Greenpeace Guide to Greener Electronics 2017 verteilt schlechte Noten an Amazon und Xiaomi

22. Oktober 2017 Kategorie: Hardware, geschrieben von:

Greenpeace USA gibt jedes Jahr seinen Guide to Greener Electronics heraus. Dafür schaut man sich die größten Hersteller von Unterhaltungselektronik an und bewertet, wie jene mit ihrer Herstellung und ihren Produkten der Umwelt schaden. Es ist schließlich kein Geheimnis, dass sich die Firmen marketingwirksam allzu gerne mit Superlativen schmücken: Mustert man die Websites der Tech-Unternehmen und durchstöbert deren umfangreiche Unterbereiche zu Nachhaltigkeit und allerlei Green Initiatives, meint man beinahe ohnehin auf der Präsenz eines Umweltschutzvereins unterwegs zu sein. Die Realität sieht aber oft anders aus.

Greenpeace schaut sich die Hersteller vor allem im Bezug auf drei Aspekte an: Energie, also wie viel Treibhausgase ausgestoßen werden und wie effizient das jeweilige Unternehmen arbeitet bzw. ob erneuerbare Energien genutzt werden. Ressourcenverbrauch, also ob die Produkte des Unternehmens nachhaltig sind und eventuell sogar mit recycelten Materialien arbeiten. Chemikalien, also ob der Hersteller darauf achtet Giftstoffe zu vermeiden – sowohl im Produkt an sich als auch bei der Produktion.

Laut Greenpeace veröffentlichen aber nur sechs der 17 untersuchten Unternehmen Informationen zu ihren Zulieferern. Nur Fairphone und Dell weisen genauere Details aus. Von den drei Top-Smartphone-Herstellern ist Huawei wiederum ein Rätsel: Das Unternehmen macht keinerlei Angaben zu seinen Treibhausgasemissionen oder zu seiner Zuliefererkette. Apple fungiert als Gegenstück, denn es handelt sich um das einzige der untersuchten Unternehmen, das zu 100 % erneuerbare Energien für seine Zuliefererkette voraussetzt.

Kritik übt Greenpeace hingegen an Samsung: 2016 bezog Samsung nur 1 % seines Strombedarfs über erneuerbare Energien. Ebenfalls enttäuscht sind die Umweltschützer abermals von Huawei aber auch Oppo und Xiaomi, die zwar zunehmend Marktanteile gewinnen, aber sich kaum um Nachhaltigkeit bemühen bzw. sehr intransparent bleiben. Das gelte leider auch für Amazon.

Aber auch Apple kommt nicht überall gut weg: Laut Greenpeace werden elektronische Geräte immer stärker so gestaltet, dass sie bei einem Defekt möglichst komplett ausgetauscht werden müssten. Reparaturen seien im Grunde kaum durch die Hersteller vorgesehen. Hier macht Greenpeace neben Apple auch Microsoft und Samsung als schwarze Schafe aus. Gegen diesen bedenklichen Trend würden sich nur Dell, Fairphone und HP positionieren.

Im obigen Bild sehr ihr, wie Greenpeace insgesamt die Unternehmen bewertet hat – auch in Unterbewertungen in den drei eingangs genannten Kategorien. Wenig überraschend schneidet Fairphone nach Schulnoten mit einer 2 (B) am besten ab, während Apple mit einer 2- (B-) auf Platz 2 folgt. Ganz hinten liegen Hersteller wie Oppo, Vivo und Xiaomi, die in allen drei Kategorien Sechsen (F) anhäufen.

Solltet ihr Interesse an allen weiterführenden Informationen aus dem Greenpeace Guide to Greener Electronics 2017 haben, dann findet ihr alles unter diesem Link bei den Umweltschützern.


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Über den Autor:

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