iOS-Geräte mit Akkuproblemen? So läuft es wieder länger

8. April 2014 Kategorie: Apple, iOS, Mobile, geschrieben von:

Jede neue iOS-Version löst die gleichen Reaktionen aus. Die Akkulaufzeit hat sich angeblich verschlechtert. Ein ehemaliger Genius-Bar Mitarbeiter hat nun eine ausführliche Anleitung veröffentlicht, die Euch helfen soll, das Maximum an Akkulaufzeit aus Eurem iDevice heraus zu holen, ohne auf Features verzichten zu müssen. Man braucht bekanntlich kein Smartphone, wenn man alle Dienste, die am Akku saugen könnten, deaktiviert. Eine neue iOS-Version ist in den seltensten Fällen der Urheber einer schlechteren Akkulaufzeit. Zuerst sollte man jedoch überprüfen, ob überhaupt ein unverhältnismäßiger Energieverlust vorliegt.

iphone 5s

Um dies zu prüfen, hat iOS gleich die passenden Mittel an Bord. Unter Einstellungen – Allgemein – Benutzung werden Benutzung und Standby seit der letzten vollständigen Ladung angezeigt. Einfach die Zeiten aufschreiben, iPhone oder iPad (iPad erst ab iOS 7) kurz in den Standby schicken und danach überprüfen, ob sich die Benutzungszeit erhöht hat. Erhöht sich nur die Standbyzeit, ist alles ok, steigt auch die Benutzung, stimmt etwas nicht und die folgenden Tipps sollten vielleicht einmal genauer betrachtet werden. Sie können einzeln genutzt werden, oder in Kombination, helfen aber vor allen Dingen, dass man versteht, was alles Strom benötigt.

1. Ortungsdienste und Hintergrundaktualisierung für Facebook deaktivieren

Facebook mag zwar nur eine App sein, diese fällt jedoch häufig durch extremen Stromhunger auf. Dies liegt sowohl an der Hintegrundaktualisierung, als auch an den Ortungsdiensten. So weckt die App das iPhone regelmäßig auf und verbraucht für die Abfragen unnötig Strom. Die Ortungsdienste findet Ihr unter Einstellungen – Datenschutz – Ortungsdienste, die Hintegrundaktualisierung unter Einstellungen – Allgemein – Hintergrundaktualisierung.

2. Hintegrundaktualisierung für unwichtige Apps deaktivieren

Was bei der Facebook-App etwas bringt, kann bei anderen Apps ebenso vorteilhaft sein. Seit iOS 7 können sich Apps im Hintergrund aktualisieren. Hier sollte man schauen, für welche Apps man dieses an sich sehr praktische Feature wirklich benötigt. 20 Apps, die sich im Hintergrund mit einem Server verbinden und Daten laden, verbrauchen logischerweise mehr Strom, als 10 Apps. Einfach durchschauen, für welche Apps man die Aktualisierung im Hintergrund benötigt und die anderen deaktivieren. Findet Ihr ebenfalls unter Einstellungen – Allgemein – Hintergrundaktualisierung.

3. Apps nicht über die Multitasking-Leiste beenden

Doppelt gemoppelt hält besser. So denken es sich viele Nutzer und schließen schön regelmäßig ihre Apps über das Multitasking-Menü. Eine geschlossene App benötigt weniger Strom als eine, die im Hintergrund läuft, so die weitläufige Meinung. Dies schadet jedoch mehr, als es nutzt. iOS ist so gemacht, dass die Apps zwar im Speicher abgelegt werden, diese aber nicht mehr aktiv sind. Entfernt man diese nun aus dem RAM, indem man sie schließt, muss beim nächsten Start alles neu geladen werden. Eine größere Belastung für das System, als wenn man die App einfach lässt. iOS schließt Apps bei Bedarf automatisch komplett, man muss und sollte dies nicht manuell tun.

4. Push-E-Mail temporär deaktivieren

Push-E-Mail, insbesondere über Exchange, ist häufig die Ursache für kurze iPhone-Laufzeiten. Um zu überprüfen, ob die kurze Laufzeit daher rührt, kann man einzelne Accounts oder auch die Pushdienste für Mail komplett deaktivieren. Funktioniert hier etwas nicht korrekt, kann das iPhone/iPad in einer Abfrage-Schleife hängen. Danach überprüft man wieder, ob sich Standby- und Nutzungszeiten auf einem normalen Level bewegen (Standby sollte signifikant höher sein als Benutzung).

5. Push-Benachrichtigungen für unnötige Apps deaktivieren

Heutzutage fordert fast jede App die Berechtigung für Push-Benachrichtigungen. Oftmals benötigt man diese gar nicht, zum Beispiel bei diversen Spielen. Jede Benachrichtigung weckt das iDevice aber auf und aktiviert das Display für 5 – 10 Sekunden. In der Summe kann dies viel ausmachen, da das Smartphone aktiv ist, obwohl man es in dem Moment gar nicht aktiv nutzt. Die Liste mit den Apps findet Ihr unter Einstellungen – Mitteilungen.

6. Akku-Prozent-Anzeige deaktivieren

Dieser Trick ist eher psychologisch. Nutzer neigen dazu, öfter nach dem Akku-Status zu schauen, wenn die Prozentanzeige aktiviert ist. Hier gilt im Prinzip das gleiche wie für die Push-Benachrichtigungen. Die Menge macht das Gift. Wenn man 20 mal auf die Anzeige schaut, wie viel Akku-Prozent noch übrig sind, geht jedes Mal das Display an, das iPhone erwacht aus seinem Schlummerzustand. Ein kontraproduktives Verhalten, das Nutzer hier an den Tag legen. Die Prozent-Anzeige deaktiviert Ihr unter Einstellungen – Allgemein – Benutzung.

7. Ausflug zum Apple Store

Apple Store Techniker haben ein Tool, das sich „Extended Battery Life Test“ nennt. Damit können Ungereimtheiten schnell ausgemacht werden. Vorteil, wenn man schon einmal vor Ort ist: sollte der Akku tatsächlich defekt sein, wird er gleich unter Garantie getauscht. Falls man keine Garantie mehr hat, muss man den Austausch bezahlen.

8. Flugmodus in Gebieten mit schlechter Netzabdeckung aktivieren

Wer öfter mit der Bahn unterwegs ist, kennt das Problem vielleicht. Schlechte Netzabdeckung, man kann nichts mit dem Smartphone machen und trotzdem ist der Akku innerhalb kürzester Zeit leer. Das liegt an der ständigen Netzsuche, die enorm viel Strom benötigt, vor allem, wenn sie nicht erfolgreich ist. In solchen Fällen lohnt sich die Aktivierung des Flugmodus (über das Kontrollzentrum oder direkt in Einstellungen), der diese Suche unterbindet.

Geht man anhand dieser Punkte auf Ursachenforschung und optimiert die Einstellungen ein bisschen, kann man mit dieser Liste das Maximum an Akkulaufzeit aus seinem iDevice holen. Bedenken sollte man allerdings auch, dass Akkus mit der Zeit nachlassen. Habt Ihr Euer iPhone oder iPad schon eine Weile in Gebrauch, stehen die Chancen gut, dass Ihr nicht mehr die volle Akkukapazität zur Verfügung habt.


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Quelle: Overthought |

Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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