Kommentar: WhatsApp auch für iOS mit Abo-Modell (und warum das ein gutes Beispiel ist)

18. März 2013 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Na, wer hätte das gedacht? WhatsApp wird auch für iOS-Benutzer ein Abo-Modell bei Neukunden einführen. Das klingt nicht überraschend, nachdem man bereits ganz aktuell ein Bezahlmodell für die Android-Version von WhatsApp eingeführt hat. Noch immer gibt es Menschen, die nicht begreifen wollen, dass ein Dienst unter Umständen Geld kostet. Arbeitskraft, Materialien oder Zeit.

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Und wie bezahlt man? Ganz einfach: entweder mit Daten, mit Spenden, durch das Anschauen von Werbung oder der Dienst finanziert sich durch ein Freemium-Modell quer. Auch WhatsApp muss irgendwann einmal Geld verdienen, das wird auch denen klar werden müssen, die in den frühen 70ern viel mit Farben und Lacken gearbeitet haben.

Und wisst ihr was? Ich zahle gerne für einen Dienst, den ich gerne nutze. Und wisst ihr wieso? Dem Dienst bin ich als zahlender Kunde unter Umständen etwas wert. Google hat seine Finger überall drin, da wird mal eben ein beliebter kostenloser Dienst eingestellt – weil er vielleicht keine Erlöse bringt. Denn Geld hat nicht Google mit dem Google Reader verdient, sondern die Anbieter der tollen Apps, wie zum Beispiel Press, Reeder oder gReader Pro.

Der spezialisierte Dienst, der Geld verlangt, der stellt nicht einfach so seinen Betrieb ein, so lange es betriebswirtschaftlich vertretbar ist. WhatsApp hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass man eigentlich kostenpflichtig ist. Bislang haben die iOS-Benutzer mit dem Kauf der App querfinanziert, danach konnten sowohl iOS-, als auch Android-Benutzer unbegrenzt Nachrichten austauschen.

WhatsApp, ein Dienst der häufig in die Schlagzeilen kam – oftmals zurecht, denn Kommunikation war bislang nicht wirklich etwas für die Macher. Alternativen? Ohne Ende. Es gibt mehr Messenger als irgendetwas. Das Problem dabei? Die meisten werben ebenfalls mit Kostenlos-Chats, doch keiner weiss, wie sich das Unternehmen dahinter finanzieren will.

So etwas hat in meinen Augen keine Zukunft, in Zeiten, in denen Dienste von hippen Startups oftmals nur aus dem Boden gestampft werden, damit sie von den Großen für teuer Geld geschluckt werden. Wer der Meinung ist, er hätte das Geld für WhatsApp (welches übrigens pro Jahr circa vier oder fünf leeren Pfandpullen entspricht) nicht übrig, der darf gerne nach Alternativen schauen. Doch muss auch beachtet werden: der Gesprächspartner muss ebenfalls über den Messenger verfügen, damit man mit ihm „sprechen“ kann.

Wie erwähnt: es gibt viele Dienste im Netz. Entweder ist man selber durch die eigenen Daten die Ware (Google, Facebook), es gibt ein Freemium-Modell (Dropbox, Spotify), man sieht Werbung (Spotify, Blogs, Webseiten, diverse Apps), zahlt mit Spenden (u.a. Wikipedia), oder es gibt eben das reine Bezahlmodell wie bei WhatsApp oder anderen Diensten / Kauf-Apps.

Eine Grundsatzdiskussion über die Kostenpflichtigkeit von Diensten halte ich persönlich für absoluten Humbug. Letzten Endes entscheidet der Markt, also ihr, ob es ein Dienst wert ist, unterstützt zu werden. Hinterfragt euch vielleicht einmal selber, wie viele Euro euch der eine oder andere Dienst schon erspart hat – bei WhatsApp kann man relativ in SMS nachrechnen. Ich rede hier nicht von Diensten, die vielleicht 10 Euro oder mehr im Monat kosten – denn diese können sich vielleicht hierzulande nicht alle leisten – und im Ausland vielleicht erst recht nicht.

Auch im Internet wird es nicht dauerhaft kostenlose Dienste geben, die nicht auf den oben genannten Finanzierungsmodellen basieren. Und das ist gut für uns Anwender.


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