Intel streicht seine mobilen SoCs SoFIA und Broxton

1. Mai 2016 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: André Westphal

artikel_intelIntel ist erfolgsverwöhnt: Der Hersteller dominiert im Markt für PC- und Notebook-Prozessoren. In jenen Märkten hat man mit AMD nur einen einzigen, mittlerweile strauchelnden, Rivalen. Anders sieht es jedoch im Segment für mobile Endgeräte aus: Intel wagte zu spät den Einstieg, als ARM und dessen Partner bereits ein Ökosystem entwickelt hatten, gegen das Intel bis zuletzt nie ankam. Da half es auch nichts, dass Intel jahrelang Millionen in die Entwicklung und Vermarktung pumpte. Zuletzt schienen selbst altgediente Partner wie Asus sich von Intel abzuwenden und nun ist es offiziell: Intel hat seine geplanten Mobile-SoCs SoFIA und Broxton ersatzlos gestrichen.

Effektiv gesehen steigt Intel damit aus dem Markt für SoCs für Smartphones und Tablets aus. Ob es langfristig dabei bleibt, ist zwar offen, in nächster Zeit wird der Hersteller sich aber nicht mehr mit Chips für mobile Endgeräte beschäftigen. Stattdessen will Intel den Fokus unter anderem auf 5G LTE bzw. entsprechende Modems legen. Außerdem entlässt man 11 % seiner Mitarbeiter bis Mitte des Jahres, um dem wachsendem Druck am Markt gerecht zu werden. Das entspricht in etwa 12.000 Stellen, wie Caschy bereits bloggte. Intel muss nun eine neue Strategie für seine Atom-Prozessoren finden, da SoFIA und Broxton keine Rolle mehr spielen.

intel sofia broxton

Während angesichts des mäßigen Erfolgs wenig überraschend ist, dass Intel sich im Grunde nun aus dem Markt für Mobile-SoCs verabschiedet, kommt der Zeitpunkt unerwartet. Schließlich war der anvisierte Release von Broxton und neuen SoFIA-Chips nicht mehr weit entfernt. Konkret gestrichen sind nun jedenfalls Broxton für Smartphones und Tablets sowie SoFIA 3GX, SoFIA LTE und SoFIA LTE2. Speziell die SoFIA-Strategie war ohnehin ungewöhnlich für Intel, da man mit chinesischen Herstellern wie RockChip und Spreadtrum kooperierte, um günstige SoCs für Einstiegs-Smartphones parat zu haben. Wer Intels sonstige Taktik kennt, der weiß, dass dies sehr weit von der üblichen Vorgehensweise des Konzerns entfernt ist, der es normalerweise auf hohe Gewinnmargen anlegt.

Intel musste erkennen, dass dies durch den Konkurrenzdruck im Smartphone-Markt aber nicht funktionierte. Wie sieht nun die Zukunft aus? Intel hat zwar SoFIA und Broxton offiziell eingestampft, könnte aber natürlich langfristig dennoch wieder SoCs für mobile Endgeräte entwickeln – mit einer anderen Strategie. Vorerst scheint es das aber gewesen zu sein.



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Über den Autor: André Westphal

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