Große Koalition: Smartphones oder Tablets für alle Schüler

19. November 2013 Kategorie: Hardware, Internet, Mobile, geschrieben von: caschy

Die Arbeitsgruppe “Digital Agenda”, eine Unterarbeitsgruppe von Union und SPD, hat ihre Beratungen abgeschlossen.  Die Inhalte ihrer Beratungen werden nun der großen Koalitionsrunde vorgelegt und müssen dann noch abgenickt werden. Inhaltlich hat man Forschungsförderung für IT-Unternehmen,  beschleunigte Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung und das Investieren in die IT-Sicherheit auf dem Zettel.

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Weitere Punkte finden sich laut Meldung des Mediums Die Welt ebenfalls noch unter Finanzierungsvorbehalt. So auch die forsche Ankündigung, dass man jedem Schüler in Deutschland ein mobiles Endgerät zur Verfügung stellen wolle – also ein Smartphone oder Tablet. Für dieses Projekt veranschlagt man eine halbe Milliarde Euro pro Jahr, zwei Milliarden also für die Legislaturperiode.

Weiterhin soll ein europaweites Gründungs- und Innovationsnetzwerk der Schulen und Hochschulen ins Leben gerufen werden. Insgesamt stehen Forderungen im Gegenwert von 4,5 Milliarden Euro unter Finanzierungsvorbehalt, hier muss die große Koalitionsrunde, beziehungsweise in letzter Instanz die drei Parteivorsitzenden, entscheiden. Auch in den anderen Sparten ist der Bericht durchaus lesenswert, so soll die nationale IT-Sicherheitsbehörde aufgerüstet, eine Meldepflicht für IT-Vorfälle eingeführt und weiterhin gegen den Klarnamenzwang und Cybermobbing vorgegangen werden.

Bleibt die Frage – wer wird es bezahlen?

Bildquelle: Kids with Education Tablet Computers unter CC2.0 von IntelFreePress auf Flickr


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21 Kommentare

Alexander Gr. 19. November 2013 um 08:45 Uhr

…die Schweizer:D
und wer genau?
Die Steuerhinterzieher!

Arno Nym 19. November 2013 um 08:53 Uhr

“Grundrecht auf ein iPhone”? Was für ein Käse… Die Kids erzählen doch jetzt schon im Bus von ihren 3 Telefonen und ich frag mich jedes mal ob auch nur eins davon sinnvoll genutzt wird. Genauso gut könnten Playstations verteilt werden

Malte 19. November 2013 um 08:57 Uhr

Verpflichtende Informatikkurse / -unterrichtsstunden ab der Grundschule fände ich sinnvoller. Aber das ist im deutschen Föderalismus ja nicht machbar.

technik-kids 19. November 2013 um 09:01 Uhr

Ich denke es ist ein Fehler den Kids so eine Technik in die Hand zu geben.
Kommunikation ohne den Menschen neben sich richtig wahrzunehmen. Das ist in Ordnung wenn man zuhause allein in seinem Zimmer ist.

hscm 19. November 2013 um 09:05 Uhr

Dummes Zeugs in meinen Augen. Deutschland hat größere Probleme, als ein kostenloses Telefon für jeden Schüler. Zudem sind die Telefone nach einem halben Jahr für die Schüler altes Eisen.

Benny 19. November 2013 um 09:18 Uhr

So ein Grundrecht ist quatsch – zumal es sich die Familien, wenn sie es wollen, heute eh schon leisten können. Aber zum Glück gibt es noch Menschen, die ihrem Kind mit 6 eben noch kein Smartphone in die Hand drücken. Wirklich sinnvoll ist das in dem Alter halt auch nicht – das kommt erst wesentlich später. Und dann reicht eh ein billiges Phone, womit das Kind erreichbar ist. Von Verträgen für Kinder halte ich da schon einmal ohnehin nichts,.. Auch wenn es Allnet-Flats im E-Netz sind.

Wenn man “digital bilden” möchte, dann mit sinnvollen Kursen bzw. Fächern in der Schule, wo die Lehrer auch entsprechend geschult und ausgebildet sind. DA krankt es in Deutschland z.T. echt dermaßen. Ist ja eigentlich die Regel das in der Klasse dann 3-4 Kinder/Jugendliche sitzen, die mehr Wissen darüber haben als der Lehrer.

Auch intelligenter wäre halt eher in die Einrichtung der Schulräume zu investieren. Und das müssen dann halt auch nicht unbedingt mobile Stationen sein… Stand da nicht einmal was von Schüler-Laptops im Raum. Immo genauso unnötig, aber prinzipiell nicht verkehrt. Die Möhren in den Schulen sind ja auch z.T. von gestern und die Anbindung an das Internet sowieso.

Rico Weigand 19. November 2013 um 09:34 Uhr

Die sollen erstmal die PCs in den Schulen aktuell halten und dann – wie meine vorschreiber schon erwähnten – ordentlich geschulte Lehrer für Informatikkurse einsetzen. Alles andere ist verschwendetes Geld.

cismor 19. November 2013 um 09:39 Uhr

Mal wieder ein Paradebeispiel dafür, was für einen unglaublichen Dummsinn Politiker verzapfen, weil, das Geld kommt ja vom Minister.
Wenn man mal davon absieht, dass sowas nach spätestens einem Jahr Elektronikschrott darstellt: Was will man damit erreichen? Die Leute noch mehr zu Autismus und zu abhängigen Elektronik- und Spielzombies erziehen? Das hat nichts mit Bildung zu tun, sondern mit grenzenloser Verblödung auf Losten der Allgemeinheit.
Man sollte den Kids das Zeug nicht himterherwerfen, sondern verbieten, damit sie begreifen, dass es auch noch andere Lebensinhalte gibt und man ab und zu auch noch selber denken sollte.

Daniel 19. November 2013 um 09:46 Uhr

Das einzig sinnvolle wäre, die Schulbücher durch ebook Reader zu ersetzen, damit die Kinder nicht mehr Schulrucksäcke tragen müssen, die teilweise mehr wiegen als sie selbst

Dominion 19. November 2013 um 09:47 Uhr

Hört sich für mich nach Lobbyismus an. In der Arbeitsgruppe sitzen sicher als Experten Mitarbeiter der Telekom und Co.
EDV und IT-Aufklärung sollte einfach in den Lehrplan früh aufgenommen werden. Ähnlich wie Sexualkunde. Von mir aus auch unbenoted. Ähnliches könnte man auch mit Sport machen um Diskriminierung zu verhindern.
Bei EDV, damit reiche Kinder die durch eine bessere Ausstattung Vorteile haben nicht bevorzugt werden. Bei Sport damit körperlich Eigenschaften nicht ins Gewicht fallen.
Aber das deutsche Bildungssystem sollte erstmal Standardisiert werden und der Föderalismus abgeschafft werden. Es kann doch nicht sein, dass ich mit einem Abi aus Bundesland NRW in jedem EU Land studieren kann, ausser in Bundesland Bayern.

Rainer Zufall 19. November 2013 um 10:22 Uhr

Dazu zitiere ich mal meinen “Lieblingslehrer” :D
http://www.youtube.com/watch?v=Y7ww9p2MQVg
Zum Thema Schule und Bildung gibt es momentan weit Wichtigeres:
- Förderalismus abschaffen, es kann ja nicht sein, dass man die Kompetentz über eins der wichtitigsten Themen der heutigen Zeit in 16 Bundesländer einteilt, insb. da hier die Kompetenz eh schon sehr rar gesät ist
- Bei der Gelegenheit können sie auch gleich die Bundesländer zusammenlegen
http://de.wikipedia.org/wiki/Neugliederung_des_Bundesgebietes
- Religionsunterricht abschaffen, da es sich um reine Beeinflussung handelt, da wird ja noch nicht mal erklärt, dass man nicht in einer Kirche sein muss, um ein Christ zu sein, aber was will man erwarten, wenn der Unterricht teilweise von Pfarrern durchgeführt wird
- Aufklärungsunterricht früher und ausführlicher, nachdem ich erst wieder lesen musste, dass unter Jugendlichen immer weniger verhütet wird
- Unterricht zur richtigen Ernährung. Eigentlich das Wichtigste überhaupt, heute wird ja der größte Dreck gegessen wobei die Droge Zucker hier in besonders gravierendem Umfang zum Einsatz kommt. Damit könnt man dann auch gleich das Gesundheitssystem massiv entlasten.
- Zum Thema IT sollten sie mal bei geeigneten Lehrern anfangen und ein technisches Gerät sollte man Kindern erst in die Hand drücken, wenn wenigsten die Basics einer Programmiersprache beherrschen. Wer kann denn heute etwas in diesem Bereich. Die meisten sind ja schon überfordert, wenn sie in meinem Browser keine Suchleiste mit google finden. “Bei dir gibts ja gar kein google”
Somit klarer Fall von Lobbyismuss, aber wen überrascht das?

devbar 19. November 2013 um 10:56 Uhr

Ich kann nicht fassen, dass die wirklich immernoch mit dieser One-Laptop-Per-Child-Mist um die Ecke kommen. Unser Bildungssystem hat wirklich wichtigere Baustellen.

Lars 19. November 2013 um 11:17 Uhr

Die Idee mit den Ebook Reader statt Schulbücher finde ich wirklich gut! @Daniel
Wir mussten immer die dicken Bücher dabei haben und sie wurden meist nicht verwendet, weil es dann meistens doch irgendein ausgedrucktes Arbeitsblatt aus einem anderen Buch gab, wofür dann auch halbjährlich bezahlt wurde. Das war sinnlose Schlepperei.

Frank 19. November 2013 um 11:38 Uhr

Oh bitte nicht. Wie schädlich das für Kinder und Jugendliche sein kann weiß man heute in der Hirnforschung, siehe z.B. “Digitale Demenz’ von Prof. Dr. Dr. Spitzer: http://youtu.be/FnDEF7Aw9HI?t=7m35s (Vortrag zum Thema).

Kurzzusammenfassung: Computer und Tablets sind ARBEITS- und UNTERHALTUNGSgeräte. Keine LERNgeräte. Die Nutzung zum lernen ist nicht nur weniger effektiv als vergleichbare Offline-Methoden, sondern sie kann sogar schädlich sein (demenz-ähnliche Effekte im Hirn).

A. 19. November 2013 um 12:04 Uhr

So ein Schwachsinn wieder! Die Schulen brauchen Geld für Lehrpersonal und Grundausstattung, nicht für irgendwelchen digitalen Mist, der ständig Mehrkosten verursacht aber keinen Mehrwert bietet. So ein Tablet kann nunmal keinen Lehrer ersetzen. Inzwischen hat man ja sogar Probleme, Vertretungslehrer zu finden, falls jemand ausfällt…

Dorothee 19. November 2013 um 12:54 Uhr

Ich habe gerade schon einen ewig langen Text verfasst und dann die Seite versehentlich weggeklickt (hier sieht man die Inkompetenz von Schülern :D)
Ich sage nochmal Alles, jedoch ohne Argument (da bin ich jetzt zu faul)
-Ebook Reader statt Büchern
-Aktualisierung der PCs in Schulen
-funktionierenden Beamer in jedem Zimmer
Mit offizieller Erlaubnis für Smartphones oder Tablets chattet man doch eher noch im Untericht oder? (Nicht dass man das ohnehin schon machen würde (ich persönlich finds auch nich schlecht *hust*))
Meine leider gelöschten Argumente waren so gut, dass regt mich jetzt auf. D:

Julian 19. November 2013 um 15:48 Uhr

Oh man, Politik und Technik. Die werden sich nie verstehen. Kann mich den Vorredner nur anschließen.

Schließlich betrachte ich es im Bus, die 5. und 6.-Klässler laufen mit ihren Smartphones durch die Gegend, schreiben sich rund um die Uhr WhatsApp-Nachrichten oder hören Musik. In der 7. und 8. Klasse werden dann über den gleichen Dienst Nacktbilder verschickt, nur um die Jungs zu imponieren. Resultat hieraus: Cybermobbing.
Und in der 9. und 10. Klasse sind die Geräte dann in der Schul-/Handtasche, die auf dem Tisch liegt.

Und sollten dann die Lehrer mal die Technik nutzen wollen, klappt dies meist nicht. So ist auch der Filmraum an unserer Schule seit mindestens einem Jahr mit einem funktionierenden Beamer ausgestattet, trotzdem steht vorne noch ein Röhrenfernseher mit DVD- und VHS-Player, der auch hauptsächlich genutzt wird, da die Lehrer schlicht und ergreifend nicht mit der Technik umgehen können.

Ich schließe mich in sofern an, dass **jeder** Klassenraum mit einem Beamer ausgestattet wird, den kann man dann auch
a) im Unterricht nutzen
b) leichter ersetzen als diese Whiteboards

Und zu guter Letzt – aktuelle Systeme wären ein Traum. Kann ja nicht angehen, dass man eine Viertelstunde damit vertrödelt, um die Updates zu installieren.
Auch dem @Dominion kann ich mit den Argumenten zustimmen, vorallem die Nichtbenotung könnte einen großen Aufschwung bringen (sofern sie richtig eingesetzt wird).

dischue 19. November 2013 um 17:04 Uhr

Fast kurios: ein technik-lastiges Blog und die meisten (alle) Kommentare sind eher gegen diese Technik an Schulen…

Aber gut: dem schließe ich mich nahezu komplett an.
Was soll die tollste Technik helfen, wenn das Grundübel schon in der “normalen” Ausstattung und in den Strukturen liegt?
Eigentlich müßten meiner Meinung nach die Klassen verkleinert werden, damit sich die Lehrer intensiver um einzelnen Schüler kümmern können, mehr Zeit je Schüler vorhanden ist. Dem Föderalismus stehe ich in diesem Fall auch kritisch gegenüber – man will Studienabschlüsse und Berufsausbildungen aus Europa akzeptieren – hat aber mit manch einem Zeugnis oder einer Ausbildung aus Bayern Probleme bei Jobsuche in Hamburg – und anders herum. Abgesehen davon, dass die Lehrpläne unterschiedlich sind, es sogar an einer Schule für ein und das selbe Fach ja nach Lehrer unterschiedliche Bücher gibt.
Jetzt mit Phone und Tablett zu locken ist letztlich nur medienwirksame Ablenkung, außerdem verdeckt die tolle technisch Ausstattung dann lediglich inhaltliche Mängel.

Ich bin nicht gegen moderne Technik n Schulen, das muß aber Mittel zum Zweck sein und nicht Selbstzweck.

Biene 19. November 2013 um 21:32 Uhr

Also, ich kann es nicht nachvollziehen. Handy nein, Tablet ja. Smartphones fördern Cybermobbing. Schulen versuchen Handys aus dem Unterricht und vom Schulhof zu verbannen. Selbst an Berufsbildenden Schulen liegt die Aufmerksamkeit meist mehr auf den Handys als beim Unterricht.
Ein Tablett kann ich gut nachvollziehen. Mit Einschränkungen. Das Gerät sollte in sofern gesperrt sein, dass der Schüler nur Unterrichtsinhalte einsehen kann, bzw. Apps, die für den Unterricht gelten und nicht für Spiele oder Soziale Netzwerke oder Nachrichtenfunktionen. Sonst geht das ganze nach hinten los.

coriandreas 20. November 2013 um 02:10 Uhr

Wer braucht das?? Ist doch klar:
Unsere Wirtschaft braucht immer neue brave Konsumenten. Bald wird Google Glass zum Pflichtprogramm, Omni als Ersatz zum Klassenraum und Sportersatz mit CO2-Prädikat und NSA-Zertifizierung ;-)

BBiwy 20. November 2013 um 14:49 Uhr

„Bleibt die Frage – wer wird es bezahlen?“
Die Städte und Gemeinden (also die Bürger (und Einwohner) durch kommunale Abgaben, Gebühren und (in gewisserweise) auch Steuern); denn sie sind die Schulträger [1].
Beispielsweise hat die Stadt Mannheim den Punkt „6) Schulträger: Bau, Betrieb und Unterhalt öffentlicher Schulen“ in ihrem Haushalt (2014/2015, S. 369 [2])

Mal angenommen (Bemerkungen [3a-g] siehe [3]):
Schülerzahl (2010/2011, [4]): 8 678 196; [3a]
Allgemeinbildende Schulen (2010/2011, [5]): 34528; [3b]
Tablet: Win8 Pro (z. B. Samsung ATIV Smart PC XE500T1C A03 ohne Zubehör): ~750 €
WLAN-Infrastruktur (inkl. Baukosten): 155.000 € (pro Schule)

Also gibt sie pro Schüler rund:
- 231,21 Euro aus (2 Mrd. / 8.649.959).
Ein Tablet kostet jedoch 750 Euro, also braucht man rund ~6,4 Mrd. [3c] Euro. Mit diesen 231,21 Euro pro Schüler sind aber nur die Tablets “bezahlt”, benötigt werden aber 750 Euro.

Nun muss das Tablet in das pädagogische Netzwerk [6] integriert werden, mit einer WLAN-Infrastruktur. Für die WLAN-Infrastruktur benötigen wir pro Schule rund 155.000 Euro, also braucht man rund ~5,1 Mrd. [3d] Euro.

Die Gesamtkosten betragen rund ~11,6 Mrd. [3e] Euro.

Auf ein Tablet pro Schüler gerechnet sind das rund 1.343,63 [3f] Euro, bestehend aus 750 Euro für das Tablet und 593,63 für die Infrastruktur.

Also fehlen rund 1.112,41 Euro [3g] pro Tablet bzw. rund ~9,6 Mrd. [3h] Euro für eine entsprechende Integration in die schulische IT-Landschaft.

Das Tablet (ohne Schutzhülle) mit Win 8 Pro wurde aus Gründen der einfachen Integration in ein bestehendes Netzwerk mit einem Linux-Server (paedML Linux/Linuxmuster.net aka Linux-Musterlösung [7]/logoDIDACT [8]) gewählt.
Wird ein günstigeres Tablet (Apple/Android) gewählt, so sind hier noch weitere Kosten für die Infrastruktur (WLAN-fähige Drucker, “Cloud” etc.) oder Zubehör zu berücksichtigen.

Das waren jetzt nur die infrastrukturellen Grundlagen für die Integration von mobilen Endgeräten in ein bestehendes Netz für die allgemeinbildenden(!) Schulen; berufliche Schulen, die eine ähnliche ggf. benötigen, sind darin noch nicht enthalten.

Wer möchte kann ja mal nach „Technische Ausstattung an Schulen“ googlen [9] um nach Konzepten zu suchen; auch interessant ist eine Informationsvorlage zu einer Anfrage einer SPD-Gemeinderatsfraktion [10].

So und nun kommt die Pädagogik:

- In welchen Fächern beziehungsweise Fächerverbünden sollen die Medien eingesetzt werden? In welchen Klassenstufen? Wie sollen sie in das “Schulcurriculum” integriert werden?
- In welchen Fächern und mit welcher Unterrichtsorganisation sollen die informationstechnischen Kompetenzen für die Nutzung der Medien vermittelt werden (Computer als Lerngegenstand)? Welche sollen in den Fächern mit Hilfe von Medien vermittelt werden (Schwerpunkte)? Welche Schlüsselqualifikationen (zum Beispiel Methodenkompetenzen) sollen durch den Medieneinsatz unterstützt werden?
- In welchen Unterrichtsformen (Methoden, Sozialformen, Unterrichtsorganisation) sollen die Medien eingesetzt werden (zum Beispiel Gruppenarbeit, Arbeit im Klassenverband, Projektunterricht)?
- Sollen die Medien auch bei den Hausaufgaben genutzt werden können?
- Sollen die Medien bei Prüfungen benutzt werden können?
- Sollen die Medien in die Unterstützungs- und Förderangebote der Schule integriert werden?
- Gibt es Fortbildungsbedarf im Kollegium hinsichtlich Medienkompetenzen, medienpädagogischer Kompetenzen und Fachdidaktik und Medien?

(Lesenswert in dem Zusammenhang ist auch die „Möglichkeiten [des iPads] und Grenzen für die didaktische Nutzung im Grundschulunterricht“ [11])

Im Schulalltag kommen dann noch weitere Probleme:
Du hast ein Tablet mit drei Apps (“Algebra “, “Taschenrechner”, “Trigonometrie”) für den Matheunterricht (1. Std.), nun kommt der Physiklehrer (2. Std.) und möchte seine “Physik” App auch auf dem Tablet. Beim PC wird mit Hilfe des SHEILA-Prinzips[12,13] ein Image mit den oben genannten Programmen erstellt und verteilt. Tablets haben diese Funktion (mangels LAN-Anschluss) nicht, d.h. der Netzwerkbetreuer (ein Lehrer mit insgesamt 2-3 Deputatsstunden zur technischen Vor-Ort-Betreuung) hat einen enormen Aufwand alle einzelnen Tablets (in einem Klassensatz: <30 Stk.) zu konfigurieren.
Daneben muss geklärt sein, wer für die kostenpflichtigen Apps zahlt, die gegebenenfalls benötigt werden.
Und, wenn mal ein anderer Schüler das Tablet hat, sind die Daten des Vorgängers, weg. Denn der neue Schüler braucht Speicherplatz zum Abspeichern seiner Dokumente.

So ein Tablet ist also nicht gerade einfach ;-). Und mit dem Geschriebenen entlarve ich, dieses Vorhaben als nicht durchdacht. Auch wurde das nun Vorliegende bereits im Juni (teilweise) veröffentlicht [14].

Gruss

BBiwy

Referenzen:
[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Schultr%C3%A4ger
[2] https://www.mannheim.de/sites/default/files/page/43107/haushaltsplan_entwurf_2014-2015.pdf (PDF-Version: S. 419)
[3] http://pastebin.com/z2Xcckjf
[4] https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/BildungForschungKultur/Schulen/Tabellen/AllgemeinBildendeBeruflicheSchulenSchulartenSchueler.html
[5] https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/BildungForschungKultur/Schulen/Tabellen/AllgemeinBildendeBeruflicheSchulenSchularten.html
[6] https://de.wikipedia.org/wiki/Schulnetzwerk_%28EDV%29
[7] https://de.wikipedia.org/wiki/Linux-Musterl%C3%B6sung
[8] https://de.wikipedia.org/wiki/logoDIDACT
[9] http://lmgtfy.com/?q=Technische+Ausstattung+an+Schulen
[10] https://ww1.heidelberg.de/buergerinfo/vo0050.asp?__kvonr=16431&voselect=3629
[11] http://waldschulpads.wordpress.com/2012/01/15/interessante-studie-uber-den-einsatz-des-ipads-im-grundschulunterricht/
[12] https://de.wikipedia.org/wiki/LINBO
[13] https://de.wikipedia.org/wiki/PaedML#Entwicklung
[14] http://www.heise.de/newsticker/meldung/CDU-setzt-sich-fuer-Schule-2-0-ein-1875238.html


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