Kurz angeschaut: Lenovo Yoga Book mit Android 6.0

27. Dezember 2016 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von: Benjamin Mamerow

lenovo-yogabook-android-6-250x250Ende Oktober hat Caschy bereits seine ersten Erfahrungen und Eindrücke vom Yoga Book mit Windows 10 des Herstellers Lenovo geschildert. Das Gerät hat einen grundsätzlich positiven Ersteindruck hinterlassen können, ist aber nun weder als Spiele- noch als Arbeits-Netbook besonders aufgefallen. Das lag zum einen an der verwendeten Hardware, als eben auch an der sogenannten Halo-Tastatur, die sich nicht zwingend auf Dauer für lange Schreib-Vorgänge eignet – auch wenn Caschy sich recht schnell ans Tippen damit gewöhnen konnte. Vom Yoga Book soll es neben der Windows 10-Version im kommenden Jahr noch eine Variante mit Chrome OS geben. Doch auch eine Android-Version existiert bereits auf dem Markt. Und die durfte ich mir mal genauer anschauen.

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Das Lenovo Yoga Book in der Android-Version unterscheidet sich gegenüber dem anderen Gerät tatsächlich nur im verwendeten Betriebssystem. Hier kommt Android 6.0 Marshmallow zum Einsatz, mittlerweile auch dank frischem Update mit dem aktuellsten Sicherheits-Patch. Ansonsten setzt sich das Gerät aus folgenden Komponenten zusammen:

Hardware Lenovo Yoga Book 10 Zoll
  • CPU: Intel Atom x5-Z8550 Quad-Core @2,4 GHz
  • Android 6.0 Marshmallow
  • 64 GB interner Speicher (per microSD bis zu 128 GB erweiterbar)
  • 4 GB LPDDR3 Arbeitsspeicher
  • 8.500 mAh Akku (Laufzeit laut Hersteller: Standby bis zu 70 Tage; bis zu 13 Stunden im Betrieb)
  • Abmessungen: 256,6 x 9,6 x 170,8 mm (B/T/H)
  • Gewicht: 690 g
  • 10,1 Zoll Full HD IPS-Display mit einer Auflösung von 1.920 x 1.200 Bildpunkten
  • erhältlich in Gunmetal Grey und Champagnergold
  • Nano-Sim (1 Steckplatz)
  • Kamera: 8 MP Hauptkamera (Autofokus), 2 MP Festbrennweite
  • WLAN a/b/g/n/ac (2,4 GHz und 5 GHz)
  • Real Pen mit 2.048 Druckabstufungen

Android als OS benötigt natürlich nicht dieselben Hardware-Voraussetzungen wie Windows 10, nichtsdestotrotz ist auch hier spürbar, dass der Leistung deutlich Grenzen gesetzt sind. Die meisten Games beispielsweise laufen flüssig und fehlerfrei, Grafik-lastige Titel hingegen lassen das Book dann schon hier und da an sein Limit kommen.

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Was sich bei mir so gar nicht einstellen will, ist das Gefühl, dass Android-Tablet und Halo-Tastatur eine passende Einheit ergeben würden. Ich meine damit nicht, dass die Tastatur ein Griff ins Klo wäre. Nein, nach kurzer Eingewöhnungsphase schreibe auch ich (unter für mich zwingend aktiviertem Vibrations-Feedback) recht flott damit, und dass völlig ohne Tastenanschlag. Das Problem ist einfach, dass ich viel zu oft zwischen der üblichen Touch-Eingabe in Android über das Display des Gerätes zur Tastatur wechseln muss. Ich öffne Chrome, schreibe eine Adresse in die URL-Leiste und scrolle mich dann durch die Page. Natürlich könnte ich die Touch-Tastatur von Android nutzen, will ich aber nicht. Dafür ist das separate Keyboard viel zu nützlich. Und so switche ich von Touch-Display zur Tastatur und zurück und so weiter. Vielleicht muss man sich nur lange genug darauf einlassen, ich weiß es nicht. Auch fühlt sich ein Mauszeiger innerhalb von Android mehr als falsch an. Ich habe jeden notwendigen Klick bisher per Tap ausgeführt.

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Was meines Erachtens nach eine grober Design-Schnitzer ist, ist das Problem, was sich ergibt, sobald man das Book aufklappen möchte. Das Gerät ist geschlossen gerade einmal 9,6 mm dick, geöffnet sind es an der schmalsten Stelle sogar nur noch 4,05 mm. Es gibt aber einfach keine einzige Mulde oder andere Griff-Möglichkeit für den Finger, um das Yoga Book problemfrei zu öffnen. Das Gehäuse ist aus Metall und dementsprechend glatt,  da ist es mir hier und da beim Versuch es aufzumachen auch schon mal entglitten. Wenigstens ein kleiner Steg an der Oberkante des Display-Rahmens wäre wünschenswert gewesen, damit der Finger auch irgendwas greift.

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Unter Android kann ich nun auch nicht derart flüssig arbeiten wie ich es von meinem Windows 10-Notebook gewohnt bin. Das liegt einfach daran, dass die nötigen separaten Apps wie WordPress und Co. immer erst geöffnet und dazwischen durchgeschaltet werden muss. Ein richtiger Workflow kommt da bei mir nicht auf. Aber es geht zumindest, da das OS bekanntermaßen für (so gut wie) alles eine Lösung in Form einer App parat hat. Auch ist das 10 Zoll-Display einen Tick zu klein, als dass ich daran auf Dauer vernünftig arbeiten könnte, bisher sitze ich vor 13,3 Zoll und da macht sich der Unterschied schon bemerkbar.

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Wo das Yoga Book aber dann doch seine Stärken für mich ausspielt ist das kreative Arbeiten. Der Real Pen in Zusammenarbeit mit dem Display und dem Zeichen-Pad (sobald die Halo-Tastatur deaktiviert wurde) sind für mich eine Offenbarung wenn es darum geht, digital zu zeichnen oder Notizen handschriftlich festzuhalten.

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Ich zeichne wirklich gerne und viel, seien es Kritzeleien, um Sohnemann zu unterhalten oder einfach mal Szenerien, die ich unbedingt mal zu Papier gebracht haben wollte. Das Yoga Book ist hier eine wirklich ideale Arbeitsfläche, allein der Real Pen funktioniert derart hervorragend, dass ich mit nichts anderem mehr digital zeichnen würde.

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Doch auch für eine weitere Funktion des Books konnte ich schnell eine Gelegenheit zur Anwendung finden: NoteSaver. Damit kann ich auf der Eingabefläche des Yoga Books einen Text zu Papier bringen und dieser wird dank Any Pen-Technologie direkt digital übertragen, 1:1 sichtbar auf dem Display nebenan. So konnte ich zuletzt bei einer Sitzung mit dem Bürgermeister unserer Stadt ein Sitzungs-Protokoll anfertigen und diesen zum einen gleich online in der Cloud abspeichern, aber auch mit anderen Elternvertretern direkt teilen (insofern sie meine Handschrift entziffern konnten).

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Zur versprochenen Akku-Laufzeit von bis zu 13 Stunden (laut Lenovo) kann ich sagen, dass ich mit knapp 10-12 Stunden hingekommen bin, was ich für durchaus sehr gut empfinde. Den 8.500 mAh starken Akku lädt man binnen etwa drei Stunden.

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Damit bleibt auch bei der Android-Variante des Lenovo Yoga Book der Eindruck, ein wirklich einfallsreiches Tablet mit zusätzlicher Tastatur und kreativen Zusatzfunktionen zu bedienen. Auch für gelegentliche Arbeiten kann ich mir das Gerät durchaus vorstellen, nur eben nicht für den dauerhaften Einsatz zu diesem Zwecke. Die verwendete Hardware reicht für alle sonstigen Einsatzbereiche locker aus, es gab keinen Moment, an dem ich irgendwelche Ruckler oder Systemhänger feststellen musste. Lediglich Asphalt 8: Airborne war nicht mehr so flüssig spielbar, wie ich es gern gehabt hätte. Allerdings daddel ich unter Android auch maximal Pokßemon GO – und sonst nur zu Testzwecken. Da kann ich das gut verkraften 😉 Das Yoga Book ist modern und schick, die Scharniere sind ein separater Hingucker und erinnern ein wenig an die von mir so geliebte Steampunk-Welt. Schönes Gerät, spaßiges Zubehör. 499 € werden für die graue Version mit WLAN fällig, 599 €für die LTE-Variante.


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Über den Autor: Benjamin Mamerow

Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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