iOS 10: Einige der Neuerungen in Wort und Bild

14. Juni 2016 Kategorie: Apple, iOS, geschrieben von: caschy

ios 10Gestern wurde iOS 10 von Apple vorgestellt. Das neue Betriebssystem steht ab sofort allen registrierten Entwicklern zur Verfügung, im Juli folgt die öffentliche Betaversion, gefolgt von der finalen Version im Herbst. Folgende Geräte sind mit iOS 10 kompatibel: iPhone 5 und neuer, sämtliche iPad Air- und iPad Pro-Modelle, iPad 4. Generation, iPad mini 2 und neuer und iPod touch 6. Generation. Eine kurze Zeit wurden auch ältere Geräte von Apple genannt, dieser Hinweis wurde wenige Augenblicke später entfernt. Über die Neuerungen von iOS 10 haben wir bereits während der Keynote an dieser Stelle berichtet, nun folgen einige (nicht alle) Neuerungen in Wort und Bild. Zu bedenken ist hierbei, dass es sich um die erste Version für Entwickler handelt, bis zum Herbst kann und wird noch einiges passieren.

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iMessage: Das Kommunikationsmittel von iOS wird aufgebohrt. Wider Erwarten wurde keine Android-Version vorgestellt, stattdessen tobte man sich auf der eigenen Plattform aus. Zu den Neuerungen gehört unter anderem das Versenden einer Nachricht mittels Handschrift. App-Entwickler haben die Möglichkeit, Sticker-Packs zu kreieren, auch sind andere Dritt-Apps möglich. Auch in Sachen Visualisierung hat man gearbeitet, so lassen sich Texte in den Bubbles „leise“ und „laut“ ausdrücken, geschriebene Worte direkt in Emojis umwandeln.

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Hier scheint man nicht ganz den Anschluss an andere Kommunikations-Tools verlieren zu wollen, andere Messenger bieten eine Vielzahl von Integrationen seit einiger Zeit an, beispielsweise der Facebook Messenger oder auch WhatsApp. Ich persönlich bin Fan von normalen Nachrichten und kann daher nur wenig mit den neuen Funktionen anfangen, die Apple unter dem Bereich Scribble zusammenfasst.

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Die einzelnen Bereiche wie Tap + Hold, Tab, Hold + Drag und Co werden dem Nutzer sicherlich einige Einarbeitungszeit abverlangen, wenn sie denn überhaupt genutzt werden. Ich kann nur für mich persönlich sprechen: ich kommuniziere meistens über Apps, die auf mehreren Plattformen nutzbar sind.

Siri: Siri ist für Entwickler offener, Entwickler können also das gesprochene Wort des Anwenders anzapfen und die gesprochenen Befehle nutzen, um eine Aktion auszuführen. Denkbar ist da eine Bestellung in der App mytaxi, hier könnte Siri dann direkt eine Karte und das anfahrende Taxi visualisieren. Ich hoffe, dass sich bei Siri noch mehr tut, denn im Vergleich zu Google ist man weit zurück.

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Maps: Die Karten-App von Apple soll ebenfalls smarter werden und könnte nicht nur weiterführende Informationen zu Geschäften anzeigen, sondern auch eine Reservierung durchführen – inklusive Anfahrt über ein Unternehmen wie Uber oder mytaxi. Alternativ kann weiterhin direkt eine Route angezeigt werden, die via Fuß bestritten werden kann. Auch öffentliche Verkehrsmittel sind machbar.

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Sind keine ÖPNV-Routen in Karten verfügbar, schlägt iOS die Installation von passenden Apps vor. Ebenfalls arbeitet die Karten-App proaktiv, schlägt etwaige Ziele und Alternativ-Routen vor. Navigiert der Nutzer, so kann er sich Geschäfte anzeigen lassen, beispielsweise, wenn er noch etwas essen möchte oder noch tanken muss.

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Home-App: Mit HomeKit bietet Apple Smart Home-Interessierten eine neue App an. Das Steuern von HomeKit-kompatiblen Elementen war bisher über Dritt-Apps oder Siri direkt möglich, nun soll alles in einer App von Apple geschehen können. Die App ist optional, keine Pflicht. HomeKit arbeitet übergreifend, sodass eingerichtete Philips Hue- oder Elgato Eve-Szenen (alles andere natürlich auch) von jedem iOS-Gerät aus ausführbar sind. Auf deutschen Geräten heißt die App schlicht „Haus“. Hier muss ich mal in Ruhe testen, das Konstrukt HomeKit hat mich bislang nicht vollends überzeugen können.

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Musik: Apples oftmals kritisierte Anwendung hat einen neuen Anstrich bekommen. Sie verfügt nun über Playlisten für jeden Tag und basieren nicht nur auf Redaktionsempfehlungen, sondern werden aus den Hörgewohnheiten und -vorlieben des Nutzers zusammengesetzt. Im Vergleich zur alten App ist das schon eine Verbesserung, die Suchfunktion auf dem iPad nach Alben verschwendet mir persönlich aber zu viel Platz, hier hätte man angezeigten Whitespace vielleicht eliminieren sollen, sodass das Ganze aussagekräftiger wirkt. Hier einmal ein paar Screenshots, die diverse Aspekte der neuen Music-App von iOS 10 zeigen:

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Neuer Sperrbildschirm und neue Widget-Optionen: Widgets sucht man auf der iOS-Plattform vergebens auf dem Bildschirm als solches. Stattdessen residieren diese in der Benachrichtigungsleiste unter „Heute“ oder im Sperrbildschirm. Unter iOS 10 hat sich hier in Sachen Optik und Funktion einiges geändert. So lassen sich Nachrichten in verschiedenen Apps direkt beantworten oder auch 3D Touch-Optionen ausführen. Der dedizierte und anpassbare Bereich findet sich nicht nur im gesperrten Bildschirm vor, sondern ist zeitgleich auch als letzter Bildschirm der linken Seite aufrufbar. Die Kamera ist nun direkt per Slide nach ganz rechts über den Sperrbildschirm erreichbar. Für den Sperrbildschirm wissenswert: die Funktion „Raise to wake“ weckt den Bildschirm beim Anheben des iPhones auf und zeigt Benachrichtigungen.

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Überarbeitetes Control Center: Das Control Center ist auch überarbeitet worden, bietet eine andere Optik und eine dedizierte Steuerung für Musik an. Wie immer kann der Zugriff im Sperrbildschirm und der Zugriff aus Apps heraus im Bereich Einstellungen > Kontrollzentrum untersagt werden.

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FotosFotos in iOS 10 hilft dabei seine Ereignisse in der Foto-Mediathek wiederzuentdecken. Hierfür gibt es automatische Erinnerungen. Erinnerungen durchsucht sämtliche Fotos und Videos und findet Ereignisse, Reisen und Menschen und präsentiert diese in einer Sammlung. Eine Erinnerung beinhaltet außerdem den Erinnerungsfilm, ein automatisch bearbeiteter Film mit Titelmusik, Filmtiteln und cineastischen Übergängen (hat hier jemand Google Fotos gesagt?)

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Erinnerungen nutzt Bilderkennung, um die Personen, Orte und Dinge innerhalb der eigenen Bilder mittels der geräteeigenen Gesichts-, Objekt- und Szenenerkennung in Alben zu gruppieren (Objekterkennung und die daraus resultierende Suche nach Objekten, wie „Berge“, „Strand“ und Co). Zudem gibt es neue Bearbeitungsfunktionen, beispielsweise eine Lupe, um einen Ausschnitt des Bildes hervorzuheben. Die neue Funktion der Erinnerungen / Andenken wollte in meinem Falle nicht funktionieren, das Scannen der Mediathek nahm bislang kein Ende. Live-Fotos wurden ebenfalls verbessert, können getrimmt und mit Filtern versehen werden.

Voice-API: Messenger können auf die Schnittstelle zugreifen, sodass iOS 10 ein besseres Nutzererlebnis bietet. Nutzer können so schnell über ihre favorisierten Messenger kontaktiert werden, eingehende Anrufe aus anderen Apps werden wie Telefonate visualisiert und tauchen im Dialer auf.

iCloud-Zwischenablage: Auf Wunsch werden Inhalte aus der Zwischenablage über die iCloud synchronisiert. Macs greifen so auf die iPhone- / iPad-Zwischenablage und vice versa zu. Geht auch von iOS zu iOS. Ebenfalls gibt es die verbesserte Option, übergreifend auf Dokumente zuzugreifen, hierfür gibt es den Dokumentenordner im iCloud Drive. Nutzer von MacOS Sierra können zudem den Desktop über die Cloud verfügbar haben (die auf ihm gespeicherten Daten).

App-Deinstallationen: Apple-Apps können deinstalliert werden, entsprechende Nutzerdaten werden gelöscht.  Apple-Apps müssen dann – sofern gewollt – aus dem App Store „neu installiert“ werden. Klarstellung: Es werden Nutzerdaten und Hooks entfernt, die App ist unsichtbar, die Binary bleibt aber auf dem iPad oder iPhone, zu stark ist die Verzahnung mit dem iOS-System.

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Quick Type: Das Vorhersagen von Texten soll smarter werden unter iOS 10, fragt euch euer Gegenüber, wo ihr euch aufhaltet, so könnte euch das System automatisch das Senden eures Standortes vorschlagen. Bei Kontaktanfragen könnten E-Mail, Telefonnummer und Co so schneller eingefügt werden. Ebenfalls ist der Support für mehrere Sprachen dabei, Quick Type merkt, in welcher Sprache ihr schreibt und macht dann basierend auf der Sprache Vorschläge. Laut Apple geschehen diese Voraussagen – wie auch bei den Fotos – nur auf dem Gerät. Zwar senden Dienste wie Siri, Karten und News Daten an die Server von Apple, aber diese Daten werden nicht dazu verwendet Nutzerprofile zu erstellen.

Safari Split View: Auf dem iPad unterstützt Safari Split View, zwei Fenster können nebeneinander angeordnet werden. Hierfür zieht man den gewünschten Tab einfach an den rechten Rand des iPads.

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Die oben genannten Punkte sind nur einige, weitere Details ließ Apple nur auf einem schnellen Slide während der Präsentation durchklingen, der Screenshot zeigt diese kleinen Verbesserungen. Hier findet man beispielsweise die verbesserte Kamera UI auf dem iPad, den schnelleren Start der Kamera oder auch das Zusammenarbeiten in der Notiz-App.

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Wie initial erwähnt: iOS 10 ist in einer ersten Version für Entwickler freigegeben, ein Beschaffen über irgendwelche Wege ist von meiner Seite nicht angeraten. Ich persönlich fand die erste Version noch recht hakelig, wobei das leistungsstärkere iPad Air 2 besser reagierte als das betagte iPhone 5. Apple arbeitet sicher mit Hochdruck am Beheben von Bugs und der Performancesteigerung, sodass man lieber mindestens bis Juli warten sollte – denn dann kommt die offizielle und offene Beta für alle.

Was man aber an iOS 10 merkt: Apple öffnet sich weiter für Entwickler, die zahlreichen neuen Schnittstellen der Schlüssel-Apps zeugen davon. Ein später Schritt, der vielleicht schon früher hätte gegangen werden müssen.


 

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