iPad Pro im iFixit-Teardown: viel Platz für Akku und Lautsprecher

12. November 2015 Kategorie: Apple, Hardware, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_ifixitiFixit kennt Ihr, die Seite liefert Reparatur-Anleitungen zu allen möglichen Consumer-Gadgets und ist meist unter den ersten, die neue Geräte auseinandernehmen. Im Fall des Apple TV sorgte dies für Ärger mit Apple, das hält die Macher aber nicht davon ab, nicht auch die neueren Produkte wieder auseinanderzunehmen. Vermutlich kommen diese aber nicht mehr von Apple direkt. Wie auch immer, iFixit hat sich das iPad Pro zur Brust genommen und dieses in seine Einzelteile zerlegt. Es überrascht nicht wirklich, dass sich das iPad Pro nicht unbedingt dazu eignet, vom Nutzer selbst auseinandergenommen zu werden, aber der Teardown bestätigt auch einige Spekulationen um das, was Apple nun im iPad Pro tatsächlich verbaut.

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Der Weg ins Innere führt, wie bei allen iPads, über das Display. Dieses ist verklebt, sodass man dieses nur mit Hitze und sanfter Gewalt lösen kann. Ist dies aber geschehen, steht den restlichen Komponenten nicht mehr viel im Weg. Allerdings ist das Display in der Mitte des Gerätes mit dem Rest verbunden, einfach zur Seite klappen und dann den Connector lösen, ist also nicht möglich.

Im Inneren zeigt sich vor allem eines: Akku. Aber dieser füllt nicht ganz das komplette Innenleben aus, denn auch die von Apple angepriesenen Lautsprecher nehmen ein ganzes Stück Platz ein. Diese sind zudem mit Sensoren ausgestattet, sodass die Lage des iPad Pro erkannt werden kann. So ist es möglich, immer den gleichen Sound auszugeben, egal wie das iPad gehalten wird. Das große Volumen der Lautsprecher sollte zudem für sehr guten Sound sorgen, etwas bei dem Apple vor allem in den MacBooks schon immer ganz oben mitspielt.

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In der Mitte teilt das Logic Board den Akku quasi in zwei Hälften. Auf dem Logic Board befinden sich der bekannte A9X Prozessor und auch der M9 Co-Prozessor ist an Bord. Für ein iPad etwas ungewöhnlich, wird man es wohl kaum nutzen, um damit seine Bewegungen aufzuzeichnen. Aber wir wissen ja, dass der M9 auch für das „Hey Siri“-Feature verantwortlich ist. Hat also durchaus seine Daseinsberechtigung. Außerdem sind 4 GB RAM verbaut. Apple gab dazu bisher keine Auskunft, Adobe übernahm diese Informationslücke aber, wenngleich eine entsprechende Passage im Nachhinein wieder gelöscht wurde. Nun ist es also bestätigt, 4 GB RAM sorgen für die nötige Leistung bei Split View und Multitasking.

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Der Akku selbst kommt mit einer Kapazität von 10307 mAh, beziehungsweise liefert 38,8 Wh. Leicht mehr als im Surface Pro 4, viel mehr als in einem iPad Air 2 (27,62 Wh). Der Akku ist ebenfalls verklebt, lässt sich aber relativ leicht entfernen. Wenn man denn einmal bis dahin vorgedrungen ist. Immerhin ist der Akku nicht mit dem Logic Board verlötet.

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Insgesamt erhält das iPad pro 3 von 10 möglichen Punkten auf der Skala, die festlegt, wie leicht sich ein Gerät reparieren lässt. Bemängelt wird wieder einmal der übermäßige Einsatz von Klebstoffen. Nichts neues, aber auch nichts positives. In typischer Apple-Manier sollen Geräte eher ersetzt als repariert werden. Im Gegenzug gibt es eben ultraschlanke Tablets. Leider hat man als Kunde keine große Wahl, immerhin setzen fast alle Hersteller auf diese Wegwerf-Produktion.

Den kompletten Teardown mit Benennung der einzelnen Komponenten, findet Ihr bei iFixit.


Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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