Komische Typen kannte ich

31. Juli 2006 Kategorie: Privates, geschrieben von:

In jedem Freundeskreis gibt es suspekte Typen. Auch in jungen Jugendjahren gabs da bei uns einen. Der Einfachheit halber nenne ich ihn mal M.

M. war ein eigentlich ganz normaler Typ. Sein Vater lutschte bereits am fr?hen Morgen die ersten Astraletten leer. Zuhause trug er h?ssliche Hausschuhe aus Stoff, die auch gerne von ?lteren Typen getragen werden. Waren vielleicht die seines Opas – ich weiss es nicht – ich fragte nie danach. Mit seiner Freundin flog er ins Disneyland nach Paris und besuchte DJ BoBo Konzerte.

Ich kannte ihn eigentlich mehr schlecht als recht – sp?ter behauptete er gerne, mich kennengelernt zu haben, als ich ihm auf der Kirmes mal ne Kopfnuss gegeben habe. Den Grund wussten wir beide nicht mehr – mir fehlte auch die Erinnerung an die Kopfnuss.

N?her lernte ich ihn kennen, als er mich in der Stadt traf und spontan fragte, ob ich denn diesen Abend auf die Geburtstagsfeier seiner Freundin kommen w?rde. Es war ein lauer Samstagnachmittag im Sommer. Klar sagte ich zu. Nat?rlich, ich hab auch sofort beim Aufbau des Partykellers mitgeholfen. Als wir fertig waren, war die erste Kiste Bier alle und ich bereits gut drauf.

Wie auch immer, man traf sich ?fter. Irgendwann ganz oft, weil er sich von seiner Freundin getrennt hatte. Warum weiss ich nicht – ich weiss nur, dass sie in der Kneipe mal auf mich zukam und meinte, sie w?rde mal gerne mit mir ins Bett. Hab ich aber abgelehnt…

Irgendwie gings mit M. nach der Trennung bergab. Lehre hingeschmissen und gerne mal was trinken. Seine Problematik bestand darin, dass mein K?rper Alkohol besser aufnahm als seiner. Mag an meinem Umfang gelegen haben. „Lusche“ liess er sich nicht zwei Mal von mir nennen – da trank er den Korn auch gerne Mal fast pur – nur um bewundernde Blicke zu ernten.

Gerne erinnere mich auch an die Szene, als ich ihn nach einer Party mit heruntergelassenen Hosen vorfand. Neben der Frau, die er am Abend der Feier vorher noch als Walfisch u.?. titulierte. Ich weckte ihn, indem ich seine Oberschenkel mit einer Fliegenklatsche bearbeitete. Ich schw?re euch, ich hab noch nie jemanden gesehen, der trotz k?rperlicher Anwesenheit geistig so abwesend war – lag wohl am Saufen und Kiffen.

Irgendwann tauchte er mit einem L.A. Riders Tattoo auf dem Unterarm auf – wirklich armselig gestochen. Ab diesem Tag sah ich M. nie mehr mit etwas lang?rmeligen. Selbst Jacken krempelte er hoch.

Das letzte Mal trank ich mit ihm, als er der Meinung war, in einer Kneipe Liegest?tze machen zu m?ssen – nur um zu zeigen, was man denn so alles beim Bund lernte.

Unsere Wege trennten sich, als er ein M?del kennenlernte, die mit ihrem linken Auge in die rechte Hosentasche gucken konnte. Er wollte mit uns auf die Piste – doch 5 Minuten sp?ter ging es seiner Freundin nicht gut. Da musste M. auch zuhause bleiben…


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Über den Autor:

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