Homee: Ein erster Blick auf die Smart-Home-Zauberwürfel

10. September 2017 Kategorie: Smart Home, geschrieben von: caschy

Schaut man sich im Bereich Smart Home um, dann darf man festhalten: Da hat sich ein wenig was getan. Kommt mir noch nicht so lange vor, da hab ich auf die ganzen Insel-Lösungen geschimpft. Für jeden Kram brauchte man ein Konto, eine separate App und das Zusammenspiel war oft mangelhaft. Nicht falsch verstehen: Im Bastler-Bereich geht da schon immer mehr als im Consumer-Bereich, der erst etwas aufgeholt hat.

„Schuld“ an der Verbesserung sind natürlich auch smarte Assistenten wie der von Google, Amazon, Microsoft und auch Apple. Man wirft denen einen Befehl zu und im besten Falle wird dieser interpretiert. Und mit viel Glück haben wir ein System in den eigenen vier Wänden, welches sich recht verbindungsfreudig zeigt, sprich: Man kann möglichst viele Lösungen einbinden.

Ebenfalls interessant sind natürlich auch Nicht-Bastel-Lösungen, die möglichst viele Module erlauben. ZiggBee und Z-Wave sind in Sachen Sensoren und Lampen bei vielen Dingen Standard und im besten Falle arbeiten die mit einer unabhängigen Station zusammen – so kann man ja auch Philips Hue in Devolo bringen, Ikea-Lampen in das Hue-System und und und.

Tausende Sachen sind machbar. Nun ist es so, dass einige Home-Zentralen sich zwar konnektiv geben, bei der Einrichtung und der Nutzung kommt vielen Nutzern aber das Grausen. Ich weiss nicht, wie oft ich damals über Devolo und deren Software geschimpft habe. Seitdem ich das Meiste eingerichtet und mittels Sprache befehlige, hat sich das aber gelegt. Dennoch schaue ich auch gerne über den Tellerrand und mittlerweile bin ich auch dazu gekommen, einen ersten Blick auf Homee zu werfen. Eine Smart-Home-Zentrale einer Firma aus Süddeutschland, die direkt auch einen Alexa-Skill mitbringt.

Und das System las sich erst einmal sympathisch. Ein kleiner Würfel, der als Zentrale dient und dann einfach weitere bunte Würfel zum Aufstecken. Steckt man ein Modul auf, so kann die Zentrale gleich mehr. Schnappt man sich also den Z-Wave-Würfel, setzt diesen auf, dann kann die Zentrale eben jene Geräte komplett verknüpfen und dementsprechend steuern. Die erste Begegnung mit dem Würfel war……durchwachsen.

Der erste Durchgang mit dem Anlegen eines Nutzers über ein Android-Smartphone sah nicht nur so lala aus, sondern wollte auch nicht funktionieren. Irgendwann klappte es dann aber doch und die Einrichtung war durch. Relativ easy eigentlich. Mit dem WLAN der Zentrale verbinden, Nutzer anlegen. Fertig. Eventuell mit dem Heim-WLAN bekannt machen, wenn man auch von außerhalb steuern möchte. Geräte können im Browser oder per App eingerichtet werden. Von überall.

Für das Einrichten der Geräte gibt es Beschreibungen und es sind wirklich viele Geschichten dabei, die man in Sachen Marke und Typ auswählen kann, des Weiteren gibt es natürlich noch das generische Anlernen. Euren Ideen sind dann keine Grenzen gesetzt. Mache Licht A an, wenn Sensor B ausgelöst wird. Schicke mir eine Nachricht auf mein Smartphone, wenn der Fibaro-Sensor in der Schublade eine Bewegung feststellt.

Geräte lassen sich natürlich der Übersicht halber in Gruppen packen und die genannten Regeln oder Abläufe hören bei Homee auf den Namen Homeegramme. Hier beginnt man mit dem Auswählen eines Auslösers. Das kann ein Modus sein, ein Gerät, die Zeit, der Sonnenstand, die Temperatur oder ein externer WebHook. Alles, was euer Gerät so erlaubt. Schlägt ein Auslöser zu, dann folgt darauf logischerweise eine Aktion – das kann die eingangs erwähnte Benachrichtigung sein oder eben das Schalten von Gerät XYZ.

Diese ganzen Geräte und Regeln wirken natürlich erst einmal verwirrend, wenn man Neuling ist. Schaut man sich das Ganze aber an, wenn man sich schon grob damit befasst hat, dann macht Homee einen sehr guten Eindruck. So gut, dass man sich teilweise echt fragt, warum das kein bekannter Hersteller bisher so realisiert hat. In locker und einfach, den Mief des Frickelns quasi teilweise abgeschüttelt hat.

Konkretes Fallbeispiel einmal: Ich nehme den erwähnten Fibaro-Sensor und eine smarte Birne von Ikea – denn auch die TRÅDFRI-Lösung wird von Homee erkannt. Soll die Lampe angehen, wenn der Sensor eine Bewegung oder Manipulation erkennt, dann gehe ich wie folgt vor:

WENN > Gerät > Fibaro Sensor > Bedingung (Bewegung) DANN Gerät > Ikea Lampe > Schalter > Auf Wert setzen > Einschalten. Bonus: Man kann auch Einschalten bei Bewegung und auf Farbe rot setzen. Die Software lässt euch das Ganze noch einmal testen und dann sollte es schon funktionieren. Den Spaß habe ich natürlich für den kurzen Blick stark vereinfacht, dennoch sind natürlich auch komplexere Geschichten machbar. Logo – auf der anderen Seite muss man auch eine Regel erstellen, dass die Lampe wieder ausgeht, wenn kein Alarm gemeldet wird von der Kiste.

Wenn man so ein bisschen mit Homee rumgespielt hat, vielleicht auch ein wenig in der Community geschaut hat, dann macht das schon Laune, zumindest mir. Ich habe mir ja vor längerer Zeit vieles mit Devolo-Hardware eingerichtet. Die Sensoren sind super, die Software aber weiterhin verbesserungswürdig. Das macht Homee direkt besser. Und von daher muss ich mal sagen: Schaut euch das bei Interesse auf jeden Fall mal an. Ganz günstig ist es gemessen an anderen Zentralen nicht, so kostet das Z-Wave-Bundle mit der Zentrale 199 Euro, jedes weitere Modul liegt bei 99 Euro, zu haben sind ZiggBee und EnOcean. Bei mir scheitert es derzeit nur an der Laune und der Zeit, die ich aufwenden muss, um alte Dinger zu entkoppeln, diese wieder einzurichten und mit Regel zu versehen.


Über den Autor: caschy

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