Kaspersky bastelt an eigenem Betriebssystem für die Industrie

23. November 2012 Kategorie: Backup & Security, geschrieben von: Casi

Je beliebter ein Betriebssystem wird, desto anfälliger wird es auch – weil es ab einer bestimmten Größe und Verbreitung natürlich für immer mehr Hacker interessant wird. Eugene Kaspersky weiß das natürlich und der russische Security-Fuchs äußert oft und gerne seine Prognosen, die ein dramatisches Anziehen im Bereich der Cyber-Kriminalität befürchten lassen. Er verweist auf Szenarien wie in Stirb langsam 4.0 und erklärt, dass es sicher nicht nur ein Hollywood-Stoff ist, dass Cyber-Terroristen den “klassischen” Terroristen ablösen werden.

Der Schädling Stuxnet hat dem Iran, seiner Atom-Industrie und der Industrie generell unsanft klar gemacht, wie anfällig herkömmliche Betriebssysteme sind und da ist es vielleicht gar nicht verwunderlich, dass Eugene Kaspersky mit seinem Team an einem eigenen Betriebssystem bastelt, welches aber nur für Industrieanlagen geben wird.

Wir erfahren in seinem Blog-Beitrag vom letzten Monat zwar nicht, wann exakt das System marktreif sein soll, bekommen aber eine Ahnung davon, wie er sich das vorgestellt hat. Er plant, das System bewusst schlank zu halten. Wer in seiner Fabrik also eine Gerätschaft vorfindet, die über sein Betriebssystem gesteuert wird, kann sich Dinge wie Facebook, Games oder auch Videobearbeitung abschminken. Zum einen will man dadurch mögliche Probleme eines Betriebssystems ausmerzen, zusätzlich arbeite man daran, dass es keine Prozesse gibt, die klammheimlich im Hintergrund ablaufen. Alles, was an Code nicht autorisiert ist, wird schlicht nicht funktionieren auf dem System, niemand kommt von außen an das System und so kann niemand irgendwelche Schad-Software unterbringen. Kaspersky beschreibt sein Vorhaben als höchst umfangreich, daher brauchen wir wohl nicht damit rechnen, dass es sehr schnell fertiggestellt wird.

Quelle: Technologyreview


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10 Kommentare

Matze_B 23. November 2012 um 17:36 Uhr

Russisch Oha, warum denk ich jetzt bei so einem Projekt sofort an Industriespionage …

Denny Weinberg 23. November 2012 um 18:06 Uhr

find ich gut :) wird wahrscheinlich real time programming unterstützen. mal schauen wie es laufen wird…

FlyingT 23. November 2012 um 18:27 Uhr

Welche Big Player hat er im Boot? Wenn Simatic oder Allen-Bradley dafür nicht angeboten wird ist es eben witzlos.

mini 23. November 2012 um 20:58 Uhr

Kaspersky ist selbst ein bigplayer. Nciht Umsonst das größte Sicherheitsunternehmen der Welt. :-D

FlyingT 23. November 2012 um 22:21 Uhr

Wenn die Hersteller für das System nicht programmieren wird dir das trotzdem nix bringen. Bei Industriesoftware sieht es einwenig anders aus als im Costumer Bereich. In den Firmen wird haufenweise alte Hardware gehortet, weil die Software nicht mit neuer Hardware kompatible ist und schon gar nicht mit neuer Software. Da wird erst jetzt, wo viele Firmen von XP auf Win7 wechseln, was neues Programmiert, vorher war nur XP SP1 unterstützt.

mini 23. November 2012 um 22:27 Uhr

@FlyingT:
Dir ist schon klar das auf industrie anlagen, viel läuft nur kein Windows XP.^^
Und dir ist schon klar das die einzelnen Programme von Herrsteller dder Anlage erstellt wird und eigenentwickelt ist.

Moepler 24. November 2012 um 09:18 Uhr

Sowas gibt’s doch schon: frag einfach bei WindRiver nach VxWorks :-) dieses OS ist gerade auf dem Mars unterwegs!

masi 24. November 2012 um 10:23 Uhr

Der logische nächste Schritt auf den ich seit Jahren schon warte. Vorbildlich Kaspersky.

masi 24. November 2012 um 10:26 Uhr

@all
Wer sagt denn übrigens, dass es ein Betriebssystem für Endbenutzer sein soll? Ich würde mich schon über sichere OS für Firewalls und ähnlich kritische Schnittstellen freuen. Über die grundlegende Utopie einer sicheren Turing-Maschine brauchen wir uns ja nicht unterhalten, aber ein “sicheres” OS für Firewalls wäre schon einmal ein guter Anfang. Selbst openBSD hat inzwischen ja nicht mehr den Ruf unüberwindbar zu sein.

FlyingT 24. November 2012 um 20:43 Uhr

@mini
Die ganze HMI laufen aber auf Windows, so hat sich ja auch Stuxnet verbreitet.


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