Ich blogge jetzt 8 Jahre und wollte euch was sagen

4. März 2013 Kategorie: Privates, Windows

Als ich am 4. März 2005 die Blogging-Software b2evolution installierte, konnte ich nicht ahnen, dass sich dadurch irgendwann einmal mein ganzes Leben verändern würde. Und wie es sich in den acht Jahren durch das Blog verändert hat! Ich installierte die Blogging-Software um mich über die unwichtigen Dinge des Lebens auszulassen. Ohne Hintergrund – und mit Hang zu einem fast dümmlich wirkendem Humor.

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Eine Frage, die ich heute noch beantworten muss: woher kommt der Domainname und was sagt die Stadt dazu? Ich habe die Frage schon 100 Mal beantwortet. Die Domain war frei, ich habe mir damals nichts dabei gedacht, hatte auch noch ein paar andere Domains rumfliegen. Nein, die Stadt ist nie auf mich zugekommen, um mir den Bürostuhl unter dem Hintern wegzuklagen.

 

Fakt ist: ich wusste damals einfach nicht, welchen Drive mein neues Hobby bekommt. Technisch interessiert bin ich schon immer gewesen, habe damals bei PC-Spezialist als Technischer Leiter gearbeitet und habe von morgens bis abends Rechner zusammen geschraubt, konfiguriert, eingerichtet und eben alles, was dazu gehört. Danach ging es dann zu einem Saturn-Markt,  wo ich mich dann nach ein paar Jahren als Verkaufsleiter-Assistent der Neuen Medien verabschieden durfte.

Ich springe mal in die Bresche: es ist ein Irrglaube, dass bei Media Markt und Saturn nur die Menschen arbeiten, die als Kind immer beim “Versteck spielen” gewonnen haben. Es gibt viele, die haben richtig Ahnung von ihrem Gebiet. Einige könnten aber auch besser Schuhe verkaufen. Danach ging es direkt in die Arbeitslosigkeit. Unendliche Monate. Schlechteste Zeit meines Lebens. Bewerbungen hier, Bewerbungen da. Dennoch Blog. Gedanken und Wissen auslagern und teilen. Weitermachen – das Leben singt keine Kinderlieder.

Ich war schon früher, also vor dem Blog, in Communities aktiv, in denen der Wissensaustausch groß geschrieben wurde. Nach ein paar Monaten dann das Angebot, beruflich für die Powerflasher aus Aachen zu bloggen. Nach knapp einem Jahr warf ich trotz großer Dankbarkeit das Handtuch und wechselte als “Werksblogger” zu notebooksbilliger. Nach über zweieinhalb Jahren passte mir das Korsett nicht mehr.

In den ganzen Jahren bloggte ich hier weiter, das Blog wurde größer und bekannter. Es ist eine riesige Ehre für mich, für so eine Masse an Menschen zu bloggen. Meistens denke ich nicht drüber nach, wäre mir irgendwie ein wenig unangenehm. Letztes Jahr machte ich mich dann komplett selbständig. Irgendwann muss man das mal versuchen. Man kann alles versuchen, man kann auch 10x hinfallen, man darf nur eines nicht vergessen: man muss wieder aufstehen! Und so bin ich also seit dem 1.7.2012 auf eigene Faust unterwegs.

Geflasht, wie viele Steuern man zahlen kann. Geflasht, wie teuer eine Krankenkasse ist. Geflasht, wie viel man für die Altersvorsorge tun muss, denn bis ich alt bin, hat Vater Staat die Hosen ganz weit unten.

Schon die Oma wusste: von nichts kommt nichts – und so blogge ich seit Jahren so 12 – 14 Stunden am Tag. Hier Foren und soziale Netzwerke, dazu unendliche Newsquellen und Austausch.

Kann man davon leben? Anscheinend, wobei die Schreiberei auch Vorteile hat: ich spiele und schraube nicht mehr soviel am Rechner rum, wie früher. Früher konnte ich schon davon ausgehen, dass ein Teil des Gehaltes in neue Hardware geht. Ich war schon immer so. Aufrüsten, aufrüsten – und wenn Neues kam, dann wurde das alte wacker verkauft und neue Hardware kam auf den Tisch. Ich bin sparsam.

Wie sich dieses Blog mit mir finanziert? Es gibt hier keine Schleichwerbung. Ich habe einen Vermarkter, der sorgt für Bannerwerbung. Ebenfalls kommt Google Adsense zum Einsatz, unter dem Beitrag Plista und in der Sidebar findet ihr HostEurope und getgoods. HostEurope stellte den Server, bei getgoods bin ich auch noch als Blogger tätig. Ebenfalls bei der Deutschen Messe AG und bei klarmobil. Das sind die Sachen, die ich dann noch neben den 12-14 Stunden dieses Blogs mache :) Für eine Fernsehrolle als dicker Johnny in einer Eis am Stiel-Neuauflage hat es ja leider nicht gelangt ;) Weil immer gefragt wird: ja, ich bekam schon Kaufangebote für dieses Blog und auch schon mehrere Angebote, für größere (Online-)Magazine zu schreiben. Habe ich nie großartig drüber nachgedacht. Warum auch. Ich bin derzeit frei wie ein Vogel.

Heute? Heute bin ich auch erst einmal 8 Jahre älter. Regenerierungszeiten nach Feiern sind länger, die Haare grauer, kürzer und weniger. Dennoch: der Spaß zum Bloggen ist immer noch da – heute mehr denn je. Ob ich Motivation brauche? Ach was! Ich stehe morgens auf, habe eine “Gooooooooood Moooorning, Vietnam!” im Kopf und versuche, den Lesern Neuigkeiten aus der Welt der Technik auf eine lockere, verständliche Art zu kredenzen. In der Hirse bin ich in den Jahren nicht älter geworden – eher nachdenklicher, vernünftiger. Das Leben schleift einen Menschen.

Der Austausch mit vielen von euch ist einfach das größte Lob. Wenn mir jemand schreibt, dass er dieses Blog gerne liest, er diesen und jenen Tipp noch nicht kannte, da freue ich mich dann wirklich wie ein kleiner Junge. Dennoch: man macht sich natürlich nicht nur Freunde bei der Masse an Lesern. Aber ich denke, dies ist normal.

Wir haben so viele Charaktere und Schichten in Deutschland, da ecke ich mit manchen Aussagen garantiert an. Ganz ehrlich? Stört mich nicht und sollte euch im Leben auch nicht stören. Mein Motto? Man kann es nicht jedem Recht machen! Versucht das auch nicht. Jeder Leser, den ich zum Beispiel während der CeBIT die Hand schütteln darf, ist mir 1000x wichtiger, als irgendein Kommentar, der anonym versucht, die Leser oder mich zu beleidigen.

Ich habe solche Leute schon zum Bier eingeladen, damit sie mir mal die Meinung geigen können. Hat leider noch keiner gemacht. Solltet ihr auch bloggen und diese Menschen kennen, dann ärgert euch nicht über die, sondern freut euch über die, die gerne bei euch lesen und konstruktiv Kritik äußern können.

Womit wir beim bloggen wären. Ich finde, es sollten noch viel mehr machen. Also bloggen. Man liest ja immer, dass Blogs tot sind. So ein Bullshit. Blogs werden immer mehr. Jeder ist ein eigener Sender. Der eine macht Food, der andere Autos, der andere Schminke oder Mode. Ich mache halt Technik-Gedöns. Aber wichtig ist: macht es! Ich will euch lesen! Unabhängige Stimmen, die mir von ihren Erfahrungen in 1000 Kategorien des Lebens erzählen!

Ich wurde letztens auf ein Blog hingewiesen, wo ein übergewichtiges Mädel bloggt. Da müsst ihr euch mal die Kommentare reinziehen. Was für Arschlöcher es gibt. Aber ich sage euch was: das Mädel hat Cochones! Etwas schreiben, was anderen nicht gefällt und dennoch weitermachen. Super! Man muss kein Raketenforscher sein, wenn man bloggen will. Man muss es einfach wollen, etwas zu sagen haben. Studiert? Nicht? Scheiß egal, wenn du eine Stimme, Enthusiasmus  – und bestenfalls noch etwas Empathie hast.

Was ich eigentlich in nur wenigen Worten schreiben wollte: Ich bin dankbar für jeden Leser, der gerne hier liest – der etwas aus diesem Blog mitnimmt. Und ich bin super dankbar, dass ich meiner Berufung nachgehen darf. Und natürlich danke ich meiner Nadine, die durch meine Berufung weniger von mir hat, als mancher Netzbewohner. Aber in den Jahren haben es Nadine und ich perfektioniert, gemeinsame Zeit intensiv zu erleben, zu nutzen. Keine Selbstverständlichkeit.

Ich danke jedem, egal ob er per RSS-Feed, Twitter, Facebook, Google+ oder anders mitliest. Ihr seid ein Grund, warum ich dieses machen darf und will. DANKE für acht lange Jahre und auf die nächsten….keine Ahnung.

Und wenn ich mal ein halbkluges Statement abgeben dürfte –  so öffentlich quasi: Versucht, trotz aller Widrigkeiten und Knüppel, die einem das Leben zwischen die Beine wirft, ein guter Mensch zu sein. Macht, dass diese Welt einfach einen kleinen Ticken besser ist – zumindest menschlich.

Was? keine Verlosung? Doch – mache ich wohl morgen.

Du hast das Wort.

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Über den Autor: caschy

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