Knowledge Engine: Wikimedia Foundation möchte Internet-Suchmaschine starten

15. Februar 2016 Kategorie: Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_wikipediaZum 15-jährigen Bestehen von Wikipedia erklärte die Wikimedia Foundation, wie sich Wikipedia künftig verhalten und finanzieren möchte, um nicht irgendwann von einem anderen Dienst abgelöst zu werden. Einen Anfang könnte hier ein Projekt machen, das sich zum Ziel gesetzt hat, Google anzugreifen. Eine Suchmaschine von Wikipedia. Nicht das erste Mal, denn bereits 2009 wurde ein solches Projekt eingestellt. Nun gibt es einen neuen Anlauf, insgesamt werden 3,5 Millionen Dollar dafür bereitgestellt. Wikipedia und andere Wikimedia-Produkte sollen für die nächsten 6 Monate als Forschungsspielwiese für das Projekt dienen. Die Ergebnisse werden dann öffentlich diskutiert.

Die Knowledge Engine – so der bisherige Name des Projekts – wird auf sechs Prinzipien aufgebaut und soll die erste transparente Suchmaschine des Internets werden. Folgende Bereiche stehen im Fokus der Wikipedia-Suchmaschine:

1. Kuratierte Veröffentlichungen, um die Qualität zu halten
2. Transparenz, der Nutzer soll exakt wissen, woher eine ausgegebene Information stammt
3. Zugriff auf Metadaten, damit der Nutzer den exakten Ursprung einer Information einsehen kann
4. Schutz der Nutzerprivatsphäre
5. Keine Werbung. So soll sichergestellt werden, dass der Informationsfluss nicht mit wirtschaftlichen Interessen kollidiert
6. Internationalisierung, die das Teilen von Informationen und den Community-Gedanken stärkt

Bisher suchen fast alle Internetnutzer mit den großen, kommerziellen Suchmaschinen von Google (67 Prozent), Bing (20 Prozent) und Yahoo (10 Prozent). Die Wikimedia Foundation verfolgt hier also den Ansatz weg von der Kommerzialisierung, hin zu einer noch einfacheren Verfügbarkeit von Wissen. Allerdings ist man auch bei der Wikimedia Foundation nicht ganz doof und ist sich sehr bewusst, dass ein zufälliger Vorstoß in diese Richtung von den großen Suchmaschinen, dem eigenen Produkt durchaus noch einen Strich durch die Rechnung machen könnte.

Im Prinzip kann man sich die Wikipadia-Suchmaschine wohl so vorstellen wie den Google Knowledge Graph. Anhand der Suche wird ein kleines Komplettpaket mit Informationen zusammengestellt, die dann hübsch aufbereitet angesehen werden können. Ich wüsste persönlich zwar aktuell nicht, warum ich die „Knowledge Engine“ einer normalen Google-Suche oder von mir aus auch der Suche in Wikipedia selbst vorziehen sollte, aber vielleicht muss man dazu auch erst einmal das Endprodukt sehen.

Privatsphäre und Transparenz sind ja durchaus Worte, mit denen sich heutzutage auch gut Marketing betreiben lässt, vielleicht klappt es für Wikipedia diesmal besser als beim Versuch von vor ein paar Jahren.

(Quelle: ABC)

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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