Google will gemeinsam mit Verlagen nervige Werbung eindämmen

9. August 2017 Kategorie: Google, Internet, geschrieben von: André Westphal

Aufdringliche Werbung im Internet ist immer noch an der Tagesordnung auf vielen Websites. Sie hat dann letzten Endes auch zur Hochphase der Werbeblocker geführt, die heute bei vielen Nutzern permanent im Einsatz sind. Was für Anwender auf vielen Websites erst eine angenehme Nutzung ermöglicht, erschwert es aber Verlagen ihre Angebote ohne Gebühren aufrecht erhalten zu können. Das weiß auch Google und versucht immer stärker den Betreibern Mittelwege aufzuzeigen: Es soll Werbung geben, sie darf die Nutzer aber nicht belästigen.

Über die Coalition for Better Ads will Google herausgefunden haben, dass 69 % der Nutzer Werbeblocker überhaupt erst installiert haben, nachdem sie Erfahrungen mit aufdringlicher Werbung gemacht hatten. Im Grunde könnte man also sagen, dass viele Websitebetreiber es sich selbst zuzuschreiben haben, dass Werbeblocker mittlerweile so hoch im Kurs stehen.

Google hatte im Juni den sogenannten Ad Experience Report gestartet: Er gibt Verlagen und Websitebetreibern dazu Rückmeldung, ob die bei ihnen geschaltete Werbung gegen die Standards der Coalition for Better Ads verstößt. Innerhalb der letzten zwei Monate griffen laut Google 140.000 Verlage weltweit auf diese Daten zurück.

 

Wenig überraschend: Popups nerven die Nutzer am meisten. Doch nicht nur das, sie stehen dann auch an Desktop-Websites für 97 % der Verstöße gegen die vorgeschlagenen Standards für unaufdringliche Werbung. Bei Betreibern bzw. denjenigen, welche die Werbung buchen, sind sie dennoch beliebt. Denn sie drängen die Werbung eben in den Vordergrund. Genau deswegen stören sie aber eben die Nutzer. Google empfiehlt deswegen stattdessen Full-Screen-Inline-Werbung.

Dabei unterscheiden sich die Probleme von Desktop- und Mobile-Websites durchaus. Denn während Popups am PC eben aus Nutzersicht das größte Problem sind, trifft dies war auch auf mobile Endgeräte zu – aber im geringeren Maße. Dafür ist die Dichte an Werbung hier ein zweiter, sehr großer Faktor. Denn 21 % der Probleme sind auf eine zu hohe Werbedichte zurückzuführen. Viel Werbung führt auch zu längeren Ladezeiten. Außerdem kommen die Nutzer eventuell zur Wahrnehmung, dass es auf einer Website mehr um Werbeanzeigen, als um Inhalte geht – auch davon hat der Betreiber auf lange Sicht nichts.

Interessant: Laut Google sind die problematischsten Websites wider Erwarten nicht die großen Verlage, wie etwa Tageszeitungen, sondern oft kleine Portale mit weniger Manpower und Qualtitätskontrolle. Hier will Google in Zukunft noch stärker Unterstützung liefern und Betreiber klar darauf hinweisen wann und wie sie gegen die Better Ads Standards verstoßen.

Das positive Resultat sei laut Google, dass die Internetnutzer Werbung nicht per se ablehnen – nur eben sehr aufdringliche. Man darf gespannt sein, wie sich diese Thematik also noch entwickelt.


Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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