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IsoPlex: Rechtsanwälte kommentieren Gefahren der Nutzung

16. September 2015 Kategorie: Internet, Streaming, geschrieben von: André Westphal

isoplexDer Anbieter IsoPlex ist seit dem Juni 2014 aktiv und wirbt mit dem kostenlosen Abruf von aktuellen Kinofilmen und TV-Serien. Nun ja, dass das alles nicht so ganz rechtlich einwandfrei sein kann, dürfte jedem Nutzer der Plattform klar sein. Jetzt beziehen die Rechtsanwälte der Kanzlei Gulden Röttger allerdings konkret zu diesem Beispiel Stellung. So findet ihr jetzt genau heraus, ob die Nutzung von IsoPlex legal oder illegal ist und wie es mit dem Risiko einer Abmahnung aussieht.

Zur Nutzung von IsoPlex muss man anders als bei anderen, fragwürdigen Anbietern wie Kinox.to erstmal ein Programm für Windows, Linux oder Mac OS X herunterladen. Ähnlich wie Popcorn Time nutzt auch IsoPlex die BitTorrent-Technik für Peer-to-Peer-Übertragungen. Während der Nutzer demnach selbst Inhalte abruft, stellt er sie zugleich Dritten zur Verfügung. Die Aufmachung von IsoPlex ist dabei äußerst modern und benutzerfreundlich. Für den User ist nicht offensichtlich, dass er die Torrents nicht nur selbst zum direkten Anschauen bezieht, sondern zugleich an andere weiterreicht. Das Prinzip ähnelt dem bereits erwähnten Popcorn Time also auch in diesem Bezug sehr stark. Zwar sind die angebotenen Filme und TV-Serien allesamt auf Englisch, doch O-Ton-Fans dürfte das eher ermuntern als abschrecken. Dabei können deutsche Rechteinhaber jedoch auch den illegalen Konsum der Original-Versionen abmahnen.

isoplex screenshot

Obwohl IsoPlex also wirbt „The new way to watch movies for free“, kann der Spaß am Ende teuer werden. Denn Nutzer von Popcorn Time wissen, wie das Spielchen enden kann. Deutsche Anwaltskanzleien verlangen dann von den Nutzern bis zu 850 Euro pro illegal konsumierter Serienfolge. Bei Streaming-Seiten wie Kinox.to oder movie4k.to verbleibt zumindest noch eine rechtliche Grauzone, da bis heute nicht geklärt ist, ob das Zwischenspeichern eines Streams bereits als Erwerb einer illegalen Raubkopie gilt. Diese Frage stellt sich bei IsoPlex leider nicht, da Daten direkt heruntergeladen und –  das ist der schwerwiegende Knackpunkt – sogar an andere Nutzer weiterverteilt werden.

Hier könnten durch Kanzleien noch wesentlich höhere Forderungen geltend gemacht werden, als beispielsweise bei einem reinen Download über Filehoster. Auch das Recht auf eine Privatkopie kann nämlich nicht zugunsten des Users ins Spiel gelangen. Folglich besteht laut der Medienrechtskanzlei Gulden Röttger eine sehr hohe Abmahngefahr. Wer das Risiko eingehe IsoPlex in Deutschland zu nutzen, müsse exakt wie bei Popcorn Time jederzeit mit einer Abmahnung mit möglicherweise drei- bis vierstelligen Forderungen rechnen. Nutzer begehen laut den Anwälten zweifelsfrei eine Urheberrechtsverletzung.

In Zeiten von legalen Streaming-Anbietern wie Netflix, Maxdome oder Amazon Prime Instant Video, die monatlich weniger als 10 Euro kosten und über ein breites Angebot in deutscher wie Original-Sprache verfügen, sollte man sich also genau überlegen, ob man zugunsten einer etwas verkürzten Wartezeit eine Abmahnung und weitere rechtliche Konsequenzen riskiert.

(via Gulden Röttger)


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Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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