Gunpoint – feiner Stealth Puzzle Genre Mix

27. November 2014 Kategorie: Games, geschrieben von:

Gunpoint, das hört sich nach reichlich Action oder einem blutigen Ego Shooter an. Ist es aber nicht, sondern eine sehr gelungene Mischung aus Jump&Run gepaart mit Stealth-Einlagen und reichlich Puzzle Elementen. Als wenn das nicht schon interessant genug wäre, wurde Gunpoint (PC, Mac, Linux) noch in ein ganz spezielles Szenario gepackt.
Gunpoint
Unterwegs als High-Tech Spion im Trenchcoat untermalt mit Jazz-Musik, ist auch eher seltener im Games-Bereich anzutreffen. Aber hier passt es gut und dadurch gewinnt Gunpoint eine schöne Atmosphäre. Die Geschichte fängt nicht weniger schlecht an. Da probiert der Spion seine neue Hyperhose aus, womit er riesige Sprünge absolvieren kann. Zack, katapultiert sich der Doof damit gleich aus dem Fenster und landet prompt in ein Mordkomplott. Natürlich wird man gleich als Täter verdächtigt und genau hier setzt die Geschichte dann an.

Eure Aufgabe besteht hauptsächlich darin, in Häuser einzudringen, die Sicherheitssysteme zu überwinden, Wachmänner auszuschalten und einen oder mehrere Rechner zu hacken. Die Missionen erhaltet ihr von diversen Auftraggebern, die teils recht dubios sind und nur Stück für Stück beim Aufdecken vom Mord hilfreich sind. Neben Timing ist bei Gunpoint auch Grips gefragt, denn die Puzzles sind manchmal wirklich nicht einfach zu lösen.

Steuerung und Werkzeuge

Euer Spion verfügt über ziemlich heftige Sprungfähigkeiten und diese können mittels Upgrades verbessert werden, was im Spielverlauf auch einige wichtige Vorteile bringt. Ansonsten turnt man in feinster Spiderman-Manier die Wände und Decken entlang. Erfolgreich absolvierte Missionen spülen Geld in die Kasse, welches sich im Shop gegen einige wenige aber nützliche Gegenstände oder Werkzeuge eintauschen lässt.
Crosslink
Crosslink (zum Aktivieren linke Alt-Taste oder Mausrad nutzen) ist dabei das wichtigste Werkzeug denn damit manipuliert ihr Türen, Schalter, Kameras und dergleichen mehr. Crosslink zeigt uns immer mögliche Einstiegspunkte und Manipulationsmöglichkeiten an, deren Verkettung in Reihe und parallel erfolgen kann. Via Lichtschalter eine in der nächsten Etage befindliche Steckdose zum Überladen zu bringen und im besten Fall damit den Wachmann auszuschalten, ist nur eine von vielen Möglichkeiten im Spiel.

Mittels Wirehack überlisten wir das eigentliche Sicherheitssystem, was nicht immer so einfach zu knacken ist, denn dahinter verstecken sich die dicken Puzzle-Nüsse. Der Kreislauf von einem dieser zusammenhängenden Sicherheitssysteme ist übrigens immer farblich gekennzeichnet. Wollt ihr Zugriff auf eines haben, müsst ihr mithilfe des Wirehack an den entsprechenden (farblichen) Kabelverteiler. Erst dann könnt ihr das System manipulieren.
Gunpoint-2
Das Crosslink zeigt glücklicherweise auch Einstiegspunkte an, die ihr auch miteinander kombinieren könnt. Licht auf der Etage abschalten und gleichzeitig eine Türe öffnen, damit der Wachmann einen bestimmten Bereich verlässt oder kontrolliert, sind gängige Abläufe, die ihr damit in Gang setzt. Manchmal ist euer Timing von Bedeutung, was den Schwierigkeitsgrad in einigen Level ordentlich in die Höhe schraubt. Beispielsweise eine Sicherheitsschranke manipulieren, die durch das Durchschreiten vom Wachmann das Licht abschaltet, gleichzeitig eine Tür öffnet und wir uns somit unentdeckt zum Fahrstuhl schleichen können, sind oftmals eine sehr knappe Angelegenheit. Die Wachmänner sind teils auch nicht ohne und können dem Spion das Leben richtig schwer machen.

Wachen

Die Standard-Wachen schießen schlecht und lassen sich mittels Sprungattacke sowie einem anschließenden Kinnhaken schnell ausschalten. Deren Sichtradius ist zudem recht gering, ihr bleibt also lange unentdeckt bei euren Aktionen. Andere Wachmänner wiederum tragen eine Schutzweste bzw. Polsterung und müssen anderweitig ausgeknipst werden. Der Spion kann diese Wachmänner zwar etwas in Schach halten aber wirklich ausschalten geht nur mit Hirnschmalz, Crosslink und Wirehack. In solchen Fällen helfen wieder die manipulierten Steckdosen oder Falltüren (falls vorhanden) um Probleme mit harten Wachmännern zu lösen. Notfalls kann auch eine teure Waffe gekauft und genutzt werden aber die Auftraggeber sind nicht begeistert bei derartigen Vorgehensweisen.

Missionen

Missionen bestehen zum Großteil aus Hacking und überwinden des Sicherheitssystems, wobei die Beschaffenheit vom Gebäude oftmals den Schwierigkeitsgrad mitbestimmt. Aufzüge bieten beispielsweise ausreichend Deckung, solange sich der Spion darin befindet. Gerade bei den Wachen im Anzug endet fast jeder Sichtkontakt tödlich, da diese gute Schützen mit großem Sichtradius sind. Selbst das Abschalten vom Licht kann dies nicht verhindern, da diese Wachmänner euch auch im Dunkeln entdecken können.
Gunpoint-shop
Zuweilen muss der Spion sogar in den Erfassungsbereich einer Sicherheitskamera, damit eine Tür automatisch geöffnet wird (kann des Öfteren nicht direkt gehackt werden). In diesem Fall wird die Kamera also als Bewegungsmelder umfunktioniert, um eine Türe für uns zu öffnen. Blöd nur, dass dazu vorher wieder ein Wirehack vonnöten ist und dieser auf der schwer bewachten Etage liegt. Solche speziellen Fälle werden im Crosslink Gelb markiert und sind nicht immer so schnell zu lösen, aber machen am meisten Spaß. Mit etwas Ausprobieren hat man den Bogen schnell raus.

Hin und wieder helfen Hacks auch nicht wirklich weiter und da kommt die Sprungkraft vom Spion zum Einsatz. Die Außenfassade hochklettern, um von der anderen Seite herunterzuspringen mit dem Ziel, dass die Wache euch bemerkt und sich dorthin bewegt, ist da eine Möglichkeit, die gut klappt. Dann muss es jedoch schnell gehen, um noch rechtzeitig einen Schalter für die Falltür oder Steckdose zu erreichen. Herausforderungen dieser Art gibt es genug im Spiel. Meistens sind mehrere unterschiedliche Lösungsansätze möglich, einfach ausprobieren.

Bonus: Level-Editor

Mit rund 21 Missionen ist Gunpoint etwas kurz ausgefallen. Glücklicherweise wurde dem Spiel ein Level-Editor spendiert, mit dem sich recht simpel neue Gebäude-Level erstellen lassen. Der Level-Editor ist einfach zu bedienen und funktioniert wie ein Baukasten. Sämtliche Elemente des Gebäudes stehen zur Verfügung, womit sich binnen wenigen Minuten echte Hardcore-Level generieren lassen. Diese können auch mit anderen Spielern geteilt werden. Den Level-Editor habe ich erst kürzlich entdeckt und halte diesen für eine schöne Zugabe.

Fazit

Anstatt hohles Geballer ist bei Gunpoint euer Denkvermögen und Geschick gefragt. Wer gerne in Puzzle- und Strategie-Spiele abtaucht, wird hiermit ein paar wenige aber sehr unterhaltsame Stunden haben. Obwohl ich mich eher nicht zu den Puzzle-Fans zähle, hat mir Gunpoint äußerst gut gefallen. Der Wiederspielwert ist dank des Level-Editor gegeben und für 7 Euro (PC, Mac, Linux) kann man bedenkenlos zugreifen. Im Zweifel einfach die Demo vorher ausprobieren.

PS: Gunpoint ist aktuell im Steam Sale für schlappe 3,49 Euro zu haben.


Du entscheidest mit! Wir suchen das Smartphone des Jahres 2017! Jetzt abstimmen!

 

Über den Autor:

PC- und Windows-Fanboy. Liebt rundenbasierte Strategiespiele, Audio-Apps und Software. Auch auf Twitter zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

Andreas hat bereits 46 Artikel geschrieben.