen hängen zusammen und werden von der Geschichte getragen, was mir recht gut gefallen hat. Ein kleines Beispiel zu solchen einem Handlungsstrang:

Abwechslungsreiche Quests

Da stößt der Sohn auf einen Verletzten, der möglicherweise wichtige Informationen zum Verbleib des Vaters hat. Um dem Verletzten zu helfen, bedarf es eines Heiltrankes, den es beim Zauberer gibt. Dieser will aber erst von eurem Vorhaben überzeugt werden und schickt euch auf die Suche nach speziellen Kräutern.

Wenn alles klappt, bekommt man letztendlich nicht nur den Heiltrank, sondern auch eine weitere Mission, die neue praktische Gegenstände hervor bringt. Außerdem erhöht ihr damit auch euren Ruf, welcher ebenfalls eine nicht ganz unwichtige Rolle spielt. Der Heiltrank reicht übrigens dem Verletzten leider nicht ganz, da eröffnet sich abermals eine weitere Aufgabe. Erfolgreich gelöste Aufgaben wirken sich entsprechend auf die Karte bzw. Umgebung aus, diese ist dann begehbar und bietet neue Aufgaben, Items oder Nahrungsquellen.

Euer Held muss sich zwischenzeitlich auch ausruhen, sprich etwas Essen und Schlafen. Das gewählte Quartier und dessen Komfort hat Auswirkung auf eure Regeneration. Im Gasthof schläft man eben bekanntlich besser als im Zelt und hat somit am nächsten Morgen mehr Aktionspunkte zur Verfügung. Die Aktionspunkte werden jedoch nur bei aktiven Handeln verbraucht, bei Reisen in andere Gebiete werden keine Punkte verschwendet.

Items Hatz

Inventar

Schön gelöst sind die Item Quests denn nicht alle Gegenstücke sind von Anfang an sichtbar, sondern werden erst im späteren Verlauf in die Gebiete generiert. Das Spiel bedient sich eines simplen aber recht effektiven Tricks: Es generiert neue wertvolle Items in die einzelnen Gebiete, erst nachdem die Fähigkeiten oder gesteigertem Ruf erlangt wurden.

Somit bleiben selbst erkundete Bereiche stets interessant für den Spieler. Nicht selten stolperte ich regelrecht über einen kleinen Schatz oder kostbare Items. Teilweise werden bestimmte Dinge wie Eier auch unregelmäßig neu generiert und sind oftmals gar nicht so einfach zu entdecken. Die Suche nach magischen Pilzen, die ohnehin rar gesät sind, kann schnell zur Geduldsprobe werden. Kleiner Tipp dazu: Pilze wachsen an den Orten, wie es in der Realität auch der Fall ist.

Die Nahrungsbeschaffung ist hingegen einfacher allerdings gibt es auch hier kleinere Stolperfallen. Beim Jagen flüchtet das Wildschwein oder während des Fischens zerbricht die Angelroute. In solchen Fällen kann Ersatz beim Fischer, Händler oder Jäger gekauft oder gegen Ware eingetauscht werden. Ein kleines Handelssystem bietet Hero of the Kingdom also auch noch.

Grafik und Errungenschaften

Finale

Grafisch finde ich Hero of the Kingdom für ein Low Budget Spiel recht ansprechend gemacht. Es sind zwar kaum Animationen vorhanden, dafür sind die Gebiete detailliert und abwechslungsreich gestaltet. Von der Einöde bis hin zum mit Krokodilen versuchten Sumpf ist alles dabei.

Eine Sprachausgabe fehlt ebenfalls, sämtliche Dialoge werden als Text eingeblendet, was mich persönlich nicht gestört hat. Die Soundkulisse als auch Hintergrundmusik gehen ebenfalls in Ordnung.
Hero of the Kingdom bietet insgesamt 38 Errungenschaften an, die eigentlich ziemlich schnell erreicht sein sollten. Es sei denn, man findet die letzten beiden Eier oder Schatzkisten nicht. Die Teile sind wirklich gut versteckt.

Fazit

Hero of the Kingdom lohnt sich zu spielen, obwohl die Spielzeit mit ca. 5-7 Stunden für den einen oder anderen vielleicht etwas knapp ausgefallen sein mag. Wer will, kann es auch nebenher im Fenstermodus spielen. Hero of the Kingdom ist derzeit im Steam Sale für schlappe 2,09€ (regulär 6,99€ – leider nur Windows) zu haben. Kurzweiliges aber unterhaltsames Spiel, unentschlossene sollten vorher die Demo Version ausprobieren.


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Über den Autor:

PC- und Windows-Fanboy. Liebt rundenbasierte Strategiespiele, Audio-Apps und Software. Auch auf Twitter zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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