Ich glaube wieder an das Gute im Menschen

21. Dezember 2009 Kategorie: Internet, Privates, geschrieben von:

Ich möchte euch eine kleine Geschichte erzählen. Eine Geschichte, die sich eben ereignete. Aber mal der Reihe nach. Die Dauerleser werden sicherlich Bene kennen. Bene ist fleißiger Kommentator und mein AutoIt-Gott. Er ist für den neuen Firefox-Loader verantwortlich, als auch für Thundersave, Operasave, Firesave und und und. Ich kenne Bene nur aus dem Netz. Ab und an unterhalten wir uns via Messenger. Eigentlich sehr regelmäßig. Logischerweise unterhält man sich auch privat. Bene hat einen Hirntumor.

Bene konnte nicht mehr regulär arbeiten (als Programmierer), hat aber trotz seiner Erkrankung den Schritt des Freiberuflers gewählt. Er wollte nützlich sein. Doch alles hat seine Tücken. Freiberufler (oder Angestellter) heisst: nicht das volle Programm im Krankheitsfalle von Vater Staat. In seinem Falle: 175 Euro monatlich Zuzahlung für Medikamente. Das alles hat seine Ersparnisse gekostet. Nun die neue Diagnose: der Tumor ist gewachsen, Bene muss am 05.01.2010 wieder zur Behandlung ins Krankenhaus.

Heute plauderten Bene und ich wie so oft. Er zeigte mir seine neuen Tool-Ideen und ich war der „Ausprobierer“ ob auch alles geht. Seine Frage war beiläufig: „kennst du jemanden, der günstig ein Notebook verkauft?“ Jau, Bene wollte im Krankenhaus coden. Sich ablenken. Er fragte mich: „haste noch Ideen für neue Tools?“.

Irgendwie hatte ich einen Kloß im Hals. Ich wollte etwas tun, schließlich hat Bene geile Tools für das Blog – also auch für mich und die Leser in seiner Freizeit erstellt. Ich fragte eher beiläufig via Twitter:

Nein, ich mache so etwas normalerweise nicht. Es gibt Probleme. Immer und überall. In jedem Bekanntenkreis. In jeder Stadt. Und man kann definitiv nicht allen und jeden helfen. Man muss seine Grenzen stecken. Sonst belastet man sich vielleicht selbst zu sehr. Manchmal kann eben Unwissenheit ein Segen sein.

Das Ergebnis war bombastisch. Jede Menge Retweets und jede Menge Angebote. Bargeldspenden und kostenlose Notebooks wurden sofort angeboten. Thorsten Zoerner, Kristin Nickelsen, Thomas Pfeiffer, Marc Thomalla und viele weitere (Parkrocker, Josef, Chris, Christian u.v.m) boten sofort Hilfe an (ich hoffe mir ist niemand böse, wenn ich euch vergessen habe). Ende vom Lied: einige Mails und Telefonate später hatte Bene sein Netbook (Asus Eee 901): geschenkt (von Thorsten).

Ich habe dann noch ca. 45 Minuten mit Bene telefoniert. Über seine Krankheit und vieles mehr. Er sagt vielen Dank an alle und hat noch eine Bitte: schlagt in den Kommentaren doch mal eure Ideen für kleine Tools vor. Er möchte ja noch ein wenig coden Im Krankenhaus 🙂

Eigentlich ist es nicht meine Art über so etwas zu schreiben. Ich gehöre zur Sorte Mensch: tue etwas Gutes und sprich nicht drüber. Aber in diesem Falle brauchte ich schnell und speziell Hilfe. Und da hat mir das Web geholfen. Social Social Media quasi. Ich bin von der Anteilnahme der Menschen überwältigt und überrascht – und zutiefst dankbar.

Auch wenn ich Sachar und seine Aktion „Rettet den kleinen Blumenladen“ zuerst nicht verstanden habe. Jetzt raffe ich es. Er fragte auch um Hilfe. Für einen durch Krankheit in die Misere geratenen Blumenhändler mit Herz. Und deshalb die Bitte an die, die ihr Book verschenken wollten: lest euch Sachars Geschichte durch (war auch im TV!), vertickt das alte Book bei eBay und unterstützt vielleicht den kleinen Blumenladen. Und wenn ihr das nicht wollt: macht einfach mal was. Nicht nur weil Weihnachten ist. Weil wir Menschen sind. Jeden Tag.


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Über den Autor:

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