Internet.org: Fanpage trollt Facebook mit Internet-Screenshots

14. August 2014 Kategorie: Internet, Mobile, Social Network, geschrieben von:

Das Thema Internet.org war schon häufiger hier zu Gast. Der Hintergrund dürfte einigen bereits bekannt sein: Internet.org hat sich mit verschiedene namhaften Partnern (unter anderem Facebook, Ericsson, MediaTek, Nokia, Opera, Qualcomm und Samsung) zusammengeschlossen, um das Internet in die entlegensten Winkel der Welt zu bringen. Schließlich sind nach wie vor rund zwei Drittel der Weltbevölkerung ohne Internet.
JPG_Internet

So weit nichts neues. Kürzlich hat sich Mark Zuckerberg selbst zum Stand des beinahe in Vergessenheit geratenen Projekts Internet.org geäußert und lieferte erste vorzeigbare Ergebnisse in Form einer App.

Die Internet.org-App soll quasi als Pilotprojekt zunächst für Menschen in Sambia zugänglich gemacht werden und bietet hierüber Zugriff auf einige Internet-Dienste wie den Wetterbericht, einer Jobseite, Wikipedia, die Women Rights-App und selbstverständlich die eigenständige Facebook-App sowie den Facebook Messenger. Nutzungsvoraussetzungen hierfür sind, dass man sowohl ein entsprechendes Smart- oder Featurephone besitzt im Netz des lokalen Anbieters airtel unterwegs ist.

Kaum zwei Wochen her, dass Mark Zuckerberg die App präsentiert hat, schon haben Entwickler einen Weg über die Limitierungen der App hinaus gefunden, um den Menschen Sambias das gesamte Internet zur Verfügung zu stellen.

Wie? Mit einer simplen Facebook-Seite und dem guten alten Trick 17: Man nimmt die URL einer x-beliebigen Internetseite und postet Sie auf die Facebook-Pinnwand der Facebook-Page JPG Internet. Daraufhin macht ein Bot einen Screenshot der gewünschten Internet-Seite und postet diesen als Kommentar unter den ursprünglichen Post.

Damit hat Facebook dem Anbieter airtel gehörig ins Bein geschossen, wenn auch ungewollt. Es ist nun noch eine Frage der Zeit, bis Screenshots von eher fragwürdigen Seiten des Internet-Abendlandes auftauchen. Spätestens dann dürfte Facebook wieder den Stecker der Seite ziehen.

An sich ein netter Workaround, der meines Erachtens den eigentlichen Hintergrund des Projekts Internet.org erst wirklich umsetzt. Denn der Zugang zum Internet und dessen Wissensbasis sollte nicht durch irgendwelche Konzern-Limitierungen eingeschränkt werden.


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