Google und Apple kämpfen um Exklusiv-Titel für ihre App Stores

21. April 2014 Kategorie: Android, Apple, Google, iOS, Mobile, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Der Kampf um Exklusiv-Titel im Gaming-Bereich ist bei Konsolen bereits Alltag. Oft entscheiden sich Gamer aufgrund des Spiele-Angebots für oder gegen eine Konsole. Nach einem Bericht des Wall Street Journals hat sich dieser Kampf mittlerweile auf den Bereich Mobile ausgeweitet. Google und Apple sollen sich mit Entwicklern auf eine gewisse Exklusivität, meist noch zeitbegrenzt, einigen wollen. Als Beispiele werden hier Plants vs. Zombies 2 und auch Cut the Rope 2 genannt.

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Der Vorteil für die Entwickler liegt auf der Hand, die exklusiven Games werden in den App Stores prominent beworben. Eine wichtige Sache, etwaige Kunden müssen ein neues Game erst einmal in den großen App Stores entdecken, damit es auch geladen wird. Aber ganz so einfach wie im Bereich der Spielekonsolen ist es dann doch nicht.

Apple zieht bei seinen Geräte-Neuvorstellungen gerne aufwändige Games heran, um die Leistungsfähigkeit der neuen Hardware zu präsentieren. Idealerweise sind dies dann Games, die es nur für iOS gibt. Sah man bereits beim ersten Teil von Infinity Blade (welches auch heute noch exklusiv für iOS-Geräte zu haben ist), das eher gefloppte Clumsy Ninja wurde ebenso dafür genommen. Kürzlich erschien Boom Beach von den Machern der Erfoglsspiele HayDay und Clash of Clans. Öffnete man den App Store auf einem iOS-Gerät prangte ein fetter Banner dazu ganz oben, verziert mit einem „Exklusiv im App Store“.

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Richtig ist, dass Spiele ein wichtiger Faktor für einen App Store sind, sorgen sie für einen Großteil der Umsätze. Falsch ist aber wohl die Annahme, wie sie auch Emily Greer, Chefin von Kongregate, vertritt. Sie sagt, dass die Menschen die Plattform wechseln, wenn bestimmte Spiele nicht vorhanden sind. Das mag im Bereich der Spielekonsolen korrekt sein, für Smartphones und Tablets kann dies aber nicht stimmen.

Eine solche Kaufentscheidung ist bei Konsolen sicher gegeben, will ich Pokemon spielen, muss ich zu einer Konsole von Nintendo greifen, soll es Titanfall sein, muss eine Xbox (oder ein PC) her. Eine Spielekonsole wird wegen der Spiele gekauft, ein Smartphone oder Tablet aber (noch) nicht. Da spielen ganz andere Faktoren eine Rolle. Gaming ist bisher eine nette Zugabe im mobilen Bereich, aber keine entscheidende.

Langfristig könnte der Kampf um exklusive Titel aber durchaus Sinn ergeben. Spiele sind das Produkt, das Geld in die Kassen spült, kommen dann eigene Gaming-Boxen der großen Hersteller, werden diese – durchaus vergleichbar mit Spielekonsolen – aufgrund ihrer verfügbaren Inhalte gekauft. Der Hersteller, der die Nase dort mit Exklusiv-Titeln vorne hat, dessen Wohnzimmer-Device wird sich besser verkaufen.

Amazon soll zudem auch sehr interessiert daran sein, exklusive Titel von den Entwicklern zu bekommen. Den hauseigenen Geräten soll dies einen Aufschwung verleihen. Amazon hat hier den großen Vorteil, dass das Unternehmen bereits mit dem Fire TV eine Box anbietet, die sich auch als Spielekonsole eignet, dafür gibt es einen extra Controller.

Bei den Entwicklern sieht es unterschiedlich aus. Gameloft zum Beispiel sieht keinen Sinn darin, die Android-Plattform verspätet zu bedienen (auch wenn dies oftmals der Fall ist). Aber Gameloft ist auch groß genug, um auf die prominente Platzierung in Apples App Store nicht angewiesen zu sein. Hinzu kommt die Tatsache, dass Android wesentlich weiter verbreitet ist als iOS, man würde also auf Einnahmen verzichten, wenn man zunächst nur eine Plattform bedient, auch wenn diese zahlungsbereiter ist.

Ich selbst spiele unheimlich gerne auf mobilen Geräten. Und für mich ist es auch tatsächlich so, dass iOS in diesem Fall sehr viel attraktiver ist. Nicht wegen der Exklusivtitel, aber weil es immer noch so ist, dass viele neue Titel zuerst für Apples Betriebssystem erscheinen. Das hat sich zwar in den letzten Jahren stark verbessert, viele Top-Games erscheinen aber immer noch Tage oder Wochen vorher für iOS. Dennoch würde ich einen Smartphone- oder Tablet-Kauf nie von den erhältlichen Spielen abhängig machen. Und Ihr sicher auch nicht, oder?



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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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