Im Test: Promise Pegasus R6

28. April 2012 Kategorie: Backup & Security, Hardware, geschrieben von:

Eines der wenigen Peripheriegeräte, die das Thunderbolt-Protokoll unterstützen, ist das Promise Pegasus. Es handelt sich dabei um eine Hardware-RAID-Lösung mit 4 (R4) oder 6 (R6) Festplatteneinschüben. Ich habe mich in diesem Test für die größere Variante mit 6 Festplatteneinschüben entschieden, da diese mit deutlich mehr Performance auftrumpft (dazu später mehr). Wenn man sich einmal die RAID-Box anschaut, sieht man zunächst vorne nebst einem Power-Button die Festplatteneinschübe, welche jeweils mit 2 LEDs beschriftet sind für die Aktivität und Zustand.

Öffnet man einen der Hot-Swap-fähigen Laufwerkschächte, ragt eine Hitachi Deskstar 7K1000.C mit 7200 U/min heraus. Je nach Variante verbaut Promise 1 oder 2TB Festplatten. Im Test hatte ich die 1TB Variante, welche unter Volllast laut Hersteller nur 78 Watt benötigt und somit zu den stromsparenden Modellen gehört. Diese kann jeweils mit einem der RAID-Modi 0, 1, 50, 6, 60 und 10 konfiguriert werden.

Ausgeliefert wird das Gerät mit einem RAID 5, jedoch verwende ich für die folgenden Benchmarks zunächst einen RAID 0, (d.h. keinerlei RAID-Verbund und somit geringere Ausfallsicherheit) da dieser mehr Performance bietet. Der RAID-Modus kann unkompliziert durch die mitgelieferte Software verändert werden. Zunächst jedoch einige Bilder vom Gerät sowie der Programmoberfläche.

 

Die sehr schön animierte Benutzeroberfläche lässt den Benutzer viele Änderungen sehr unkompliziert vornehmen, da alle Festplatten visuell dargestellt werden. So lässt sich unkompliziert beispielsweise ein RAID-Modus verändern oder ein Log zu den Festplatten aufrufen.

Was hierbei sicherlich spannend ist, ist die Performance. Ich habe zwei erste Benchmarks durchlaufen lassen. Beide Benchmarks liefen auf einem MacBook Pro 13″ mit 8GB RAM und einer 120GB SSD von Intel. Im Folgenden die Werte mit und ohne Speichern von Cache-Dateien für 4096×2160 10-bit RGB-Dateien. Beide Benchmarks wurden mit dem AJA-Benchmark-Tool vorgenommen.

Der erste Screenshot zeigt den Wert inklusive Cache und der zweite ohne Cache. Auffällig ist der sehr hohe Wert beim Lesen, wenn das System die Dateien cached – also kurzzeitig in den RAM verlagert. Bei Dateien dieser Größe (8GB) ist das möglich, da der RAM ebenfalls exakt diese Größe hat.

Da Dateien dieser Größe aber selten in der realen Benutzung vorkommen, habe ich mich entschlossen von diesem System in einem Jahr nochmals zu berichten – eine Art Langzeiterfahrung sozusagen. Natürlich benutzt man – im Gegensatz zum aktuell eingesetzten RAID 0 – eine etwas sichere Variante wie den RAID 5. Somit hat man zwar etwas weniger Performance und rund 1TB weniger Kapazität, jedoch hat man so etwas Ausfallsicherheit.

Der Hersteller gibt bei diesem Spitzenmodell eine Performance von rund 800 MB/s an, jedoch variiert diese natürlich abhängig von den Einsatz-Faktoren. Sicherlich richtet sich das System eher an kleinere Firmen, da solche Kapazitäten eher selten im Heimgebrauch benötigt werden. Für Grafikarbeiten mit Photoshop, Videobearbeitung mit Avid und Final-Cut oder schlicht als „zentraler Datengrab“ für zu Hause macht es eher mehr Sinn.

Eine Feinheit, die mir sehr gefällt an dem System, welches für mich auch ein entscheidendes Kaufkriterium ist, sind die zwei Thunderbolt-Anschlüsse. So kann man beispielsweise sein Apple Cinema Display an das Thunderbolt-RAID anschließen und dann das Pegasus an den Mac. So spart man sich dank der Chaining-Funktion (Kettenschaltung) von Thunderbolt viele Kabel.

Die Performance auf dem Papier ist dennoch beeindruckend und für viele ein Kaufargument. Doch gibt es leider auch zwei Negativ-Argumente. Zum Einen liegt kein Thunderbolt-Kabel bei und zum Anderen kostet das Gerät eine ganze Menge Holz. Der Preis beläuft sich auf insgesamt 1599€ + 49€ für das Kabel für das Modell mit 6 Festplatten-Einschüben á 1TB Festplatten.

Natürlich ist der Preis stolz, jedoch muss man bedenken, dass sich bereits 6 Festplatten darin befinden, die aktuell nicht gerade günstig sind (gerade wegen der „Festplatten-Krise“, die durch die Überschwemmungen hervorgerufen wurde). Bei der Verarbeitung wurde auch nicht gespart. Alles ist sehr wertig verarbeitet und erinnert vom Design her an ein Mac-Zubehör.

Letztendlich muss jeder für sich abwägen, ob er das Geld über hat für das Gerät. Wie bereits oben geschrieben, werde ich mich mit meinem Fazit zunächst enthalten, da das Gerät sich erstmal im Alltag beweisen muss. Der erste Eindruck ist jedoch sehr, sehr gut.


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Über den Autor:

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