Hey Siri und Live Photos: Apple erklärt Datenschutz bei den neuen iOS-Funktionen

12. September 2015 Kategorie: Apple, iOS, geschrieben von:

artikel_appleSeit heute Morgen können die neuen iPhone-Modelle vorbestellt werden. Diese kommen auch mit neuen Software-Features, die dank iOS 9 ermöglicht werden. Zwei der Features sind Live Photos und Hey Siri, auch wenn das iPhone nicht an der Steckdose hängt. Hier stellt sich natürlich die Frage nach dem Datenschutz, den Apple gerne heranzieht, um die Konkurrenz in einem nicht ganz so gutem Licht darstellen zu können. Siri lauscht schließlich permanent danach, ob sie gerufen wird, Live Photos nehmen hingegen sofort auf, wenn die Kamera-App gestartet wurde.

Hey Siri wird mit den neuen iPhones immer lauschen, egal ob das iPhone am Stromkabel hängt oder nicht. Hierfür muss Siri während der Einrichtung von iOS 9 aktiviert werden. Aktiviert man Siri nicht, wird auch nichts analysiert. Nutzt man Siri, muss man „Hey Siri“ einsprechen, damit das iPhone einen Vergleichswert hat und die Funktion zum richtigen Zeitpunkt triggern kann. Dadurch soll verhindert werden, dass Siri von Fremden aktiviert werden kann.

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Apple sagt, dass nichts aufgenommen, gespeichert oder anderweitig verarbeitet wird, solange Siri nicht angesprochen wurde. Alles bleibt also auf dem iPhone, Anfragen werden erst dann an Apple gesendet, wenn sie bearbeitet werden müssen. Selbst diese Anfragen werden aber anonymisiert gestellt, sodass die Anfrage keiner Apple ID zugeordnet werden kann. Entscheidet sich ein Nutzer, Siri im Nachhinein wieder zu deaktivieren, werden alle Daten gelöscht und der Lernprozess beginnt von vorne.

Ähnlich verhält es sich bei den Live Photos. Diese nehmen 1,5 Sekunden vor einem Bild und 1,5 Sekunden nach einem Bild Bewegung und Ton mit auf. Damit dies funktionieren kann, wird die Aufnahme direkt gestartet, sobald die Kamera-App geöffnet wird. Bild und „Video“ werden dabei getrennt gespeichert. Gespeichert wird außerdem nur dann, wenn man den Kamera-Button drückt, vorher werden die Aufnahmen nicht auf dem Gerät abgelegt.

Beide Teile verlassen das iPhone nicht, wenn vom Nutzer nicht gewünscht (zum Beispiel durch Nutzung von iCloud). Entscheidet man sich für die Nutzung von iCloud, werden die Bilder (inklusive Video) verschlüsselt übertragen und auch verschlüsselt in der iCloud abgelegt. Die neuen Live Photos werden also genauso behandelt wie bisherige Fotos auch. Sie verlassen das Gerät nur dann, wenn der Nutzer es explizit wünscht.

Live Photos wird standardmäßig in der Kamera-App aktiviert sein, man kann die Funktion aber ebenso schnell deaktivieren. Dann erfolgt auch keine Aufnahme, egal ob gespeichert wird oder nicht. Ob die Daten durch Apples Maßnahmen wirklich so sicher sind, wie der Konzern es immer hinstellt, weiß man natürlich nie zu 100 Prozent. Jedes System lässt sich irgendwie überwinden. Für Apple wäre es sicher besser, wenn die Daten alle sicher sind. Wäre ja ziemlich doof, wenn es bei einem Unternehmen, das mit Datenschutz wirbt, plötzlich zu Datenverlust kommt.

(Quelle: TechCrunch)

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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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