Gut oder schlecht? Apple räumt im App Store auf

2. September 2016 Kategorie: Apple, iOS, geschrieben von: Sascha Ostermaier

App Store Artikel AppsDer App Store von Apple, obwohl er nach wie vor der beste App Store da draußen ist, ist er bei weitem nicht mehr so gut, wie er einmal war. Es gibt unzählige Apps, nicht alle sind auf aktuellem Stand. Gerade für Menschen, die direkt nach Apps suchen, ergibt sich so das Problem, dass sie eventuell auf Apps zurückgreifen, die dann nicht mehr so richtig funktionieren. Nun kündigt Apple den Entwicklern eine Aufräumaktion an, ein andauernder Prozess, der die Qualität im App Store wieder etwas anheben sollte.

Apple hat auch einen Zeitplan, am 7. September – dem Tag von Apples Keynote zum neuen iPhone und iOS 10 (und was sonst noch kommen mag) – geht es los. Ab diesem Zeitpunkt werden vorhandene Apps auf Funktionalität, dem Einhalten der Review Guidelines und Aktualität geprüft. Findet Apple ein Problem mit einer App, wird der Entwickler kontaktiert und kann dann entsprechend reagieren.

Apps, die mit einem Update „gerettet“ werden können, dürfen im App Store verweilen. Crasht eine App jedoch beim Start, wird sie sofort aus dem App Store entfernt. 30 Tage hat ein Entwickler Zeit, um seine App zu fixen, sonst wird sie auch bei Funktionalität entfernt.

Apple empfiehlt den Entwicklern außerdem, Apps regelmäßig upzudaten und mit neuen Inhalten zu versehen, interessant sind zudem die neuen Review Guidelines, die sich so lesen als würde Apple noch strenger Apps prüfen, die in den Store wollen. So wird Apple künftig zum Beispiel Apps ablehnen, die „aussehen, als wären sie in ein paar Tagen zusammengeschustert worden“ oder „die hochgeladen werden, um seinen Freunden sein Erstlingswerk zu präsentieren.“

Außerdem werden Apps abgelehnt, die eine Linie überschreiten. Apple sagt hier sogar recht deutlich, dass man diese Linie erst sieht, wenn sie denn überschritten, das klingt schon sehr willkürlich. Eine objektive Bewertung, ob eine App gut oder schlecht ist, ob sie Linien überschreitet oder nicht, das alles liegt in der Gunst Apples. Das ist ein sehr interessanter Schritt, der sicher für einigen Unmut bei Entwicklern sorgen wird. Vielleicht auch bei Nutzern, die so potentiell weniger Apps zur Verfügung haben, die sie herunterladen können. Schließlich braucht nicht jede App einen Hochglanzanstrich, oftmals reicht es tatsächlich aus, wenn sie einfach „funktioniert“, also das erledigt, was sie soll.

Versucht man, Apps durch den Review-Prozess zu schmuggeln, oder Daten von Nutzern abzugreifen, werden die Apps nicht nur entfernt, sondern der Entwickler wird ebenfalls gesperrt. Hartes durchgreifen, von dem der Nutzer, der sich nur ab und an mal eine App lädt, vermutlich nicht allzu viel mitbekommen wird, vielleicht sogar schneller zu den Apps findet, die er sucht.

Aber dass Apple hier ganz klar sagt, dass das Unternehmen praktisch willkürlich entscheiden kann, welche Apps bleiben dürfen und welche nicht, hat schon einen bitteren Beigeschmack. Der Gesamtqualität wird es erst einmal gut tun, auf lange Sicht könnte es Entwickler aber auch verunsichern. Was ist wenn man lange Zeit in die Entwicklung einer App gesteckt hat und Apple diese dann nicht so wirklich gefällt? Man kann für alle Seiten nur hoffen, dass Apple hier mit ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl rangeht als so manches Mal, wenn Apps eventuell unberechtigt entfernt wurden.

Was sagt Ihr zu den Neuerungen? Ich bin gespalten, Rückkehr zu mehr Qualität – sie hat in letzter Zeit tatsächlich immer mehr nachgelassen – ist sehr begrüßenswert, aber ich befürchte wir werden künftig erst einmal wieder vermehrt von vermeintlich unberechtigten Löschungen oder gar nicht erst „in den App Store lassen“ lesen.

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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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