Google PhotoScan ausprobiert: Analoge Fotos digitalisieren

16. November 2016 Kategorie: Android, Google, iOS, geschrieben von: caschy

photoscanEs ist schon irre, was in der Welt der Technik so passiert. Ich bin jetzt bald 40 und da hat man ja ne Menge durch in Sachen Technik. Man kennt noch TV-Geräte ohne Fernbedienung und mit drei Programmen, Schallplattenspieler, Telefone mit Kabel und Kameras, deren Bilder man im Laden entwickeln lassen musste. Wir druckten diese Fotos auf Papier und horteten sie in Ordnern, mit denen wir irgendwann andere Menschen quälten, sie zum Ansehen verdonnerten. Diese Fotos liegen heute noch bei vielen Leuten in irgendwelchen Schuhkartons oder sind in Alben eingeklebt. Irgendwie bin ich froh, dass ich nicht noch eine Ecke älter bin, denn dann hätte ich wahrscheinlich noch tausende Dias.

Noch heute liegen tausende Fotos bei den Menschen, nicht digitalisiert. Wer das Thema angeht, der hat mehrere Möglichkeiten. Die einfachste ist wahrscheinlich, die ganzen Fotos zu packen und diese durch einen externen Dienst digitalisieren zu lassen. Alternativ macht man sich die Arbeit mit einem Scanner. Da gibt es diverse Lösungen – und deren Ergebnisse sind sicherlich besser als die mit einem Smartphone erreichten. In Sachen Apps gibt es da gefühlte 100 Jahre schon Lösungen, die euch das Digitalisieren von Fotos versprechen. Meistens fotografieren diese Lösungen das Bild einfach ab, erkennen die Ecken und jagen einen Filter drüber.

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Letzter Kandidat, den ich in der Mache hatte und für ganz ordentliche Ergebnisse sorgte: Unfade. Die neuste Lösung heißt PhotoScan und kommt von Google. Eine kostenlose App. Diese arbeitet ähnlich, verlangt aber pro Foto fünf Schnappschüsse. Initial muss man das Foto im Rahmen ausrichten und fotografieren, danach an vier Punkten fotografieren. Während man beim ersten Schuss den Auslöser selber drücken muss, geschieht dies bei den anderen vier Punkten automatisch, ähnlich einer Photosphere.

Interessant ist, dass auch in schlechten Lichtumgebungen die Lösung eingesetzt werden kann, Google rechnet den etwaig eingeschalteten Blitz später wieder raus. So kann man ein Foto nach dem anderen schießen und im Nachhinein – sofern nicht richtig erkannt – die Ecken begradigen. Die Ergebnisse sind bei spiegelnden und matten Fotos ok, aber irgendwie nicht ganz so gut, wie von mir erhofft.

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Mit der Kamera des iPhones machte ich diverse Tests mit und ohne Blitz. Gerade in Sachen „Haut“ war das immer so ein Thema, das wurde meines Erachtens immer zu sehr aufgehellt. Hier über diesem Absatz in der direkten Gegenüberstellung, bei manchen Fotos hatte ich das Problem sowohl mit als auch ohne Blitz. Hab dann auch mal das iPhone beiseite gelegt und das Pixel probiert – aber selbes Phänomen.

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Die aufgenommenen Fotos kann man dann lokal sichern, aber es dürfte sicherlich keine Überraschung sein, dass Google möchte, dass ihr auch Google Fotos verwendet. Google selber zaubert aus den Bildern rund 2000 Pixel große digitale Abzüge. Was ich mir vielleicht gewünscht hätte: Direkter Abgleich über einen Autofilter von Google Fotos. Dieser funktioniert meiner Meinung nach recht gut und brachte noch etwas lebendigere Farbe in die Fotos. Und wenn man schon in Google Fotos ist – nicht vergessen das Datum der Bilder zu bearbeiten, das kann die App nämlich nicht.

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Wie erwähnt: die sind ok, aber auch nicht zu vergleichen mit gescannten Bildern. Es ist eine Bequemlichkeitsgeschichte, wenn man diese Lösung nutzt. Vielleicht ist eine solche digitale Kopie besser als keine – zumal die App kostenlos ist. Ein externer Dienst und ein Scanner kosten.

Letzten Endes habe ich Glück im Unglück. Ich muss wohl entweder sehr häßlich gewesen sein oder bei uns legte niemand Wert auf Fotos – es gibt nur sehr wenige Fotos von mir als Kind. Was jeder Heranwachsende erst einmal pauschal peinlich findet, ist in späteren Jahren sehr spannend zu sehen. Nicht nur wie sich  der Mensch verändert, sondern alles außen herum. Eine Zeitreise. Deswegen: Macht Fotos. Sichert diese. Wir haben heute so viele Möglichkeiten mehr unsere Umwelt digital zu konservieren.



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Über den Autor: caschy

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