Kickstarter: meine persönlichen Tops und Flops 2015

31. Dezember 2015 Kategorie: Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_kickstarterCrowdfunding via Kickstarter, das ist nicht nur für die Menschen spannend, die auf diese Weise ihre Ideen realisieren möchten, sondern auch für diejenigen, die dabei helfen. Ich habe dieses Jahr mehr als 20 Projekte unterstützt, diese allerdings nicht nur aus dem Tech-Bereich. Ich stöbere recht viel bei Kickstarter – der einzigen Crowdfunding-Plattform, die ich aktiv nutze – und stoße so auf unzählige Ideen kreativer Köpfe und Weltverbesserer (endlich kann man den Begriff auch einmal positiv verwenden). Aber ich habe auch einige Projekte unterstützt, die wir im Blog hatten, Remix Mini oder Click zum Beispiel.

KS_SteamRing

Eines der coolsten Projekte, die ich dieses Jahr unterstützt habe, war der Steam Ring Generator. Dieser Aufsatz für den Schornstein eines Kraftwerks. Pro Tonne ausgestoßenem CO2 wird hier ein Dampfring ausgestoßen, zu sehen sollte das Ganze einmal in Kopenhagen sein, ein Prototyp wurde bereits angefertigt. Hat zwar nicht wirklich einen Nutzen, die Idee fand ich aber interessant und so gab es ein paar Euro dafür.

KS_MagicWheelchair

Ein eher berührendes Projekt war dieses Jahr hingegen The Magic Wheelchair. Diese Kampagne hatte zum Ziel, die Rollstühle darauf angewiesener Kinder zu einem Halloween-Gefährt umzubauen. Das Projekt war ein Erfolg, die Videos der glücklichen Kinder nach Halloween einfach großartig. Man muss nicht immer eine Backer-Belohnung erhalten, um zufrieden aus einem unterstützten Projekt zu gehen. Schöne Sache, die es nächstes Jahr hoffentlich wieder zu unterstützen gilt.

KS_Click

Click hatte ich eingangs schon einmal erwähnt. Für mich der größte Flop des Jahres. Das Projekt war sehr simpel, gefertigt werden sollten Armbandadapter für die Apple Watch. Die Lieferung sollte Ende Mai erfolgen, also durchaus alles im Rahmen des Machbaren. Gab es anfangs nur die Adapter, kamen mit den Stretch Goals auch Armbänder dazu, die ebenfalls dafür sorgten, dass sich das Projekt immer weiter verzögerte.

Die Kommunikation der Projektersteller war katastrophal, immer wieder Ausreden, keine tatsächlichen Informationen. Da das Produkt selbst sehr günstig war, kümmerte es mich nicht weiter, auch wenn es natürlich unabhängig vom bereitgestellten Betrag immer eine ärgerliche Angelegenheit ist. Aus Mai wurde November und das Produkt ist so schlecht wie das ganze Projekt. Passt nicht richtig und die Armbänder sind billigstes Ramschniveau.

KS_RemixMini

Positiv entwickelte sich allerdings ebenfalls bereits erwähnter Remix Mini. Der 20 Dollar Android-PC war ein perfektes Projekt. Trotz mehrfacher Überfinanzierung und der damit einhergehenden Problematik, dass die zu fertigende Menge viel höher als geplant ist, kam es weder zu großen Verzögerungen, noch zu faulen Ausreden. Jeder Schritt wurde vorbildlich kommuniziert, die Auslieferung erfolgte zwar nicht zum versprochenen Zeitpunkt, das Produkt selbst ist aber wie versprochen. Die Verzögerung hält sich mit rund 4 Wochen allerdings stark in Grenzen. Erstaunlich ist das jedoch nicht.

Die Macher des Remix Mini sind keine Anfänger, das Produkt war bereits geplant und musste nur noch hergestellt werden. Dennoch sehr positiv, da auch nach dem Projekt stets eine Kommunikation erfolgte und auch immer noch erfolgt. So würde man sich das immer wünschen.

In der Regel läuft es bei von mir unterstützten Projekten folgendermaßen ab, vor allem, wenn es eine Belohnung gibt, die die Fertigung und den Versand eines Produktes benötigen. Ich unterstütze das Projekt, zeige noch kurz Interesse, wenn dieses fertig finanziert ist, lese dann aber immer weniger Updates dazu, nur um mich dann vom Paketboten überraschen zu lassen. Dass Projekte im angegebenen Zeitrahmen vollendet werden, habe ich bisher eher selten erlebt, eigentlich nur zwei Mal, um genau zu sein.

Für mich hat sich Kickstarter 2015 fast schon zu etwas wie einem Hobby entwickelt. Es gibt dort so viele Dinge zu entdecken, oftmals auch sehr kleine, die sehr faszinierend sind. Leider ist es bei sehr vielen interessanten Projekten dann aber auch so, dass eine Lieferung nicht nach Deutschland erfolgt oder die Kosten für den Versand so hoch sind, dass dies in keinerlei Verhältnis zum Produkt steht. Hinzu kommen etwaige Einfuhrgebühren, die den Spaß schon einmal bremsen können.

Falls Ihr wissen möchtet, warum ich nur bei Kickstarter aktiv bin, nicht aber bei Indiegogo oder anderen: Ich kann es Euch nicht sagen. Vielleicht liegt es an der App, vielleicht hat Kickstarter auch einfach die besseren Kampagnen. Für mich fühlt sich der Dienst einfach besser an als die anderen.

Hinterlasst gerne einen Kommentar, welche Crowdfunding-Projekte Euch dieses Jahr interessiert haben. Es gab ja auch welche mit großen Namen, wie beispielsweise die Pebble Time oder Nuki (damals noch Noki) oder die modulare Smartwatch Blocks.

Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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