HTC One mini ausprobiert

25. August 2013 Kategorie: Android, Hardware, Mobile, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Das HTC One mini verfolgt wohl den gleichen Ansatz wie die Samsung Konkurrenz. Ein großer Name wird für ein kleineres Gerät mit schwächeren Komponenten hergenommen, um auch das Feld der Mittelklasse zu erobern. Ob dies mit dem HTC One mini gelingt, habe ich mir die letzten Wochen angeschaut.

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Das Gerät mit dem 4,3 Zoll-Display ist gar nicht so mini, wie der Name vielleicht implizieren mag. Es ist nur geringfügig kürzer als ein Nexus 4, dafür aber ein gutes Stück schmaler. Dafür ist es länger und auch breiter als ein iPhone 5. Von mini kann man also wirklich nicht reden. Es sei denn man nimmt die 5-Zoll+-Boliden als Vergleichsobjekt.

Die technische Ausstattung im HTC One mini fällt natürlich schwächer aus, als die des HTC One. Hier die Details:

  • Display: 4,3 Zoll, 720 x 1280, IPS, 341 ppi
  • Prozessor: Qualcomm Snapdragon 400, Dual-Core, 1,4 GHz
  • Speicher: 16 GB (11 verfügbar), 1 GB RAM
  • Kamera: 4 Megapixel (Ultrapixel-Kamera), 1,6 Megapixel Frontkamera), LED-Blitz
  • HTC Boomsound: Stereo-Frontlautsprecher, integrierter Verstärker
  • Akku: 1.800 mAh, nicht austauschbar
  • Größe: 132 x 63,2 x 9,25 mm
  • Gewicht: 122 Gramm

 

Optik und Haptik

Das HTC One mini hat ein Aluminium- / Kunststoff-Mix-Gehäuse, das sauber verarbeitet ist. Keine Spalten, kein Knarzen, keine Hinweise auf die typischen Kunststoffeigenschaften, die uns Geräte gerne als Plastikbomber bezeichnen lassen. Man merkt dem Smartphone an, dass es hochwertig wirken soll. Dies tut es auch, allerdings mit kleinen Abstrichen.

Sowohl die Alu-Applikationen auf der Rückseite, als auch die Lautsprecherabdeckungen auf der Front wirken aufgesetzt, nicht wie ein Unibody Metallgehäuse. Nahezu wie Aufkleber. Das HTC One mini lässt sich trotzdem gut anfassen, aber es wirkt eben auf mich (Achtung, subjektiver Eindruck) wie „wir müssen unbedingt Alu verbauen“.

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Dennoch, das Gerät fühlt sich hochwertig an, sieht hochwertig aus und vor allem ist es sehr kompakt. Die kompakte Linie des Geräts wird nur durch die drei Buttons für Lautstärke und Standby unterbrochen. SIM-Karten-Slot und USB-Anschluss sind ebenfalls auf dem Rand des Geräts untergebracht, fallen aber nicht weiter auf.

Insgesamt ist das HTC One mini wohl eines der am besten verarbeiteten Geräte der Mittelklasse und man hat irgendwie auch nicht das Gefühl als würde es gleich in tausend Teile zerspringen, wenn es einmal fällt (das wollte ich mit dem Testgerät nicht ausprobieren).

Display

Während man beim HTC One ein Full HD Display vorfindet, muss man beim One mini mit einem 720p Display Vorlieb nehmen. Das Display liefert kräftige Farben, hat eine hohe Blickwinkel-Stabilität und ist mit seiner Größe auch einhändig noch gut bedienbar.

Menschen mit Adleraugen können sicher einzelne Pixel auf dem Display wahrnehmen, im normalen Gebrauch sind diese aber nicht zu erkennen. Die Auflösung ist für die Größe für mich zumindest völlig ausreichend.

In direktem Sonnenlicht macht das Display einen guten Eindruck. Klar gibt es starke Spiegelungen, die Leuchtkraft ist aber ausreichend, um Inhalte noch gut zu erkennen.

Kamera

HTC hat im One mini eine Ultrapixel-Kamera verbaut. Diese soll in allen Situationen tolle Bilder machen. Nun weiß ich nicht, ob es an meinem Testgerät liegt oder es generell so ist, aber in der Mitte des Bildes wird immer ein pinkfarbener Schleier angezeigt. Ich lade Euch hier einfach ein paar Beispielbilder rein (man sieht den rosa Schleier nicht direkt) und überlasse Euch die Beurteilung.

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Die Kamera reagiert auf jeden Fall unglaublich schnell, Funktionen wie Best Picture sind das Sahnehäubchen und machen wirklich Spaß. Auch die vorhandenen Live-Filter sind gut und erlauben eine gewisse Kreativität bei den Aufnahmen.

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Weiter unten im Beitrag findet Ihr noch weitere Beispielfotos der Kamera. Sie liefert sicher nicht die beste Qualität, reicht aber locker für die meisten Situationen aus.

Sound

Da HTC das One mini mit BoomSound und beatsaudio ausgestattet hat, gibt es hier einen extra Punkt für den Sound. Die nach vorne gerichteten Lautsprecher sind gut, aber nicht hervorragend. Die Lautstärke ist über die Lautsprecher recht hoch. Man kann damit locker einen kleinen Raum beschallen, allerdings fehlt mir persönlich etwas der Druck dahinter.

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Man sollte aber nicht vergessen, dass die Lautsprecher auf der Front sehr viel Platz einnehmen, was letztendlich zu einem größeren Gerät führt. Ob es das wert ist? In meinen Augen nicht unbedingt, wer sich das One mini wegen der Lautsprecher holt, wird dies aber in Kauf nehmen.

Die Soundausgabe über Kopfhörer ist ebenfalls gut, ob es nun besser ist als andere Geräte? Tja, dafür ist mein Gehör vermutlich zu alt, ich kann da keinen Unterschied feststellen.

Täglicher Gebrauch

Im täglichen Gebrauch machte das HTC One mini eine gute Figur. Gut genug, um auch einmal das iPhone zu Hause zu lassen. Android 4.2.2 mit HTC Sense läuft sehr flüssig, das Gerät hat genug Power für aktuelle Games und der Akku hält den Tag durch (bei meiner Nutzung, das ist bei jedem anders).

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Es gibt Gerüchte, dass mit einem Smartphone auch noch ab und zu telefoniert wird. Die Lautstärke und die Qualität bei Gesprächen sind bei beiden Gesprächspartnern sehr gut, hier gibt es nichts zu bemängeln. Nur die Empfangsleistung wunderte mich etwas, ich hatte in der Regel 2 „Striche“ weniger Empfang als mit dem Nexus 4 oder iPhone 5. Während der Nutzung merkte ich davon nichts, es ist aber durchaus möglich, dass es dadurch in schlechter versorgten Gebieten zu Problemen kommen kann.

Ein kleines Detail von nicht einmal 1mm Durchmesser ist sehr schön in das Smartphone integriert. Die Benachrichtigungs-LED. Sie sitzt unter einem der Löcher für die Lautsprecher und ist trotz ihrer dezenten Platzierung sehr gut wahrnehmbar, ohne ganze Räume auszuleuchten.

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Der Speicher des HTC One mini ist nicht erweiterbar. Für viele ein absolutes No-Go, ich selbst störe mich da nicht dran. Von den 16 GB, die das Gerät mitbringt, sind 11 GB nutzbar. Das reicht für die zahlreiche Apps und Bilder, wer seine Musik oder gar Filme für unterwegs speichern will, wird jedoch schnell an die Grenzen stoßen.

Android 4.2.2 mit HTC Sense Oberfläche ist nichts für Android-Puristen. HTC geht mit Sense seinen eigenen Weg, die Bedienung ist entsprechend unterschiedlich. Hier hilft nur Ausprobieren, ob es für einen etwas ist, oder man flasht sich eben eine Custom-Rom. Man findet sich in den Menüs schnell zurecht, die Features wie Blink-Feed sind ebenfalls gar nicht so verkehrt, wenn man sie denn nutzen möchte.

Fazit

Das HTC One mini ist ein sehr ausgewogenes Smartphone. Man erhält eine absolut saubere Verarbeitung und die verbauten Komponenten reichen allemal aus, um das Smartphone flüssig in Betrieb zu halten. Das ist in der Mittelklasse nicht selbstverständlich und hat mich doch ein wenig überrascht.

Knapp vier Wochen hatte ich das HTC One mini. Was soll ich sagen? Es ist ein sehr cooles Gerät, vor allem wenn man keine Display-Diagonalen braucht, die eher an Tablets als an Smartphones erinnern. Wer auf der Suche nach einem kompakten Androiden ist, sollte sich das One mini einmal genauer anschauen.

Beim Elektronik-Dealer Eures Vertrauens sollte das HTC One mini bereits verfügbar sein. Auch wenn der Preis noch jenseits der 400 Euro liegt, kann man keineswegs davon sprechen, dass das Gerät überteuert wäre. Beim Samsung Galaxy S 4 mini gibt es ja auch diese Preisdiskussion, ich schätze das HTC One mini jedoch hochwertiger ein.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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