Google will der Android-Fragmentierung Einhalt gebieten

13. Dezember 2016 Kategorie: Android, Google, Mobile, Software & Co, geschrieben von: André Westphal

AndroidBei Google ist Hiroshi Lockheimer der Senior-Vizepräsident für Android, Chrome OS und Google Play. In einem Gespräch mit All About Android hat er nun relativ offen seiner Frustration zur Fragmentierung des Betriebssystems Luft gemacht: So ist es weiterhin keine Seltenheit, trotz der Verfügbarkeit von Android 7.1, noch verhältnismäßig aktuelle Geräte mit z. B. Version 5.1 in der freien Wildbahn anzutreffen. Auch mit Android 4.4 und Co. sind noch viele User unterwegs. Bis sich neue Android-Versionen wirklich auf den Geräten ausbreiten, vergehen in der Regel Monate oder Jahre. Hier gelobt Lockheimer Besserung.

Nun kann Google bzw. Lockheimer direkt nichts dafür, wenn die Hersteller so lange herumtrödeln, bis Updates erscheinen. Teilweise erhalten bereits erhältliche Smartphones beim Erscheinen einer neuen Version gerade einmal ein Update auf die letzte Variante. Beispielsweise erhielt mein eigenes Honor 6+ kurz vor Erscheinen von Android 7.0 erst eine Aktualisierung auf Android 6.0. Die Partner wiederum schieben den schwarzen Peter gerne an die Mobilfunkanbieter und deren Zertifizierungsprozesse weiter. Lockheimer gibt nun zu, dass diese Situation nicht nur für Kunden, sondern auch für Google selbst „sehr frustrierend“ sei. Man lasse seinen Partnern viele Freiheiten, doch letzten Ende gebe es nichts herumzureden: Die Verbreitung neuer Android-Versionen dauere schlichtweg viel zu lange. Doch Google habe hier durchaus Ideen, um Abhilfe zu schaffen.

Android n

Demnach wolle Google an Android basteln, um den Aufwand für die Erstellung von Updates zu reduzieren. Hersteller wie Samsung, Huawei, Sony und Co. benötigen meist viel Zeit, um ihre eigenen Oberflächen wie TouchWiz anzupassen. Es gab auch bereits Hinweise, laut denen Google über seine Android Extensions z.B. einzelne Teile des Betriebssystems über den offiziellen Play Store aktualisieren könnte. Auch hier sind aber die Details noch weitgehend offen.

Vielleicht am wichtigsten: Google wolle sich nochmals mit seinen Partnern an einen Tisch setzen und jene drängen schneller Geräte-Updates zu entwickeln. In der Tat sehen die Hersteller hier oftmals selbst keine hohe Priorität: Schließlich wollen die Unternehmen lieber neue Hardware verkaufen, als bereits abgesetzte Geräte mit kostspieligen Updates zu versorgen.

Aktuell mahnt der Google-Manager, Hiroshi Lockheimer, dass die Kunden beim Kauf ihrer mobilen Endgeräte darauf achten sollten, welcher Hersteller eine gute Update-Politik betreibe. Die Käufer könnten so ein Zeichen setzen.

(via Der Standard)

Anzeige: Der neue Karriereservice von Caschys Blog in Kooperation mit Instaffo. Lass dich von Unternehmen finden. Jetzt kostenfrei anmelden!

Über den Autor: André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

André hat bereits 2265 Artikel geschrieben.