Google Street View und Datenschutz

13. August 2010 Kategorie: Google, Internet, geschrieben von: caschy

Mensch Leute – wir haben noch gar nicht über Google Street View und Datenschutz diskutiert – dabei ist es doch gerade ein Bombenthema in so ziemlich allen Medien. Da positionieren sich Opa und Oma schön vor dem kleinen Häuschen, lassen sich von Zeitung und TV inklusive Haus ablichten und filmen – regen sich aber über Google Street View auf. Ich komme aus dem Ruhrpott – da hängen alte Leute den ganzen Tag am Fenster und betreiben Street View ;)

Berlin, Bielefeld, Bochum, Bonn, Bremen, Dortmund, Dresden, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart und Wuppertal kommen Ende 2010 unter die Google’sche Lupe.

Die Jungs von Google haben einen Presseverteiler rumgeschickt, aus dem auch hervorgeht, wo und wann ihr euch beschweren könnt bzw. Widerspruch gegen Google Street View einlegen könnt. Dann wird euer Häuschen eben verpixelt in Google Maps dargestellt.

Dafür könnt ihr eine E-Mail schreiben, ab nächster Woche ein Onlineformular nutzen oder erst in Google Maps stöbern und auf MELDEN klicken. Denn dann kann im Nachhinein gepixelt werden. Falls wer nicht im Verteiler ist oder die News gelesen hat (danach gehts mir meinem Blabla weiter):

Option 1: Senden Sie einen Antrag mit genauen Angaben an Google. Das geht per E-Mail an streetview-deutschland@google.com oder per Brief an Google Germany GmbH, betr.: Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg.

Seit April 2009 können Eigentümer und Mieter in Deutschland auf den oben beschriebenen Wegen ihre Anträge an Google senden, um die Unkenntlichmachung ihres Hauses/ihrer Wohnung in Street View zu veranlassen.

Die Anträge, die per Brief eingereicht wurden, werden wie versprochen umgesetzt, bevor die entsprechenden Abbildungen in Street View verfügbar gemacht werden, und es sind seitens des Antragsstellers keine weiteren Maßnahmen erforderlich.
Antragsteller, die uns per E-Mail geschrieben haben, bekommen wie ihnen angekündigt eine Nachricht mit der Bitte, das in Option 2 beschriebene Online-Tool zu benutzen.

Eigentümer und Mieter können Google weiterhin Anträge per Brief senden. Eigentümer und Mieter aus den 20 Städten, die Google noch dieses Jahr in Street View verfügbar machen wird, beachten bitte Folgendes: Damit Ihr Antrag rechtzeitig vor der Einführung von Street View umgesetzt werden kann, muss der Brief mit Poststempel vom spätestens 21. September 2010 datiert sein. Alle rechtzeitig eingereichten Anträge werden vor Start umgesetzt.

Option 2: Verwenden Sie das ab nächster Woche (KW33) verfügbare Online-Tool
Das Online-Tool ist eine zusätzliche, ergänzende Möglichkeit für Mieter und Eigentümer in Deutschland, wie sie Google mit der Vorab-Unkenntlichmachung ihres Hauses beauftragen können, sofern sie dies nicht bereits zuvor per Brief getan haben.

Das Tool ist ein neues Instrument und wird für jene 20 Städte, die wie angekündigt als erste Städte via Street View in Deutschland online gestellt werden, für einen begrenzten Zeitraum bis Mitternacht (23.59 Uhr) am 15. September 2010 verfügbar sein.

Das Tool wird für alle anderen deutschen Städte und Gemeinden auch weiterhin bis ins nächste Jahr online zur Verfügung stehen, um auch in allen anderen deutschen Städten und Gemeinden die Vorab-Unkenntlichmachung von Bildern zu ermöglichen, bevor Street View für diese Städte und Gemeinden freigeschaltet wird.

Wer bereits per Brief die Vorab-Unkenntlichmachung seines Hauses beantragt hat, muss dies nicht nochmals mit Hilfe des Tools wiederholen. Diese Anträge werden bereits bearbeitet.
Sowohl die online- wie offline eingereichten Widersprüche für die 20 Städte müssen vor den oben genannten Terminen eingegangen sein, um ausreichend Zeit für die Bearbeitung vor Launch zu ermöglichen.

Option 3: Street View nach der Einführung in Deutschland ausprobieren und erst dann entscheiden, ob man per Street View-Reporting-Link innerhalb des Dienstes das Haus/die Wohnung unkenntlich machen möchte.
Den Start von Street View auch in Deutschland abzuwarten, bietet den Vorteil, dass Nutzer den Dienst selbst ausprobieren, die Abbildung ihres Hauses/ihrer Wohnung ansehen und die Vorteile von 360-Grad-Straßenansichten auch in Deutschland in der Praxis erfahren können, bevor sie die Unkenntlichmachung von Aufnahmen unwiederbringlich beantragen.

Wie für Street View in aller Welt gängig, können Nutzer auch nach der Bereitstellung des Dienstes in Deutschland ganz einfach auf den Link “Ein Problem melden” links unten auf jedem einzelnen Street View-Bild klicken. Damit können Sie Google informieren, wenn Ihr Haus/Ihre Wohnung nachträglich unkenntlich gemacht werden soll.


Größere Kartenansicht
So, das war die Mail von Google zum Thema Street View in Deutschland. Ich habe sehr viel gelesen in den Tagen. Meinungen von klugen Köpfen und von Idioten. Mich interessiert aber eure Meinung zu Google Street View.

Ich selber werde nicht pixeln lassen (außer in 8Bit). Ich finde die Maps und auch Street View klasse. Klar, Autonummern und Personen müssen raus. Ich freue mich auf virtuelle Spaziergänge durch Städte und kann auch meinen Urlaub planen. Und wer keinen Urlaub hat, der kann durch die Maps streifen. Aber vielleicht übersehe ich ja etwas…

Also, wie sieht eure Sicht der Dinge aus? Freue mich auf eine rege Diskussion :)

Über den Autor: caschy
Dortmunder im Norden. Blogger, Freund gepflegter Technik, BVB-Maniac und Hausmeister dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING und YouTube.

54 Kommentare

Fritz Weisshart (twitter ) 13. August 2010 um 20:12 Uhr

Jede Kritik an GSV ist vorgestrig, hysterisch und lächerlich. Und Eisenbahn fahren mit mehr als 15 km/h macht verrückt.

tux. (twitter ) 13. August 2010 um 20:19 Uhr

Pervers, wie alles von Google.

m106 (twitter ) 13. August 2010 um 20:20 Uhr

Eigentlich muss man gar nicht darüber diskutieren, da Google keinerlei Privatsphäre verletzt, weil sie nur den öffentlichen Raum fotografieren. Klar Gesichter und Kennzeichen müssen raus, aber das reicht dann auch schon.

Die ganze Debatte wurde nur von einpaar schwachköpfigen Journalisten angezettelt, die irgendwelche schwachköpfige Datenschützer um Stellungnahme gebeten haben. Es gibt doch schon längt Dienste die das selbe wie Street View tun und zwar in Deutschland.

http://www.wiwo.de/technik-wis.....ew-437663/

TomTom 13. August 2010 um 20:21 Uhr

Diese ganze Diskussion ist schizophren und lächerlich.
Wir sollten uns lieber um die echten Datenskandale kümmern.
Die Bilder sind Momentaufnahmen und ggf. Jahre alt und aus öffentlichen Raum aufgenommen (muss ich etwa bald mit verbundenen Augen durch die Straßen gehen, ich könnte ja jemandes Haus sehen), ich frage mich wie “Persönlichkeitsrechte” verletzt werden können. Zumal Autokennzeichen und Personen ja unkenntlich gemacht werden.

Zaunei 13. August 2010 um 20:26 Uhr

Ich finde Street View gut und habe nichts dagegen. Ich finde das sich die Deutsch zu viel darüber aufregen, in andern Ländern hat es ja auch ohne Probleme geklappt. Am schlimmsten sind aber die die keine Ahnung haben und sich Street View nie angeschaut haben und meine das Street View scheiße ist.

sszhd 13. August 2010 um 20:31 Uhr

ich frag mich nur, was das ganze Theater soll. Der BGH hat zu diesem Thema ein Grundsatzurteil gefällt. (BGH GRUR 1990) Welches die so genannte Panoramafreiheit anbelangt (UrhG §59, welche auf der EU-Richtlinie 2001/29/EG basiert). Vereinfacht also, alles was von der Straße aus sichtbar ist, darf auch abgelichtet und publiziert werden. Davon sind in der Tat Persönlichkeitsrechte ausgenommen (Recht am eigenen Bild/Abbild), da Personen aber generell unkenntlich bzw. seit Neuestem sogar ganz aus dem Bild gelöscht werden, widerspricht auch dieses dem nicht.

Schuld an diesem ganzen Theater sind wiedermal die Medien , die aus einer Mücke einen Elefanten machen und diesen dann durchs Dorf treiben. Unsere Politikelite, beschränkt wie sie nun einmal ist, weiß nichts besseres zu tun, als auf diesen Zug aufzuspringen. Sie macht Stimmung dagegen, nur um von den ernsten Themen, welche wirklich angegangen werden müssten, abzulenken und bricht im blinden Aktionismus irgendwelche Aktionen vom Zaun, die dann vor Gericht sowieso wieder keinen Bestand haben. Bestes Beispiel, Vorratsdatenspeicherung, Online-Durchsuchung, nachträgliche Sicherungsverwahrung, HartzVI-Regelsätze etc. pp. um nur einge wenige zu nennen.

In diesem Sinne: erst groben Überblick verschaffen, dann geeignete Quellen raussuchen, dann lesen und erst dann sich eine Meinung darüber bilden. So war es zumindest mit der Diplomarbeit und so sollte man es auch mit allen anderen “heißen Eisen” handhaben.

Dominik 13. August 2010 um 20:32 Uhr

Für alle die Google Street View scheiße finden gibt es ja noch http://www.sightwalk.de :-D

TomTom 13. August 2010 um 20:33 Uhr

@sszhd “ich frag mich nur, was das ganze Theater soll”
Das ganze dient der Ablenkung und kommt der Politik gerade recht.
Wir sollten und lieber über SWIFT, VDS und ELENA gedanken machen.

Basian (twitter ) 13. August 2010 um 20:36 Uhr

Mir ist das schlicht und ergreifend total wurscht.
Solang ich nicht da iwo zu sehen bin oder die Einrichtung durch mein Fenster klar zu erkennen ist.
Nr.Schilder müssen wech. Klar. Personen bzw. gesichter müssen wech. Klar.
Ich wäre aber auch dafür das alles was hinter der hecke los ist auch wech muss. Sonst brauch ich auch keine Hecke wenn ich will das jeder dahinter gucken kann. Oder?
Sonst ist StreetView natürlich ne klasse Sache. Ich kann quasi einen Virtuellen Kurzurlaub machen und mir die Städte ansehen.
Vielleicht können wir uns ja auch iwann auf GoogleMuseumView freuen. So wie das tolle Video von GoogleHomeView nur halt in eh öffentlichen Gebäuden.

Sollen die halt machen. Auch wenn es schon jedem klar ist, dass es für Menschen mit bösen Absichten eine Erleichterung ist, sich um ihr nächstes Objekt einen relativ guten Objektiven Eindruck zu machen.

lev_jung (twitter ) 13. August 2010 um 20:40 Uhr

Jetzt am Wochenende ist bei uns in Leverkusen Bierbörse – eine der Besten wie ich finde. Es wird wieder sehr viele “Idioten” geben, die mit dem Alkohol nicht umgehen können und denen es nichts ausmacht, von 10.000en bekannten und fremden Mitmenschen besoffen in irgendwelchen Ecken liegend gesehen zu werden. Ich kann da mit den Kritiken an GSV nicht wirklich viel anfangen.

Ein Beispiel: Ein Mieter verhindert die Aufnahme des hauses, in dem er zur Miete wohnt. Einige Zeit später muß er umziehen und landet in einem Haus, das bei GSV aufgenommen wurde. Versucht er das Haus dann nachträglich auch pixeln zu lassen?

Beispiel Einbruchsvorbereitung: Manch einer unterstellt, dass einbrecher potentiell lukrative gegenden per GSV auskundschaften. Ein oder zwei gepixelte Häuser werden die nicht daran hindern.

Ich persönlich finde GSV nicht schlecht, ermöglicht es doch gegenden anzuschauen, bevor man dort hin fährt.

Was den Datenschutz angeht frag ich mich allerdings, aus welchem Grund auch WLan Informationen mit aufgezeichnet werden. Dass das nicht “aus Versehen” geschieht ist klar, denn Kameras können sowas von alleine nicht wirklich – hier ist vorsätzlich anderes Equipment mit eingebaut worden um diese Informationen vorsätzlich zu bekommen. Hier unterstelle ich Google allerdings einen vorsätzlichen Versuch des mehrfachen Datendiebstahls, zumindest aber massive vorsätzliche Datenschutzverstöße…

Josef 13. August 2010 um 20:55 Uhr

Bin ganz deiner Meinung und bin, schon aus beruflicher Sicht, froh wenn die endlich vorbeikommen. Hoffentlich passiert das im Sommer oder wenn Winter dann mit vieeeel Schnee auf dem Dach. ;-)

hoschi 13. August 2010 um 20:57 Uhr

ich seh das eher so: Die Leute regen sich halt auf weils neu ist. in 1 Jahr interessiert das keine Sau mehr. Beispiel: Würde es kein Telefonbücher geben und jmd käme gerade auf die Idee sowas herauszubringen wäre der Aufschrei groß. Gibt es sowas aber, wie es ja der Fall ist, und ist es gewohnheit dann regt sich keiner auf. Oder anderes Bsp: Google Maps mit SatBildern. Regt sich da noch einer auf ? Nein. Genau so- wirds auch mit GSV sein. und wer wirklich meint er will was nicht zeigen-> kann er ja machen…

Matze_B (twitter ) 13. August 2010 um 21:21 Uhr

Eindeutig PRO Street View.
Fragen: Kann jetzt jeder ‘Depp’ sagen: dat is doch bei uns da vorne, ‘ande Kreuzung bein Bäcka .. gleich mal Antrag stellen ..
Kommen dann PRO Google-Aktivisten und pflastern ein geblocktes / verpixeltes Haus mit Panoramio Fotos zu ..
Warum bekam / bekommt eigentlich sightwalk.de zB. nicht die Auflagen wie Google ..
Was ist denn mit Seiten wie zB. berlin-street-view.de .. gar nix verpixelt ..
Andere Sachen wurden ja oben schon erwähnt; sonst ist ja zumindest in Bonn, ähhh Berlin Datenschutz bisher auch anders definiert worden, liebe Frau I. Aigner .. ich lach mich tot, wenn ich diesen populistischen Aktionismus aus Reihen der Politik sehe ..
Matze

michl 13. August 2010 um 22:12 Uhr

Klar solln doch ihre Bilder machen, ich glaube ich mach ne Firma auf und mach die Bilder selbst bis das jemand mitbekommt wer ich bin mach ich Google ein Angebot die können gerne meine Bilder benutzen (gegen Bezahlung).
Lustig wirds wenn die wie aufn Video fahren die fahren auf der falschen Seite.
Ich schreib nicht was ich über unsere Chefs in Berlin halte, aber die regen sich über Datenschutz auf ? man ich bin aus Bayern da ist Google das kleinste Übel.
Wenn die lustigen Politiker uns so schützen wolln solln sie Proxy für alle einführen (achja bekommt JAP noch öffentliche Mittel) und die Google-Dienste selbst aufbauen und dann für alle gesicherte Verbindungen und das alles als Grundrecht und dann natürlich unabhängig. Und nur um Caschy zu ärgern stell ich mich ab heute mit ner CLUBfahne auf die Straße und warte auf Google :)

paradonym 13. August 2010 um 22:15 Uhr

Wenn ich ehrlich sein muss– Carstens Haus habe ich schon in mehreren Map-Diensten genauestens unter die Lupe genommen. (Bisher hab ichs immer am roten Auto erkannt— jetz kommt ja n schwarzes dazu :) ) – Sowohl die Vogelperspektive in den Bing Maps als auch Google Maps und Google Earth. Sonderlich interessant wars eigentlich nicht und ansich hab ichs nur aus reiner Neugierde gemacht. Street View wäre eine interessante Sache mehr, wobei ich da eigentlich auch keine großen Knaller erwarte.. Die meißten Häuser sind doch einfach nur Häuser und nicht irgendwelche Schlösser dessen Geheimtüren man auf alle Fälle verstecken muss… Ich sag ma so – Nudisten-WGs können das ja beantragen, aber aus reinem Paranoismus würde ich nie ein ganzes Haus verpixeln lassen. Personen müssen raus, am besten so weit wies nur irgendwie geht, genau so siehts mit Fenstern aus… Und wem sein eigenes Auto so wertvoll ist kanns ja auch gerne verpixeln lassen.

Ich werd nur mich verpixeln lassen, im Londoner Streetview hab ich sogar schon ein Paar Leutz gemeldet dessen Köpfe noch klar und deutlich zu sehen waren… Mit Grundstücken hab ich da keine Probleme…

Dirk (twitter ) 13. August 2010 um 22:35 Uhr

Hallo,
ich bin auch für GSV. Das schlechte Image was entstanden ist, durch die WLAN Aufzeichnung, ist total übertrieben. Viel schlimmer finde ich die Sache, z.B. das Apple seine Kunden dazu missbraucht, um seine Datenbanken auf zu bauen.
Der ganze Aufstand der weider um GSV gemacht wird, ist wieder nur dazu da, das sich ein paar Politiker profilieren können.
Die eigentlichen “schlimmen” Dinge, die wirklich in unsere Privatsphäre eingreifen (Swift EULA und co.) werden natürlich nicht abgesprochen. Denn die sind ja zu unserem Schutz vor den schlimmen Terroristen da.
Ich wünsch noch eine gute Nacht.

michl 13. August 2010 um 22:37 Uhr

Ich hoffe nur jetzt muss nicht auch die ARD ihre so hoch gelobte Serie “Die schönsten Bahnstrecken” nacharbeiten sonst geht die TV-Gebühr hoch. Warum haben und da die Politiker nicht beschützt (ach weil die sonen Blödsinn unterstützen und wir auch noch das ganze zahlen? ). Bei dem Zeug kann man auch Leute sehen und Häuser und Autos …….. komisch das war 1995 erlaubt.

Andi (twitter ) 13. August 2010 um 22:53 Uhr

Ich schliesse mich der Meinung von Matze_B an.
Da ich morgen in meinen verdienten Urlaub fahre, bin ich mal geschpannt, was die Leute zu mir sagen, wenn ich als leidenschaftlicher Hobby-Fotograf alle Strassen meiner Ferienwohnung ablichte …
Und auf der anderen Seite schreiben die wildesten Herrschaften die unmöglichsten Kommentare in irgendwelchen Foren …
Und dann sich beschweren ;)
Das geht ja garnicht :->

3lektrolurch 13. August 2010 um 22:57 Uhr

Diese ganze Diskussion ist wohl den deutschen Medien zu “verdanken”, erst recht, wenn Sommerloch-Zeit ist.
Vor GSV war Ölpest im Golf, demnächst wieder was anderes. Und jeder ist dann wieder sein eigener bester Bescheidwisser.
Ok, die Medien tun nur ihren Job, der Konkurrenzkampf ist hart und neue Themen sind immer erwünscht. Der Konsument aber durchschaut es nicht so recht und hält die erzeugte heiße Luft für notwendig + angemessen.

Jens 13. August 2010 um 23:09 Uhr

Wuppertal???

Tiescher 13. August 2010 um 23:12 Uhr

Comedy Gold

http://www.rp-online.de/duesse.....92897.html

Vier Rentner beschweren sich über GSV und lassen sich vor Ihrem Haus mit Namen für die Zeitung und das Internet ablichten.

*lol*

Tchooe 13. August 2010 um 23:17 Uhr

Die, die jetzt hier so laut proklamieren, dass alle Gegner von GSV Idioten sind und keine Ahnung haben, denken genauso kurz wie die, die sie anprangern.

Und ja, damit sind Leute gemeint, die sowas hier ablassen:
“Jede Kritik an GSV ist vorgestrig, hysterisch und lächerlich.”

Und viele der “Argumente” pro GSV, die man zu hören bekommt, sind absolut hanebüchener Unsinn. Nur weil in einem halben Jahr keiner mehr danach fragt, muss es noch lange nicht gut sein.

Das einzig richtige ist, sich anhand verlässlicher Quellen und unterschiedlicher Sichtweisen seine eigene Meinung zu bilden.
Das sollte der ein oder andere mal in aller Ruhe tun …

LeMag 13. August 2010 um 23:25 Uhr

Der Spot ist genial.
Der ist richtig gut gelungen.

smk 13. August 2010 um 23:32 Uhr

Ich warte auch auf SW und äregere mich über deren WLAN-Eigentor.
Es gibt andere Dienste, die Starßenbilder schon länger darstellen.

Hier sogar unverpixelt, wenn denn mal Leute da sind:
http://www.stadtpanoramen.de/html/360_grad.html

Auch nett der Artikel bei ZEIT Online zum Thema Aktualität, die ja nicht gegeben ist:
http://www.zeit.de/digital/dat.....treet-view

Meiner Meinung nach ist der einzige kleine Haken, die Aufnahmehöre, der Rest wird von der Panoramafreiheit gedeckt. Warum Hausbesitzer Bilder löschen lassen dürfen ist mir echt ein Rätsel. Geh ich da vorbei und mach ein Foto, darf ich das schließlich auch auf meine HP stellen.

Und das Einbruchsargument ist so schlecht, dass die Leute kaum selber dran glauben (sollten).

Ich hoffe, dass die Kritiker das mal ausprobieren und es dann toll finden, damit endlich Ruhe ist.

Selbst die Pampa in Finnland ist in Street View:
http://img824.imageshack.us/im.....etview.png

Mac (twitter ) 13. August 2010 um 23:38 Uhr

Habt ihr euch mal Street View in den USA oder um in Europa zu bleiben, in Frankreich mal angeschaut und was sieht man? Nicht mehr als wenn man selbst durch die Straße laufen würde. Autokennzeichen und Gesichter sind verpixelt.

Guckt man sich die Bilder in Vororten oder kleineren Städten an, sieht man auch nicht mehr. Gerade so als wenn ich dort einen Spaziergang mache, nicht mehr aber auch nicht weniger.

Ein schönes Thema bei dem sich Politiker als Bollwerk für die Privatsphäre profilieren. Doch genau die gleichen Leute, die sich jetzt wie die Virginia Farm Boys aufführen, hatten keine Probleme damit so tolle
Dinge wie:

- Vorratsdatenspeicherung
- Biometrische Reisepässe
- Swift-Abkommen zum Transfer von Kontobewegungen USA-EU
- Nacktscanner an Flughäfen
- Adresshandel zu Werbezwecken
- Unzählige Überwachungskameras in Städten
- Mautbrücken die automatisch alle Kennzeichen erfassen

absegnen. Aber jetzt wird ein riesen Bohei um Google gemacht, die Häuser von der Straße aus fotografieren, das ist blanker Hohn.

Und was ist eigentlich mit Bing? Das Pondon von Microsoft. Kein Mensch redet darüber, seltsam. Die Bilder der Vogelperspektive sind heute schon häufig von besserer Qualität, wie Maps sie aktuell bietet. Und in den Laboren von Microsoft hecken sie was ganz tolles aus. Bildmaterial in Echtzeit eingebunden in Bing: http://www.golem.de/1002/73193.html
Der Artikel ist vom 17.02.2010! Offenbar hat den keiner der Farm Boys
gelesen, denn das was Bing da vor hat, darüber würde ich mir Gedanken
machen und nicht über eine Straße die vor einem halben Jahr mal
fotografiert wurde.

Ach ja noch was zum lachen. Gestern hat RP-Online ein Artikel zum
Protest gegen Street View veröffentlicht.
http://www.rp-online.de/duesse.....92897.html

Genau die Leute, die dagegen sind, lassen sich vor ihrem Haus ablichten und darunter stehen Vor- und Nachname.

Kampfschmuser 14. August 2010 um 00:17 Uhr

Das Argument, dass man nicht mehr sieht, als wenn man durch die Straßen geht, hat zwei Haken. Erstens ist man nicht überall vor Ort, zweitens ist die Kamera von Streetview nicht in 1,8m, sondern in 3m Höhe. Hecken, Zäune, die ihren Sinn u.a. in der Privatsphäre haben, werden damit “elegant” ausgehebelt.

Des weiteren wird es dank StreetView und anderen Diensten immer leichter in fremde Leben hineinzuschauen. Sag mir wo du wohnst, ich sag dir wer du bist.

Sei nicht böse?! Wenn man genauer hinschaut, kritisch nachdenkt, wird man bei Google immer wieder Anzeichen entdecken, dass man so fromm nicht ist. Man kann es natürlich immer wieder als “Ausrutscher” (Wlan) entschuldigen.

Die User lassen sich von Google mit der Bezahlung von ein paar kostenlosen Diensten verprostituieren und merken dabei nicht, dass sie diese Dienste teuer mit ihren Daten bezahlen. Einzelne Daten haben keinen Wert. Ohne Zweifel. Aber die HDDs werden immer größer, das Netz immer umfangreicher, die Dienste zahlreicher und am Ende steht eine Datenbank, die über jeden alles weiß. Und diese Datenbank ist dann im Besitz einer privaten Firma, die den Datenschutz gerne mißachtet, aber selber nichts raus rückt. Weitermalen kann jeder für sich selber. Sei nicht böse… klaro.

Wie blind oder/und blöd muss man eigentlich sein?

Zu mir selber: Angefangen 1982 mit Basic auf dem VC20 und dann C64 (mal “googeln”, wer es nicht kennt), Sinclair (Spitzname Radiergummi), Schneider CPC 646, Atari ST, Amiga, usw. Ich bin zu Analogzeiten aufgewachsen und habe den Hörer auf dem Modem festgehalten, damit die Bits einzeln durch die Hörmuschel schlüpfen konnten. Und dann seit Mitte der 90er Jahre für teure Minutenpreise im damals noch leeren Internet unterwegs. Also ich würde mal sagen jemand der doch schon was an Tastaturen gesehen und benutzt hat.

Stephan (twitter ) 14. August 2010 um 00:20 Uhr

Ich find es ist ein superklasse Dienst. Habe ihn vor allem für meinen Spanien-Arbeitsaufenthalt genutzt, um schon vorher die Gegend in der meine Wohnung liegt mal auszukundschaften: Wo ist der nächste Supermarkt ? Wo kann man feiern ? etc..

sszhd 14. August 2010 um 00:22 Uhr

Zum Verpixeln der Hausansichten kann ich nur einen kleinen Denkanstoß geben: Gesetzt dem Falle, ich wäre ein Einbrecher, würde ich mir a) bekannte und lukrative Gegenden raussuchen und b) dann nach genau solchen verpixelten Häusern suchen, denn “wer nix hat braucht auch nix zu verstecken”, oder wer solch ein Aufhebens darum macht, dass sein Haus nicht erkennbar ist, der hat auch nicht unbedingt die beste Sicherungstechnik (Alarmanlagen etc.) im Haus.

Auch bzgl. der von Google gesammelten WLAN Informationen ist nach etwas Überlegung die Begründung zu finden und sicherlich auch nicht von vorn herein zu verteufeln. Wenn man sich die aktuellen Karten bspw. in den USA anschaut, gibt es bereits die so genannten POIs (point of interest), sprich Tankstellen, Schulen, Bushaltestellen, Krankenhäuser etc. teilweise sogar mit aktueller Verkehrslage (Stau). Der nächste POI ist konsequenter Weise ein offener, und damit öffentlicher, WLAN-AccessPoint. Wer sowas zu Hause stehen hat und diese “besch…enen” Boulevardmagazine im Fernsehen sieht weiß, dass man sowas mind. durch ein Passwort schützt. Wer das nicht tut, _will_ einen öffentlichen AccessPoint zur Verfügung stellen, anders ist es nicht erklärbar, da zwischenzeitlich sogar die neu ausgelieferten WLAN-Router eine Verschlüsselung werkseitig aktiviert haben. Und wer von sowas keine Ahnung hat, der soll halt um Gottes Willen, die 60 Euro investieren und den Telekomiker kommen lassen und den das einrichten lassen, oder gleich auf einen Router ohne WLAN verwenden. Ganz nebenbei ist Google nicht die erste Firma, die rumfährt und WLAN-Netze aufzeichnet, sie sind nur die, die damit freiwillig an die Öffentlichkeit gegangen sind. Andere Firmen verkaufen diese Daten sogar, das würde mir persönlich eher Sorgen machen.

Summa summarum es gibt Probleme und es gibt Problemchen, und StreetView ist weder das Eine noch das Andere, sondern nur ein Sommerlochfüller.

Speedy Gonzales 14. August 2010 um 05:40 Uhr

Ich kann Euch nur abraten, Google widerstandslos alles machen zu lassen. Ich habe in den US-Kongreß Aufzeichnungen übles gelesen. Aber für die Amis ist dies weniger ein Problem, weil Google sich immer der US-Politik/NSA unterwerfen wird und das Land ist riesengroß. Außerdem wird sich Google niemals wagen auf eine fremde Ranch in Wyoming eindringen – Stichwort: Protected by Wesson!

Nur ihr werdet Euch noch wundern woher plötzlich so manches Angebot bzw. Abhmahnung kommt ;-)

Und den Mist mit dem Verpixeln kann jeder halbwegs gescheite Intellgenzler rückgändig machen.

Speedy Gonzales 14. August 2010 um 05:45 Uhr

Ach und noch etwas: Falls es jemals wieder zu einer kriegerischen innereuropäischen Auseinandersetzung kommt, wird es sich Google teuer bezahlen lassen Daten herauszugeben bzw. würde der Kumpel der USA bevorzugt – Souveränität am Arsch!


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