Kommentar: Google zündet mit dem Motorola Moto G die Bombe

13. November 2013 Kategorie: Android, Google, Hardware, Mobile, geschrieben von: caschy

Google hat heute in Form der aufgekauften Firma Motorola die Bombe gezündet. Das Motorola Moto G kostet ab 169 Euro und bringt alles mit, was der normale Benutzer so benötigt. Er bekommt ein großes Display, jede Menge Performance und viele Dinge, die auch wichtig sind: bunte Cover zum Personalisieren des Gerätes.

Moto G Announcement

Das Motorola Moto G ist eine schallende Ohrfeige für viele andere Hersteller. Ob das Gerät nun durch Google irgendwie quersubventioniert ist oder nicht: es wird den Kunden nicht jucken. Er legt 169 oder 199 Euro hin und macht sich keine Gedanken. Es gibt in dieser Preiskategorie so unfassbar viele Geräte, die ich gerne als Mullu Mullu bezeichne, doch dies will und darf das Motorola Moto G nicht sein.

Viel zu wichtig sei ein gutes Erlebnis, wie man auf der Präsentation erwähnte. Hier wurde die Software anderer Hersteller verteufelt, da sie unter Umständen das System ausbremse und damit dazu beitragen würde, dass der Kunde keine gute Nutzung hätte. Zahlreiche Vergleiche zog man, sei es der Preis – oder die Leistung, Samsung und Apple bekamen Ansagen verpasst.

Nun stellt man sich natürlich die Fragen: reicht mir die Kamera? Reicht mir das Display? Reicht mir der Akku? Doch um uns geht es nicht. Ich kenne zahlreiche Menschen, die eben nicht 400 oder mehr Euro für ein Smartphone ausgeben. Wie oft stellte man mir die Frage, ob ich ein Smartphone um 200 Euro empfehlen könnte. Und dann stand ich dann da mit meinem Latein.

Welches Smartphone kann man denn wirklich mit gutem Gewissen empfehlen? Kann ich dem nicht so versierten Benutzern gleich ein China-Gerät aufs Auge drücken, oder soll ich ihm irgendwelchen Discounter-Kram empfehlen? Da wird doch bei vielen Geräten eher der S04 deutscher Meister, bevor die ein Update bekommen – mal davon ab, dass sie oftmals ein schrottiges Nutzerlerlebnis bieten! Die Suche nach einem günstigen und guten Gerät mutiert oft zur sprichwörtlichen Trüffelsuche und nichts ärgert doch mehr, als ein mülliges Gerät in den Händen zu halten, mit dem man nicht zufrieden ist, weil man lediglich Kompromisse, keine Lösungen gekauft hat.

Diese Menschen will Motorola nun adressieren. Mit einem Paukenschlag meldet man sich zurück. Gute Hardware hat man verbaut, zudem sichergestellt, dass das Verkaufsargument „rasche Updates“ auch gegeben ist. Davon lassen sich Menschen gerne überzeugen – weil Menschen wie du und ich so ticken. Klar empfehlen wir unseren Bekannten Geräte, von denen wir überzeugt sind – von Firmen, die sich in Sachen Updates nicht lumpen lassen. Niemand kauft gerne Ware, die nicht gepflegt wird.

Nein, das Motorola Moto G wird vielleicht nicht die anlocken, die sich über einen Vertrag ein neues Samsung-Flaggschiff oder ein iPhone kaufen, es spricht den Barzahler an, der sich für kleines Geld ein aktuelles und gutes Smartphone kaufen möchte und irgendeinen Prepaid-Kram nutzt. Dazu gesellt sich dann noch die große Auswahl im Google Play Store und bei den Preisen wird auch das günstigste Windows Phone meiner Meinung nach Schwierigkeiten bekommen.

Google ist eine absolute Ausnahme und nutzt seine Stellung mit dem Moto G geschickt aus. Entwickler nutzen Plattformen, auf denen sie ihre Apps verkaufen können. Nutzer kaufen gerne gute und günstige Geräte, achten aber sicherlich auf Empfehlungen bezüglich des Ökosystems. Hier gibt es an Google nichts auszusetzen. Apps hat man in Hülle und Fülle und man bietet noch wesentlich mehr an. Musikdienste, Videos, Bücher und all die Dienste, die man so gerne nutzt: Mail, Kalender und der ganze andere Spaß ist so geschickt und bequem verpackt – da gibt es nicht viel zu diskutieren.

Google spricht mit dem Motorola Moto G sicher auch den Freak an – der bekommt vielleicht ein günstiges Zweithandy. Das Wichtigere ist: man adressiert einen unfassbar großen Markt mit potentiellen Kunden weltweit, die es satt haben, ihr Altgerät zu nutzen und jetzt auch ein günstiges und gutes Smartphone wollen. Bei vielen Herstellern wird man die heutige Vorstellung sicherlich mit großen Augen gesehen haben. Ich stelle mir vor, wie sie da saßen – Augen, wie ein Igel im Scheinwerferlicht.

Die Zeit der fetten Margen ist bei vielen eh vorbei, nun wird es noch eine Ecke schwieriger. Wer auf Android setzt, muss mit seinen Geräten neue Zeichen setzen. Es wird schwer, wirkliche Alternativen haben viele Hersteller nicht.

Google hat die Bombe gezündet.


Über den Autor: caschy

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