Kurzer Kommentar: Igel gegen Hase

24. Januar 2012 Kategorie: Internet, geschrieben von: caschy

Megaupload ist eines der bestimmenden Themen dieser Tage. Viele Filehoster bekommen es mit der Angst zu tun, verkrüppeln ihre Dienste auf Dropbox-Niveau. Filesharing? Nicht mehr möglich. Warum diese Angst? Weil man natürlich die eigenen Dienste auf den gleichen Geschäftsmodell aufgebaut hat, wie Megaupload? Natürlich! Was anderes kann man mir nicht erzählen. Sicher sind die Anbieter darauf aus, maximalen Gewinn zu erzählen. Sicherlich nicht nur mit legalen Dateien. Ich kenne jemanden via Web, der einige Zeit mal bei einem Hoster in solcher Funktion gearbeitet hat. Da wissen alle, was abgeht. Kunden, die nicht zahlen, bekommen Werbung, lange Wartezeiten und Popups – der zahlende Kunde bekommt ohne Stress seine begehrten Warez.

Schnell und ohne Wartezeiten. Zeigt aber auch: Menschen sind bereit, eine Summe für Medien zu bezahlen. Ja, diese Summe wird sicherlich in keinem Verhältnis zum Konsum stehen, aber darum soll es hier nicht gehen. Warum versucht es die Industrie nicht mal mit neuen Geschäftsfeldern? Das Geld, welches man in Kopierschutzmechanismen, Abmahnanwäte und Lobbyismus steckt, kann man sicherlich auch so einsetzen. Und letztendlich landet dann die Kohle bei der Industrie – ergo beim Künstler. Und die sind mir immer noch lieber, als Menschen, die einfach Space und eine windige Geschäftsidee haben. Nach Schließung durch die Hoster ging übrigens der normale Traffic im Netz merklich zurück und P2P boomte wieder – wie früher. Und es beweist eins: wo man eine Tür zuschlägt, geht eine andere auf. War schon immer so, seitdem ich denken kann. Mailboxen. Usenet. Audiogalaxy. eMule. Napster. Kazaa. 15 MB Frickel-Pakete von Tripod oder Geocities.

Medien werden immer ihren Weg ins Netz finden. Medien werden immer illegal konsumiert werden. Doch ich beobachte, dass es normal wird, Medien komplett illegal zu konsumieren. Früher nur durch PC-Freaks gemacht, heute allgemeines Hobby. Die Industrie täte gut daran, sich faire & funktionierende Geschäftsmodelle auszudenken. Menschen zahlen gerne für gute Dienstleistungen, sonst hätten Dienste wie Spotify, simfy, rdio im Musikbereich keinen Zuwachs. Sonst wäre nicht Apple der größte Musik-Verkäufer. Wie die Zukunft aussehen könnten? Ich weiss es im Moment nicht. Mir fehlt das Wissen. Ich weiss nur: sollte es so weitergehen wie bisher, dann wird weiter Lobbyarbeit betrieben, Internet-Benutzer unter Generalverdacht gestellt und dann war es das mit dem freien Internet, wie wir es kennen. Und bevor mir jemand Moralapostelei vorwirft: mir persönlich ist es total egal, was der Einzelne macht. Es wird immer Menschen geben, die Medien kaufen und es wird immer Menschen geben, die sich Inhalte illegal besorgen. Ist mir völlig egal, zu welcher Gattung ihr gehört 🙂


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Über den Autor: caschy

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