Google Maps: zeigt live den Verkehr an (und das funktioniert mit euren Daten)

14. Juli 2011 Kategorie: Backup & Security, Google, Internet, geschrieben von: caschy

Neues aus dem Hause Google. Wie ihr wisst, lassen sich Google Maps auch wunderbar als Routenplaner nutzen. Das aktuelle Update bringt sogar ein richtig feines Feature mit: die (fast) Live-Anzeige des Verkehrs. So kann man eventuell umplanen und eine andere Strecke fahren. Die Daten dafür werden ca. alle 5 -10 Minuten aktualisiert. Doch woher kommen diese Daten eigentlich?

Sie stammen aus anonymisierten Daten aus euren Android-Smartphones. Jau. Ihr, die unterwegs seid, seid die, die dafür sorgen, dass andere sehen, wo gerade was los ist. Ist kein Geheimnis, wurde bereits 2009 hier erklärt. “Anonyme Daten! Die Schweine!” Ja, ruhig Brauner. Wie bei vielen Diensten gibt es die Möglichkeit, via Opt-out seine Teilnahme am Programm zu beenden. Wie dies vonstatten geht, ist hier beschrieben.

Klar, man könnte nun meinen, dass dieser Dienst eigentlich anders herum funktionieren müsste – also optionales Aufzeichnen – Opt-in quasi. Aber mal ehrlich: wir kriegen wir hier mal wieder etwas Kostenloses in die Hand, von daher habe ich keinen Schmerz, meine anonymisierten Daten preiszugeben. Wenn ich was will, muss ich auch etwas geben. So isses im Leben. Wenn du etwas im Netz für lau bekommst, dann bist meistens du oder deine Daten die Ware.

Über den Autor: caschy
Dortmunder im Norden. Blogger, Freund gepflegter Technik, BVB-Maniac und Hausmeister dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING und YouTube.

42 Kommentare

Olli 14. Juli 2011 um 09:36 Uhr

Und die Staus werden anhand der Fahrgeschwindigkeit festgestellt oder was?

odlid 14. Juli 2011 um 09:40 Uhr

Bleibt natürlich die Frage offen wie sein kann, dass es Traffic schon seit April 2008 gibt, Android aber erst seit Oktober 2008. Ich denke, dass die primären Daten von TMC-Dienstleister kommen und die “Verfeinerung” dann lediglich von Androidphones. Steht im Prinzip auch so in dem von dir verlinkten Blogeintrag.

Ich kann mir auch sehr schwer vorstellen, dass die Datendichte auch nur annäherend ausreichen würde. Insbesondere auf den Nebenstraßen

Dominik 14. Juli 2011 um 09:40 Uhr

Also ich finds den Hammer. Grad mal die Daten von meinem Arbeitsweg angeschaut: Passt! Ich hoffe es melden sich nicht zu viele ab und machen den Service damit wieder kaputt.

Emperor 14. Juli 2011 um 09:41 Uhr

@Olli: Wie das ganze funktioniert, wird hier genauer erklärt: http://goo.gl/Im53n

Timo (twitter ) 14. Juli 2011 um 09:42 Uhr

Ist ja nur auch top-notch das man, wenn man es deaktivieren wollen würde, auf die genauere Bestimmung via W-Lan verzichten müsste.

“You must disable My Location for your device completely in order to opt out for Maps. From your Home screen, go to ‘Menu’ > ‘Settings’ > ‘Location & security’ and un-check ‘Use wireless networks.’”

Ansonsten TOP – nutze ich nun schon ein paar Tage. Wäre nur noch besser wenn G-Maps automatisch umleitet. Denn die Verkehrssituation sieht man imme rnur beim aktivieren der Ebene “Verkehrslage”, während der Navigation leider nicht. Will ich also sehen was der Verkehr macht muss ich die Ebene deaktivieren und neu aktivieren. Ist aber halt noch beta, bleibt abzuwarten was da noch kommt :-)

Thorsten 14. Juli 2011 um 09:50 Uhr

Einfach nur geil. Habe damit auch überhaupt kein Problem, da Google den Androidnutzer von Anfang an darauf hingewiesen hat.

Und wie du schon sagst – umsonst gibts halt nix.

maxl 14. Juli 2011 um 10:00 Uhr

also alle die das Googlemaps Navi auf Android nutzen wissen das sicher zu schätzen, man merkt dass das mit zunehmendern Android Userzahlen nun auch viel besser funktioniert als anfangs :)

Pietz 14. Juli 2011 um 10:07 Uhr

kann man unterstützen finde ich. ich hab mein gps sowieso immer an weil es eh keinen akku zu verbrauchen scheint wenn man nicht grad in einer navi app zugange ist. zumindest wird es bei meinem akkuverbrauch nie aufgelistet, so schlimm kanns also nicht sein.

Area30 (twitter ) 14. Juli 2011 um 10:09 Uhr

Also ich finde diese Funktion cool. Habe da auch keine Probleme, wenn meine Daten dazu genutzt werden, da es wirklich nützlich ist. Ich kann mich erinnern, als ich im Frühjahr aus Österreich zurückgefahren bin, wurde die vor mir liegende Autobahnstrecke im Android grau markiert. Immer wenn ich einen Streckenabschnitt passiert hatte, wurde dieser dann grün markiert. Da ist mir das erste Mal aufgefallen, dass ich scheinbar die Daten geliefert habe und bewusst geworden, wie das System funktioniert.

Florian 14. Juli 2011 um 10:13 Uhr

Ich kann auch nicht verstehen, warum sich die Leute immer wieder so darüber aufregen. Solange alles anonymisiert ist, ist das kein Problem für mich. Nur leider habe ich kein Android Smartphone, sodass ich auch gar keine Daten geben könnte.

Ted 14. Juli 2011 um 10:15 Uhr

Ich habe mal Google Maps mit TomTom Live verglichen. Es werden unterschiedliche Staus angezeigt. z.B. TomTom DO-Marten oder Eichlinghofen Stau, Google aber nicht, aber auch umgekehrt (Vergleich länger als 30 Min).
Hat schon jemand Erfahrungen, wie genau die Verkehrsmeldungen sind. Bei TomTom habe ich schon öfter festgestellt, dass ein Stau angezeigt wurde, obwohl nichts vorlag.

Chris 14. Juli 2011 um 10:22 Uhr

Ist echt der Hammer wie genau die Daten sind. Selbst die kleinste Baustelle findet man so ;)

Miko 14. Juli 2011 um 10:28 Uhr

Ich schnall da was nicht: Wenn meine “Daten” hier nun auch mitgenutzt werden sollen, was muss ich hierzu einstellen? Latitude in Maps aktivieren? Muss GPS aktiviert sein oder reicht die Peilung über Mobile Netzwerke auch schon aus (ist natürlich ungenauer)?

5uschi 14. Juli 2011 um 10:34 Uhr

Passt zwar grad nicht zum Thema, aber irgendwie kann ich mir unter Opera Mobile(@android) die Kommentare nicht mehr anzeigen lassen … also auf der mobilen Seite. Liegts an mir?

Gabe (twitter ) 14. Juli 2011 um 10:36 Uhr

Zum Thema, Geil. Jetzt müsst ich noch häppchenweise können ganze Länder bereits vorab lokal aufm Handy speichern können und Google Maps wird langsam zu ner ernsthaften Navialternative.

Juli, der Googlemonat. Was da los? Haben die Bosse gesagt, wenn ihr euer Projekt im Juli abschliesst kriegt ihr alle August frei? :D

Felix (twitter ) 14. Juli 2011 um 10:42 Uhr

Echt genial! Auf meinem Arbeitsweg sieht man sogar, wo die Baustellen sind.

Thomas (twitter ) 14. Juli 2011 um 10:47 Uhr

Find ich gut wenn das alles zuverlässig funktionieren sollte

Tom C. 14. Juli 2011 um 11:08 Uhr

Hmm, und in ganz Deutschland gibt es keine ausgewiesene Baustelle??? Schaut mal, wie das in Amiland ausschaut: da sind Sperrungen und Baustellen richtig ausgewiesen und nicht nur als Strassen, auf denen es langsam vorangeht. Na hoffentlich kommt da noch was!

Tim 14. Juli 2011 um 11:09 Uhr

@Ted TomTom Live ist der beste und genaueste Verkehrsdienst den es gibt. Dies hat auch der TÜV Süd in einem ausgiebigen Test so festgestellt. Ich selbst nutze ein TomTom XL Live und bin immer wieder hellauf begeistert über die Genauigkeit der Meldungen. Sehr empfehlenswert!
Trotzdem ist es klasse, das Google seinen sehr guten Routenplaner um ein sinnvolles Feature ergänzt.

Timotime (twitter ) 14. Juli 2011 um 11:23 Uhr

Also ich finde den Dienst spitze. Die Daten werden Anoymisiert, da trage ich dann gerne meinen Teil zu bei. Ich finde aber im Allgemeinen dass Google mittlerweile echt gruselig wird.

Das meiste was die anpacken wird einfach zu Gold. Die haben mittlerweile solche gigantischen Finanziellen Mittel, dass sie quasi machen können was sie wollen. Sei es andere Firmen aufzukaufen oder gar bewußt gegen Gesetze verstoßen um die Strafen dann aus der Portokasse zu zahlen.

Zu beginn mochte ich google Überhaupt nicht….DatenKrake und so…dann war es mir eigentlich egal und ich fand Google Sympatisch. Ich liebe mein Android, nutze Googlemail, nutze Analytics, ich sehe Werbung die Google für mich einblendet, ich nutze Youtube, ich nutze Google Plus, ich nutze Google Chrome, ich nutze Google als Suchmaschine, ich nutze Google Picasa, ich nutze Google Navigation…aber genau das ist das Problem. Langsam gruselt es mir…Konkurrenz belebt das Geschäft. Wir haben das Glück, dass Google bislang alle Dienste kostenfrei anbietet….aber zu welchem Preis ist das wirklich der Fall ? Google weiß mittlerweile alles…es gibt kaum Menschen die keinen Dienst von Google nutzen. Ich habe heute noch gelesen, dass Google gerade eine Datenbank auf die Beine stellt, in der sich Werbetreibende genau aussuchen können wer ihre Werbung bekommen soll…ala:

Ich mache Werbung für Rasierer und will meine Anzeigen nur für Männer schalten, die zwischen 16 und 66 Jahre alt sind. Das ist soweit noch nichts neues…solche Datenbanken gab es vorher auch schon. Es wäre aber jetzt theoretisch möglich das der Werbetreibende die Werbung nur bei Leuten schaltet die sich auch rasieren. Wie ??? Google könnte die Profilbilder in Google+ analysieren. Wenn man mittlerweile automatisch verlinkungen vorgeschlagen bekommt, dann ist es sicher auch möglich festzustellen ob Jemand rasiert ist oder nicht. Im prinzip ist das alles ja nichts negatives, Werbung wird halt noch Zielgerichteter.

Aber der Gedanke, dass Jemand so viel über mich weiß ist gruselig.

Just my 2 Cents….

Marcel 14. Juli 2011 um 11:29 Uhr

lässig. ich hab mich gerade mal im ländlichen raum umgesehen. was ist denn, wenn man dort eine einsame rote linie sieht. ist das dann ein fahrradfahrer?

Palli 14. Juli 2011 um 11:34 Uhr

Zitat: “Wenn ich was will, muss ich auch etwas geben. So isses im Leben”

Aber nicht in diesem Fall.
Hier gebe ich, auch wenn ich gar nichts will.
Auch Leute die das gar nicht nutzen, werden zum Datensammeln eingesetzt.
Deshalb wäre ein Opt In schon richtig.

maxito 14. Juli 2011 um 11:51 Uhr

@Marcel: Ich wüsste auch gerne wie sie mit Fahrradfahrern umgehen, fahre gelgentlich mit einem Dutzend Leuten in eienr Rennradgruppe, sind dann mit etwa 30km/h auf Landstrassen unterwegs. Hätten alle ein Android dabei, müsste Google dies als Stau registrieren. Wäre interessant, wie ihre Algorhythmen damit umgehen. Möglich wäre es ja, das ein Gerät erst ab einer bestimmten Geschwindigkeit Daten übermittelt. Würde die Positionsermittlung erst ab einer Geschwindigkeit von 70kmh überland für einen gewissen Zeitraum aktiviert, fielen alle Radler raus. Oder Google nimmt die Radlergruppe raus, wenn die Differenz der Geschwindigleit zu den anderen Verkehrsteilnehmern, die Überholen zu groß ist. Aber wie man so etwas im Weltmaßstab ermitteln kann, ohne an der erforderlichen Prozessorleistung zu scheitern ist beeindruckend!

Markus 14. Juli 2011 um 11:56 Uhr

Also ein Google-Beitrag ohne Kritik ist irgendwie nicht vollständig. Auch wenn ich selber Google-Navi-Nutzer bin, einer muss es ja sagen:

“Anonyme Daten! Die Schweine!”

;-)
Viele Grüße!

Diupp 14. Juli 2011 um 12:29 Uhr

Im Prinzip wie Waze… nur Jahre zu spät :)

Rainer 14. Juli 2011 um 13:19 Uhr

@Palli: wollte ich auch gerade schreiben. Das lag mir direkt auf der Zunge. Wenn man dann keine Lesekompetenz hat, könnte man zum Fazit sagen „hm, da hat der Caschy recht“. Aber mit ein bisschen darüber Nachdenken, was da wirklich steht, bemerkt man, dass man ungefragt zum Datenübermittler eingesetzt wird.

Ja, auch ich nutze Google, und sie bekommen die Daten, die ich bereit bin ihnen zu geben. Maps, Suchanfragen, Docs (vielleicht noch etwas? fällt mir gerade nicht ein). Das ändert aber nichts daran, dass ich vorher weiß, was ich ihnen gebe. Wenn ich mit dem Android unterwegs bin und ungefragt meine Daten übergeben werden, find ich das ne Sauerei. Das kann man auch nicht mit dem Spruch „Wenn du was willst, musst Du was geben“ wegdiskutieren. Falls ich nie etwas wollte und nicht zufällig davon erfahre und die Übermittlung abstelle – werde ich dann nicht ausgenutzt?

Google hätte ja fragen können … aber so herum werden sie nun nie meine Aufenthaltsdaten bekommen. Aus Prinzip darüber, wie sie es hinter dem Rücken der Nutzer versuchen.

Thorsten 14. Juli 2011 um 13:27 Uhr

Weil sich einige über das OptOut beschweren.

Ist es nicht so, dass man bei der Initialisierung des AndroidPhones gefragt wird, ob man teilnehmen möchte oder nicht?

Zumindest wurde ich das immer gefragt. Im Nachhinein habe ich es dann sogar immer wieder aktiviert, weil einige Dienste nicht richtig funktionierten.

Thomas K. 14. Juli 2011 um 13:42 Uhr

Is doch super, un anonymisierte Daten is per se ja nix schlimmes. Wär allersings irgendwie mal Zeit, so ne Art Zertifikat für das Wort anonymisiert einzuführen. Würde so manchem Dienst den küntlich aufgebauten Schrecken nehmen, weil die Angst is ja nicht, dass es anonymisierte Daten gibt, sondern ob die wirklich auch ganz echt unbestritten anonym sind.
Naja, ich finds gut :-)

Fraggle 14. Juli 2011 um 13:54 Uhr

“Wenn ich was will, muss ich auch etwas geben. So isses im Leben. Wenn du etwas im Netz für lau bekommst, dann bist meistens du oder deine Daten die Ware.”

Wie schon von zweien angemerkt, durch Opt-Out gibt auch der, der keine Gegenleistung erhält.
Aber es gibt noch einen Gesichtspunkt: Anonymisiert sind die Daten auch nichts wert, außer für den den Dienst selber. Solange also keine kostenpflichtigen Dienste angeboten oder Werbung eingebaut wird, sind die Daten keine Währung, da sie keine Unkosten decken. Kommt Werbung ins Spiel, wird es sicherlich mit der den anderen Optionen für personalisierte Werbung verknüpft werden und dadurch die Anonymität aufgehoben werden.
Korrekt ist, wirklich anonym sollte es kein Problem sein, aber d.h. nicht, daß man einfach den Aussagen von Konzernen vertrauen sollte wenn sie anonym sagen.



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