Google und die Privatsphäre in Gmail

14. August 2013 Kategorie: Backup & Security, Google, Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Gmail-Nutzer haben keinen gesetzmäßigen Anspruch auf Privatsphäre in Gmail. So wird Google gerade von vielen Seiten zitiert. Dass dieses Zitat aus dem Zusammenhang gerissen wird, ist dabei erst einmal egal. Was es aber damit auf sich hat, wird erst deutlich, wenn man sich den Zusammenhang anschaut. Es geht um die Werbeanzeigen in Gmail, die nur deshalb personalisiert ausgeliefert werden können, weil Google die Mails scannt und dem Inhalt entsprechende Werbung platziert. So wird dies bereits seit 2004 praktiziert, auch damals gab es einen kleinen Aufschrei, die meisten Nutzer freuten sich jedoch über die damals 1 GB Speicher.

Gmail


Das Zitat, um das es hier geht ist “no legitimate expectation of privacy”. Dieses ist ein Zitat im Zitat, nämlich aus folgender Passage: “Just as a sender of a letter to a business colleague cannot be surprised that the recipient’s assistant opens the letter, people who use web-based email today cannot be surprised if their emails are processed by the recipient’s [email provider] in the course of delivery. Indeed, “a person has no legitimate expectation of privacy in information he voluntarily turns over to third parties.”

Vollständig müsste es also heißen “a person has no legitimate expectation of privacy in information he voluntarily turns over to third parties.” Dies führt Google gerade in einer Sammelklage als Verteidigung an. Der Vorwurf ist, dass die Werbung in Gmail und das damit verbundene Scannen der Mails gegen das Abhörgesetz ist. Google sieht dies natürlich nicht so und führt außerdem an, dass jeder Nutzer den ToS zugestimmt hat, die dieses Scannen erlauben.

Es ist also keineswegs so, dass Google der Meinung ist, dass man keinen Anspruch auf Privatsphäre hätte. Gerade in der heutigen Zeit, wo Privatsphäre dank NSA & Co wieder groß geschrieben wird, ist so ein aus dem Zusammenhang gerissenes Zitat natürlich Gift für ein Unternehmen, das eh schon als Datenkrake verschrien ist.

Quelle: TNW |
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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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