Google soll starkes Interesse an eigenem Chip-Design für Android-Geräte haben

6. November 2015 Kategorie: Android, Google, Hardware, geschrieben von:

artikel google logoWie gut ein perfektes Zusammenspiel aus Hard- und Software funktionieren kann, zeigt Apple Jahr für Jahr mit dem iPhone. Trotz technischer Spezifikationen, die bei Android-Geräten schon Jahre vorher zu finden waren, läuft das System flüssig, Anwendungen liefern eine gute Performance und es mangelt dem Nutzer nicht an Geschwindigkeit oder Arbeitspower. Schuld daran sind die Eigenkreationen, die seit dem A6-SoC von Apple designt werden. Ähnliches ist auch bei Windows Phone zu beobachten, das System läuft auch mit vermeintlich schwacher Hardware sehr flüssig, obwohl Microsoft hier nicht auf selbst designte Chips setzt. Bei Android kommt es hingegen selbst bei Geräten mit einer Ausstattung, die fast schon an einen Desktop-PC erinnern, zu Rucklern, langsamer App-Nutzung und anderen Störfaktoren.

Gleichzeitig sorgen die vielen unterschiedlichen Hardwarekomponenten auch dafür, dass Android-Updates erst vom Hersteller aufwändig angepasst werden müssen, bevor sie beim Nutzer landen – falls sie das überhaupt tun. Die aktuelle Android-Verteilung ist ein Trauerspiel, ein Großteil der Nutzer ist mit einem System unterwegs, das schon zwei Jahre auf dem Markt ist. Googles Bemühungen, Android schneller an die Nutzer zu bringen, blieben bisher erfolglos, auch neue Funktionen werden durch die große Hardware-Vielfalt eher gebremst als gefördert.

Nach einem Bericht von The Information (Paywall) soll Google nun starkes Interesse daran haben, ebenfalls ein eigenes Chip-Design auf den Weg zu bringen. Hier sollen Komponenten wie Kameras profitieren, aber auch ein erhöhter CPU-Cache würde Vorteile bringen. Es wird wohl eine Mischung aus beidem sein, die Versorgung mit schnelleren Updates und die Hardware-spezifischen Vorteile, die Google zu diesem Schritt veranlassen. Wenn es denn wirklich zutrifft, die Behauptungen stammen nämlich von einer nicht verifizierten Quelle, sodass dies durchaus als Gerücht eingestuft werden muss.

Auch wird es noch eine ganze Weile dauern bis das Custom Chip Design in Geräten ankommt, sollte Google wirklich diesen Schritt gehen. Bisher soll Google nur bei Herstellern angeklopft haben, die Verwirklichung soll dann in den nächsten Jahren über die Bühne gehen. Wird spannend zu sehen sein, wie sich das entwickelt, gerade im Bezug auf die günstigeren Chips die heutzutage in Smartphones verwendet werden. Auch müssten dann ja alle Hersteller auf diese Chips setzen, damit Android als System davon profitieren kann.

Schlecht wäre so ein Schritt sicher nicht, er würde aber mit Sicherheit auch dafür sorgen, dass es eine gewisse Vereinheitlichung der Geräte gibt, was wiederum eigentlich gegen das Offenheitsprinzip von Android spricht. Andererseits macht Google bei der Implementierung von Fingerabdruckscannern heute schon vor, dass man durchaus gewillt ist, den OEMs Vorschriften zu machen. Warum also nicht auch beim Prozessor oder anderen Komponenten. Der Nutzer würde sich sicher ein reibungslos funktionierendes Android in der aktuellen Version auf dem Smartphone wünschen.

(via Engadget)

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