HP Deskjet 3720: Kompakter Multifunktionsdrucker ausprobiert

10. Juli 2016 Kategorie: Hardware, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_hp_dj_3720Ich bin ein Mensch, der seit den 90er Jahren des letzten Jahrtausends eine Abneigung gegen Drucker für den Hausgebrauch hat. Das liegt sicher viel an meiner Nutzung, aber ich behaupte einmal, ich habe in meinem Leben mehr Drucker als Tinte gekauft, weil immer irgendwas war. Bis zu einem Zeitpunkt vor ein paar Jahren. Wieder einmal wollte der Drucker nicht so wie ich. Ich schaffte mir einen gebrauchten Laserdrucker (schwarz/weiß) an und habe seitdem Ruhe. Und ein Problem. Farbausdrucke nämlich. Dafür noch einen zweiten Drucker anschaffen? Wäre ja auch wieder quatsch, aber genau darauf wird es nun wohl hinauslaufen.

Der HP DeskJet 3720 trudelte hier zum Test ein, HP verspricht das kompakteste All-in-One-Gerät (Drucken, Scannen, Kopieren) und der Drucker erscheint auch gar nicht wie das typische All-in-One-Gerät, sieht mit seiner Grundfläche von 40,5 x 18,9 cm eher wie ein reiner Drucker aus. HP positioniert den Drucker als perfekten Drucker für Digital Natives, dazu zählt nicht nur die Kompaktheit, sondern auch die Nutzung.

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Etwas überraschend empfand ich den Lieferumfang. Da lag nämlich auch eine Installations-CD bei. Braucht man zum Glück nicht (zum Glück, weil ich ebenfalls seit Jahren kein solches Laufwerk mehr in meinem Haushalt habe), aber wenn man sie vielleicht doch einmal braucht, hat man sie. Ebenfalls ist ein USB-Kabel dabei, was bei Druckern generell nicht selbstverständlich ist und in diesem Fall eigentlich auch gar nicht nötig. Aber auch hier gilt: Haben ist besser als brauchen.

Denn wie richtet man einen Drucker für Digital Natives ein? Natürlich per App. HP All-in-One Printer Remote nennt sich die für Android, iOS und Windows verfügbare Lösung. Das heißt beim Einrichten dann nur noch Drucker auspacken, Stromkabel anschließen, Setup-Patronen einlegen und loslegen. Die App führt durch die erstmalige Einrichtung, alles ist verständlich erklärt und am Ende befindet sich der Drucker im WLAN und kann von anderen Geräten angesprochen werden. Funktionierte hier tadellos, wobei ich offen gestehen muss, dass ich den Drucker nicht mit einem Windows-Gerät testen konnte. Allerdings sehe ich auch keinen Grund, warum es unter Windows zu Problemen kommen sollte.

HP All-in-One Printer Remote
HP Deskjet 3720: Kompakter Multifunktionsdrucker ausprobiert
Entwickler: HP Inc.
Preis: Kostenlos
  • HP All-in-One Printer Remote Screenshot
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  • HP All-in-One Printer Remote Screenshot
  • HP All-in-One Printer Remote Screenshot
  • HP All-in-One Printer Remote Screenshot
  • HP All-in-One Printer Remote Screenshot
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Drucken, Scannen, Kopieren, das sind die Funktionen des HP DeskJet 3720. Direkt am Gerät kann man ohne weitere Geräte kopieren. Durch die kompakte Konstruktion des Druckers bietet sich einem hier kein Flachbettscanner, sondern das Scanobjekt wird durch den Scanner gezogen. Das hat nicht nur Vorteile.

Die Führung beim Scannen lässt sich mehr erahnen, als dass sie wirklich das Papier führt. Man hat aber schnell raus, wie man das Blatt am besten ansetzt, damit das Ergebnis auch gerade ist. Bei der Kopier-Bedienung direkt am Gerät kann man zudem auswählen, ob man bunt oder schwarz-weiß kopieren möchte. Die Tasten sind klar bebildert, das LC-Display zeigt die WLAN-Empfangsstärke sowie die Anzahl der Kopien. Außerdem lässt sich per Knopfdruck eine Testseite ausdrucken, ein Druck abbrechen oder Papier „im Leerlauf“ durch den Drucker jagen.

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Der gesamte Kopiervorgang geht flott vonstatten. Scans werden mit einer Auflösung von bis zu 600 dpi angefertigt, gescannt wird entweder über die App, man kann zum Beispiel aber auch über OS X-Bordmittel zugreifen. Ein Nachteil der Konstruktion ist der Einzelblatteinzug beim Scannen. Getackerte Papierstapel lassen sich nicht mal eben für schnelles Kopieren umknicken, jedes Blatt möchte einzeln durch den Scanner laufen. Für Nutzer, die wenig scannen, ist das akzeptabel. Wer häufiger scannt, ist mit einem größeren Gerät inklusive Flachbettscanner aber besser bedient.

Nun aber zum Drucken, dem nach wie vor wichtigsten Teil eines Druckers, würde ich meinen. Schwarz-Weiß-Ausdrucke auf normalem Papier, Farbausdrucke auf normalem Papier. Sie sehen ordentlich aus und kommen je nach Druckdichte auch schnell aus dem Gerät. Der Hersteller gibt 8 Seiten schwarz und 5,5 Seiten farbig pro Minute an. Natürlich druckt ein High-End-Gerät noch schneller und vielleicht auch noch sauberer (nein, das ist keine Kritik an den Ausdrucken dieses Druckers), aber man darf halt auch nicht vergessen, dass man hier ein 80 Euro All-in-One-Gerät nutzt. 4800 x 1200 dpi liefert der Drucker, der leider keinen Duplex-Druck beherrscht. Möchte man also beidseitig drucken, muss man den Ausdruck erneut einlegen, am besten auf Anhieb richtig herum.

Ausdruck HP Deskjet 3720, Helvetica 12pt

Ausdruck HP Deskjet 3720, Helvetica 12pt

Der Drucker geht auch mit verschiedenen Papierformaten (bis DIN A4) um, man muss in diesem Fall nur die Führung der Papierzufuhr anpassen. Besonders praktisch, falls man die verfügbaren Social Media Snapshot Sticker von HP verwendet (13 x 10 cm). Passend dazu gibt es auch eine App für Android und iOS, mit der man Bildern den richtigen Rahmen verleihen kann. Coole Kombination, um mal eben schnell eine bleibende Erinnerung auszudrucken. Die Sticker sind wieder ablösbar und erfreuten sich hier vor allem bei Frau und Kind großer Beliebtheit. Ja, bei mir auch, aber das wirkt dann ja gleich wieder so verspielt.

HP Social Media Snapshots
HP Deskjet 3720: Kompakter Multifunktionsdrucker ausprobiert
Entwickler: HP Inc.
Preis: Kostenlos
  • HP Social Media Snapshots Screenshot
  • HP Social Media Snapshots Screenshot
  • HP Social Media Snapshots Screenshot
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Die Druckkosten sind ein Detail, das man bei der Anschaffung eines Druckers berücksichtigen kann, aber auch nicht wirklich muss. Der DeskJet 3720 ist kein Drucker für Menschen, die permanent drucken, ich persönlich würde eine Kaufentscheidung in diesem Bereich nicht von der Tinte abhängig machen. Die schwarze Patrone (Normalgröße) kostet, ebenso wie die bunte Version (auch Normalgröße), bei Amazon rund 13 Euro. HP gibt ca. 120 Seiten für schwarze Ausdrucke an, ca. 100 sind es bei der Farbpatrone. Diese Werte können je nach Ausdruck jedoch variieren.

Ich behaupte einfach einmal, so rein aus persönlicher Erfahrung, dass die Zielgruppe eines solchen Druckers nicht darauf schaut, was pro Ausdruck vom Konto geht. Es wird Tinte gekauft, wenn sie leer ist, fertig. Wobei HP hier auch einen noch einfacheren Weg anbietet: Instant Ink.

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Über Instant Ink bezahlt man seine laufenden Druckkosten nicht nach der Anzahl der verwendeten Patronen, sondern pro Blatt. Es gibt verschiedene Pakete, die bei Mehrbedarf auch unkompliziert erweitert werden können. Auch können nicht getätigte Drucke bis zu einer gewissen Anzahl angesammelt werden.

Im kleinsten Paket zahlt man so 6 Cent pro Ausdruck, im größten sind es etwas über 3 Cent (300 Ausdrucke für 9,99 Euro pro Monat). Benötigt man mehr Ausdrucke, möchte aber das Paket nicht wechseln oder ist bereits im größten, gibt es für einen Euro 15 Ausdrucke im kleinsten, 20 im mittleren und 25 im größten Paket. Also leicht teurer als der Paketpreis selbst, aber meiner Meinung nach durchaus im Rahmen.

Instant Ink wird monatlich bezahlt, geht die Tinte im Drucker zur Neige, löst dieser quasi eine Bestellung aus und es kommt Nachschub nach Hause. Es wird auch nicht die Art des Ausdrucks unterschieden, man zahlt für einen Foto-Ausdruck also genauso viel wie für die E-Mail, die man für Großmutter ausdruckt. Super praktisch, wenn es zum Nutzungsverhalten passt. Für meine Bedürfnisse wäre selbst das kleinste Paket überdimensioniert.

Ausdruck HP DeskJet 3720, via Snapshot-App auf Social Media Snapshot Fotopapier

Ausdruck HP DeskJet 3720, via Snapshot-App auf Social Media Snapshot Fotopapier

Fazit

Der HP DeskJet 3720 präsentiert sich fast schon als Lifestyle-Produkt, was bei Druckern sicher wesentlich schwerer zu transportieren ist als bei einem Smartphone. HP versucht es mit fröhlichen Farben, Social Media Fotopapier und einer zeitgemäßen Bedienung, egal welches Endgerät man verwendet. Gelungener Versuch, zu dem auch die Instant Ink-Geschichte gut passt. Mal schnell eine Kopie anfertigen, dafür muss man sich kein riesiges Gerät in die Bude stellen.

Die einfache Einrichtung und das zuverlässige Arbeiten im heimischen WLAN sind toll, auch wenn man das heutzutage wohl einfach erwarten darf. Das Verhältnis von Preis und Leistung halte ich in diesem Fall für angemessen, die Foto-Sticker sind auch eine schöne Sache, werden aber erst durch die App „druckerspezifisch“. Was soll ich sagen, ich habe mir den Drucker nach dem Test gekauft, weil er perfekt in mein Nutzungsverhalten passt. Aber es ist halt dennoch nur ein Drucker, mein Lifestyle wurde dadurch leider nicht aufs nächste Level gehoben.


 

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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