Kickstarter-Projekt Andromium macht aus Galaxy Smartphones Desktop-PCs

13. Dezember 2014 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von:

Ein neues Projekt bei der Crowdfunding-Plattform Kickstarter möchte einmal mehr den heimischen PC durch das Smartphone ersetzen. Das versuchten auch schon Branchengrößen wie Ubuntu – und scheiterten. Aber Andromium, so der Name des Projekts, will es besser machen. Der Kern ist hier nicht das Gerät an sich, sondern die Software. Zusammen mit einer Docking-Station kann man dann jeden Bildschirm in einen PC verwandeln und auch wie vom PC gewohnt damit arbeiten.

Andromium_01

Da unter den letzten Beiträgen mit Crowdfunding-Projekten wiederholt Fragen aufkamen, wie das Ganze eigentlich funktioniert, hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung. Beim Crowdfunding versuchen Menschen mit Ideen, diese zu verwirklichen. Anstatt das benötigte Kapital auf normalem Weg von Investoren zu erhalten, werden interessierte Unterstützer gesucht, die sich finanziell beteiligen. Um einen Anreiz für den gemeinen Nutzer zu schaffen, gibt es je nach Höhe der finanziellen Unterstützung, diverse Belohnungen. In der Regel gibt es das Produkt oder auch zusätzliche Merchandise-Artikel.

Wird ein vorher bestimmter Zielbetrag erreicht, wird das Geld von den Spendern eingesammelt und das Projekt geht in die nächste Phase. Gezahlt werden muss also nur, wenn das Projekt erfolgreich finanziert wird. Eine Garantie, das man das Produkt dann aber auch tatsächlich erhält, gibt es allerdings nicht. Ich habe selbst schon ein paar Projekte unterstützt und bisher immer alles erhalten, wenn auch wesentlich später als angegeben. Das Risiko, dass man gar nichts bekommt, ist relativ gering, vor allem, wenn man die großen Plattformen wie Kickstarter oder Indiegogo nutzt.

Zurück zu Andromium, dem Kickstarter-Projekt, das den PC überflüssig machen will. Die Ersteller sehen in einem Smartphone genug Power, dass dieses Alltagsaufgaben eines PCs übernehmen kann. Im Prinzip läuft alles über eine App, die eine Desktop-Oberfläche auf den angeschlossenen Bildschirm zaubert. Hier kann man dann Office-Tätigkeiten ausüben, Filme schauen oder im Netz surfen.

Die Docking-Station nimmt nicht nur das Smartphone auf, sondern an sie können auch drei USB-Geräte angeschlossen werden, so zum Beispiel Tastatur und Maus. Über diese lässt sich die Oberfläche dann bedienen. Im Desktop-Modus ist das Smartphone weiterhin als solches erreichbar, das heißt man bekommt Benachrichtigungen und auch Anrufe kommen an.

Aktuell ist Andromium nur mit Smartphones der Samsung Galaxy-Reihe kompatibel (Galaxy S3 in der 2 GB RAM Version, Galaxy S4, Note 2, Note 3 und Note 4). Das Galaxy S5 passt wegen der USB-Abdeckung nicht in die Docking-Station, die Projekt-Ersteller arbeiten aber an einer anderen Lösung, um auch dieses Smartphone kompatibel zu machen. Über HDMI wird die Docking-Station an einen Monitor oder TV angeschlossen, gleichzeitig wird das Smartphone mit Strom versorgt.

Der Ansatz des Projekts ist gut, vor allem, weil nicht auf ein bestimmtes Smartphone als Computer gesetzt wird, sondern über eine Docking-Station theoretisch jedes Android-Smartphone in der Lage wäre, die Software zu nutzen und somit eine Desktop-Darstellung zu ermöglichen. In vielen Fällen reicht die Leistung eines Smartphones in der Tat völlig aus, um damit arbeiten zu können. Sicher kann ein Smartphone kein Ultrabook und auch keinen Mac Pro ersetzen, schaut man aber etwas über den Tellerrand, gibt es so viele Menschen, die gar nicht die Leistung eines modernen Hochleistungsgerätes benötigen.

Wenn man das Smartphone dann nur noch an eine Docking-Station anschließen muss und kann dann zum Beispiel auf dem TV-Gerät E-Mails beantworten, ist das eine schöne Lösung. Je einfacher diese hanzuhaben ist, desto besser wird es auch für die Akzeptanz sein, kein komopliziertes Setup und eine unkomplizierte Nutzung sind in diesen Bereichen essentiell.

Das so ein Produkt gar nicht teuer sein muss, zeigt dieses Projekt ebenfalls. Für 29 Dollar erhalten Frühbucher eine Docking-Station und die Software. Leider erfolgt der Versand nur innerhalb der USA. Wer bereits eine passende Docking-Station hat oder sich selbst eine basteln will, kann mit einer 10 Dollar-Spende die Software erhalten. Diese wird voraussichtlich im Januar 2015 über den Google Play Store ausgeliefert. Zum Projekt bei Kickstarter geht es hier entlang.


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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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