Google und PayPal sollen Interesse an Mobile Payment-Anbieter Softcard haben

17. Januar 2015 Kategorie: Google, Mobile, geschrieben von:

Das kontaktlose Bezahlen per Smartphone ist dank Google Wallet seit Jahren möglich, Google Interpretation des Mobile Payment kam aber nie so wirklich in Schwung. Schuld daran sollen die Netzbetreiber in den USA tragen, die das System nicht unterstützen und stattdessen Softcard ins Leben riefen. Dabei handelt es sich um einen Mobile Payment-Dienst, der im Besitz von AT&T, Verizon und T-Mobile ist. Google ist mit dem Interesse an Softcard allerdings nicht allein, auch PayPal wird selbiges nachgesagt. Die Mobilfunkprovider würden jedoch Google bevorzugen, da sie ja auch Smartphones mit Android verkaufen und sich so vermutlich eine breitere Präsenz erhoffen.

Google Office

Wie das Wall Street Journal berichtet, soll Google Angebot bei 50 Millionen Dollar liegen. Mitarbeiter von Softcard wurden bereits freigestellt, die restlichen Mitarbeiter sollen die Arbeit einstellen bis ein Käufer gefunden ist. Softcard soll gegen Apple Pay antreten, Apples Bezahldienst, der im November 2014 eingeführt wurde und sich in den USA scheinbar auch ganz gut macht. Ursprünglich wurde Softcard gegründet, um gegen Google Wallet anzutreten, war aber ebenso wenig erfolgreich wie Google selbst.

Google wird von den Mobilfunkprovidern außerdem bevorzugt, weil es bereits Vereinbarungen über eine Umsatzbeteiligung gibt. Zudem sah Googles System vor, den Kunden gezielt Werbung während des Einkaufens anzuzeigen, eine weitere Einnahmequelle, die man teilen könnte.

Die Geschäfte, die nicht mit Apple kooperieren, könnten großes Interesse an einem solchen System haben. Kurz nach dem Start von Apple Pay wurden in einigen Ketten sogar die NFC-Lesegeräte deaktiviert, damit Kunden kein Apple Pay nutzen können. Theoretisch funktioniert dies nämlich an jedem NFC-Terminal, auch wenn es sich nicht um einen Apple Pay-Partner handelt.

In den USA ist Mobile Payment noch ein sehr viel heißeres Thema als bei uns, was unter anderem auch daran liegt, dass wir hierzulande weder Kreditkarten für normale Einkäufe nutzen, noch gerne Diensten vertrauen, die mit Zahlungsdaten verknüpft sind. Das Höchste der Gefühle sind hier Shopping-Apps einzelner Ladenketten, die mit mehr oder weniger komplizierten Nutzungsmechanismen keinerlei Mehrwert gegenüber der Zahlung per EC-Karte oder Bargeld liefern.


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