Google Photos: Ein Blick hinein – Teil 1

14. Juni 2015 Kategorie: Google, geschrieben von: caschy

Google-Fotos

Seit der Google I/O haben wir Zugriff auf Google Photos, Googles neuen Dienst für Fotos. Es gibt eine iOS-App, eine Android-App, Uploader für Windows und OS X und ja, auch eine Web-Variante fehlt nicht. Laut Google I/O-Aussage können Nutzer bei Google Photos unbegrenzt Bilder speichern – sofern die Dateigröße des Bildes nicht 16 Megapixel übersteigt, beziehungsweise das Video nicht eine höhere Auflösung als 1080p hat. Das ist definitiv mal ein steiles Angebot.

Wo Apples iOS nach 5 GB sagt: „Komm, lösche Fotos oder kaufe Speicher“, da sagt Googles Fotodienst: „Komm, schmeiß rein – ich mach dir sogar noch nen geilen Foto-Film“.

Hier gibt es natürlich viele Diskussionspunkte und viele Sichtweisen. Ich bin zum Beispiel jemand, der hat großartig keine Fotos in der Cloud. Wahrscheinlich bin ich da zu paranoid und male mir düstere Szenarien aus – aber so ticke ich nun einmal. Des Weiteren kann man natürlich vortrefflich diskutieren, warum Google das All-inklusive-Paket für umme schnürt. Neben den Mails und Surfgewohnheiten kennt man so auch die Fotos der User, Inhalte wie Kleidung, Orte und Inhalt.

Inwiefern das Ganze mal nützlich für Google sein wird, ist jetzt noch nicht abzusehen. Fazit: keine Firma verschenkt etwas, alles ist Kalkül – wer positiv denken will, der kann ja hoffen dass Google Photos ein Produkt ist, welches einer Mischkalkulation entsprang – schließlich hält man die Nutzer ja auch irgendwie im eigenen Ökosystem und schwächt potentielle Mitbewerber wie Flickr, diverse andere Fotodienste oder auch Carousel von Dropbox. Jeder muss da halt wissen, wie er mit Diensten umgeht.

Wer Google Photos nutzt, der bekommt eine ganze Menge geboten. Wobei man fairerweise sagen muss, dass man erst einmal ordentlich Funktionen herausgerissen hat – Nutzer von Google+ und dem dortigen Fotodienst werden ein Liedchen davon singen können. Wie erwähnt: ich nutzte Googles Fotodienst schon immer, löschte aber neulich aus Enttäuschung wirklich komplett alle Inhalte. Dennoch ist Google Photos einer der Dienste, die ich ausprobiert habe, weil das Ganze schon ein extrem gutes Bild abgibt, wenn man sich ohne Vorurteile auf den Dienst zubewegt.

Was ein Vorteil ist: Ihr könnt nicht nur Fotos via Google Photos hochladen, ihr könnt auch sagen, dass Fotos aus dem Google Drive mit einbezogen werden können. Diese Möglichkeit habt ihr in den Einstellungen von Google Photos. Nutzt ihr die Funktion, so habt ihr einige Vorteile, so könnt ihr beispielsweise mit dem Google Drive-Client für Windows oder OS X eure Fotos nicht nur online vorhalten, sondern auch offline zentral im Google Drive verwalten. Das kann für viele Anwender praktisch sein, da sich so auch viele Automatismen auf Systembasis erledigen lassen.

Aber fangen wir doch einmal ganz von vorne an. Du hast vielleicht noch keine Berührung mit Google Photos gehabt, willst nun aber reinschauen? Dann willkommen, hereinspaziert. Frage dich erst einmal, wie und wofür du den Dienst nutzen willst. Handyfotos sichern und automatisch im Hintergrund sichern? Klappt, gar keine Frage. Deine Fotosammlung mit vielen Unterordnern ins Netz beamen? Hier wird es schon schwierig, zwar kann man bei Google massig hochladen, doch Google Photos will keine Unterordner in Ordnern, von der Denke muss man wegkommen.

Google denkt zwar auch in Sammlungen, aber das ist eben ein loser Verbund aus Fotos – ohne Unterordner. Google denkt da eher in einem Zeitstrahl, sodass man sich quasi an seinen Fotos durch die Zeit sattsehen kann. Große Fotosammlung mit falschen Daten bezüglich der Zeit auf der Kamera, eingescannte Dias und Co? Auch schwierig, denn Google kann so nicht automatisch sortieren. Abhilfe schaffen hier die besagten Sammlungen, bei vielen Fotos kann dies auch viel Arbeit bedeuten. Du willst die volle Auflösung, Google Photos wie ein Backup nutzen? Kein Thema, schau wie weit du mit kostenlosem Speicher kommst, ansonsten kann man bei Google Speicher kaufen – und diesen empfinde ich nicht als teuer. Ob ihr die Bilder im Original speichert oder nicht, ist ebenfalls in den Einstellungen justierbar.

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Doch wie fängt man an? Mobil oder am Desktop? Das Schöne ist: dies ist völlig egal. Bilder können aus dem Google Drive eingeklinkt werden, über den Browser oder das Smartphone hochgeladen werden. Die ersten Schritte sind da super einfach. Hier einmal anhand des Browsers:

Bildschirmfoto 2015-06-12 um 19.33.07

Ziehe ich ein Bild in den Browser, dann taucht dieses in der Übersicht mit dem Erstelldatum auf. Klicke ich ein Foto an, so habe ich mehrere Optionen auf der Detailseite im rechten oberen Bereich.

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1. Dieser Punkt markiert den Sharing-Button. Was macht man über diesen? Richtig, man teilt das Foto. Das geht über Google+, Facebook oder Twitter – und natürlich kann man einen privaten Link abrufen, den man seinen Freunden sehen kann. Ein Teilen auf Personen- oder Zeit-Basis ist nicht möglich. Wer den Link hat, der kann das Foto sehen.

Dein Foto in eindeutiger Pose an Freunde weitergegeben? Wenn die sich einen Spaß daraus machen und den Link teilen, dann kann jeder dein Foto sehen. Jeder. Und ihr wollt doch nicht, dass euch so etwas passiert, oder? Kleines Beispiel gefällig? Klick. Deshalb ist es immens wichtig, dass ihr eure Shares im Auge behaltet. Ob Einzelbilder oder Album – beides ist teilbar, für alle geteilten Elemente gibt es eine Übersichtsseite, über die ihr noch einmal Links abrufen könnt – oder auch die Freigabe widerrufen könnt. Findet ihr immer in der Seitenleiste von Google Fotos unter „Geteilte Links“:

Bildschirmfoto 2015-06-12 um 19.43.46Löscht ihr einen Link, so kann das Foto nicht mehr von den Menschen angesehen werden, die nur den Link haben. So einfach ist das. Aber: man hätte ja im Vorfeld das Bild herunterladen oder screenshotten können. Da hier ja erwachsene Techies mitlesen, muss ich ja nicht erwähnen, dass man bestimmte Bilder „niemals nicht“ teilen sollte, wenn es sich nicht um eine Person handelt, der ihr 100%ig vertraut – und davon gibt es sicherlich nur ganz wenige.

Ihr wisst jetzt also schon, wie man Fotos hochlädt via des Browsers – und auch das Teilen von Fotos und Alben ist kein Thema mehr.

2. Der Zweite Punkt im Screenshot mit den Ziffern ist der Bearbeiten-Modus. Der war früher echt mächtig, aber Google hat hier ein paar Funktionen herausgeflext. Hier lassen sich Bilder rudimentär bearbeiten – und das bearbeitete Bild mit dem Original vergleichen. Ich lasse hier einmal die einzelnen Bildbearbeitungsmöglichkeiten weg, die checkt ihr selber schon ab.

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Wichtig zu wissen ist halt: handelt es sich bei dem Bild um eines, welches bereits geteilt wurde, dann bekommt derjenige mit Link eben auch eure Bearbeitung mit.

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Solltet ihr übrigens der Meinung sein, dass eure Bearbeitung Mist war – keine Sorge, auch nach dem Speichern lässt sich der Spaß wiederherstellen, einfach das Bild wieder im Editor aufrufen und aus dem Menü auswählen, dass man die Originalversion wiederhaben möchte. Mit Netz und doppeltem Boden – toll, oder? Alternativ kann man auch beides haben und die bearbeitete Version als Kopie speichern.

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Weiter geht es mit Teil 2 meines Blickes in Google Photos hier (ab 14. Juni, 13:00).



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Über den Autor: caschy

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