Google löscht 7 Jahre Daten eines Nutzers – die Auflösung

27. Juli 2011 Kategorie: Backup & Security, Google, Internet, geschrieben von: caschy

In den letzten Tagen haben mich zig Leute aufgeregt angeschrieben, dass man irgendwo gelesen hätte, dass Google den Account eines Benutzers inklusive aller Daten plattgemacht hat. Mails weg, Fotos weg, alles weg. Sorry – wie auch die meisten habe ich erst einmal gefragt: „Sorry – kein Backup?“ Für die, die Google momentan ins Kreuzfeuer nehmen (Klarnamen-Diskussion und Co) ein gefundenes Fressen. Bis heute. Denn heute kam heraus, warum das Konto vorsorglich geschlossen wurde (keine Daten wurden gelöscht).

Vollzitat: Die Aufregung um den „Fall“ Thomas Monopoly dessen Account gesperrt wurde, war auch hier recht groß. Der Grund für die Sperrung war so heikel, dass wir zu dem Zeitpunkt (leider) nicht darüber sprechen konnten. Da er den Grund nun aber selbst nennt, können wir es sagen. Es ging um „Child Pornography“ – Er schreibt unter anderem dazu:

Google employs an automated system to scan user storage for violations of their ToS and in the process erroneously flagged one of the images in the folder as child pornography, it’s as simple as that. I am not angry at Google about this, as some might suggest, only because I too found the image bordering on the limits of what is legally permissible and hoped to highlight the fact that it is allowed to exist within a grey area of legality.

Ich lasse das Ganze mal wertfrei hier stehen, lest die Kommentare und / oder den ganzen Text dazu. Übrigens: mich schrieb mal ein Leser vor knapp 1,5 Jahren an, dass eines dieser typischen Urlaubs- / Badewannenfotos / whatever in einem geschlossenen SkyDrive-Ordner lag (für die Familie sichtbar) und Microsoft den Benutzer dann anschrieb, dass er das Material entfernen solle, da sonst Sperrung droht.



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28 Kommentare

Fraggle 27. Juli 2011 um 13:14 Uhr

Naja, er selber schrieb auch nicht gelöscht, sondern daß er an seinen Account nicht mehr kam. Andere machten daraus ein Löschen.
Was aber schlimm ist und kritisiert werden muß ist, daß er nach geätigten Aussagen selbst auf Nachfrage vorerst keinen Grund genannt bekam und so das Problem nicht lösen konnte.
Das ein einziges Bild, welches auch nur am Rand in KiPo Richtung gehen könnte, die Ursache ist, finde ich schon etwas heftig. Ok, ich würde keine Bilder meiner Kinder ins Netz stellen, aber wenn man meint z.B. Urlaubsbilder ins Netz zu bringen, so sollte man beachten, daß Strandbilder der eigenen Kinder sehr leicht als KiPo tituliert werden. Und schon ist der Ruf ruiniert.

Technikfaultier 27. Juli 2011 um 13:21 Uhr

Mhm…was mir eher zu denken gibt, ist das Google die Bilder scannt und sich lustige Google Mitarbeiter meine privaten Alben angucken können.
Ja, ja, ich weiß, was man nicht will, dass es gesehen wird, das gehört nicht ins Netz.

sonyon 27. Juli 2011 um 13:25 Uhr

@Fraggle
Sorry aber warum sollte man sowas ständig im Hinterkopf haben? Die wenigsten Eltern würden in ihren Denkstrukturen Bilder ihrer Kinder in Verbindung mit Pornographie bringen. Nur weil alte Notgeile Säcke(die dummerweise die Gesetze machen) sich nicht unter Kontrolle haben dichten sie allen andere dieselben perversen Gedanken an. Was anderes ist das nicht.

Ich finde es übrigens sehr bedenklich das Google grundsätzlich die Accounts Scannt.

janbpuntk 27. Juli 2011 um 13:28 Uhr

Lieber einmal zuviel wegen sowas sperren/löschen, als einmal zu wenig.

sonyon 27. Juli 2011 um 13:34 Uhr

@janbpuntk

Klar, dummerweise kann man das nur so sehen wenn es einen selber nicht betrifft. Getreu dem deutschem Grundsatz „was geht mich das Elend von anderen an“.

Fraggle 27. Juli 2011 um 13:40 Uhr

@Sonyon:
Ganz einfach, ich würde keine Kinderbilder ins Netz stellen, weil alles, was im Netz ist dort bleibt und man nicht weiß, was mit den Bildern passiert. Auf meiner HP sind daher aus Prinzip keine Bilder von Personen, sondern nur Landschaften und Bauten.
Also völlig unabhängig von den Perversen würde ich Kinderbilder nicht ins Netz stellen. Wenn die Kinder groß sind und es wollen, können sie es selber machen. Das nennt man Respekt vor der Privatssphäre die auch Kinder haben, die nur noch nicht die Dimensionen beurteilen können.

Edit: Ich habe es fälschlicherweise nur nicht klar ausgedrückt, so daß es nur auf die Perversen bezogen klang, sorry.

Kampfschmuser 27. Juli 2011 um 13:47 Uhr

Wer sich in die Cloud begibt, ist halt verloren. Selber schuld. Wie die kleinen Lemminge, die man von 5 auf 0 runterzählt und *bääng*… 😉

Gabe 27. Juli 2011 um 13:48 Uhr

Sagt ja niemand das da ein Googlemitarbeiter sich wahllos bisschen private Alben anguckt. *rolleyes* System überprüft die Bilder, da gibt es mittlerweile Software welche z.b. „Nacktfotos“ sehr gut erkennen kann etc. Wenn nun n Foto so geflaggt wird, dann versteh ich, dass ein Mitarbeiter sich dies anschaut. Wer sich darüber aufregt soll halt keine kritischen Bilder in die Cloud hauen.

Volker 27. Juli 2011 um 13:48 Uhr

Das Problem mit Kinder- und Jugendpornographie, auch nach deutschem Recht, ist, man entscheidet nicht selbst was darunter fällt. Das macht im Zweifel ein Richter. Wenn dann noch Websperren drohen, bleibt einem großen Internetanbieter einfach keine andere Möglichkeit als das selbst so schnell wie möglich zu sperren.
Ein kleines Mädchen am Strand ist für die Eltern eine nette Urlaubserinnerung und für Zensursula eine ernste Straftat. Von den alten Baby auf Bärenfell Fotos will ich lieber nicht anfangen.
Katzenfotos sollten meiner Meinung nach auch endlich verboten werden 🙂

Bernd 27. Juli 2011 um 13:50 Uhr

Das ist hier aber schon falsch dargestellt, man macht als Eltern keine „zufälligen kinderpornografischen“ aufnahmen. Die sind ganz klar definiert und Nacktfotos am Strand oder änliches fällt nicht darunter. Da muss sich keiner Sorgen machen.

(bei Jugendpornografie ist dies schon eher problematisch, da sich jugendliche auch mal aufreizend zeigen wollen).

Und ich denke auch nicht, dass es OK ist einen Account wegen „graubereich“ dauerhaft zu sperren. Als Anbieter könnte man auch das eine Foto für das es Beschwerden gab sperren – oder notfalls auch anzeigen.

Es gibt in unserem Staat Verfahren für so was. Gerade bei dem Thema wo jeder denkt er weiss was ok ist und was nicht.

MfG

locoroco 27. Juli 2011 um 14:02 Uhr

@Bernd
Laut Bericht hätte man den Herrn schon angesprochen darauf. Nur ginge das wohl aus entweder rechtlichen oder Unternehmensgründen nicht auf anhieb.
Die wären einige Wochen später daauf zu gegangen. nur der medienhype und das engagement des opfers war hier der antrieb für eine frühzeitige aufklärung

PirateNInjas 27. Juli 2011 um 14:08 Uhr

Als Dienstleistungsanbieter eines Cloud-Services ist man in DE ebenfalls teilweise haftbar, wenn z.Bsp. deine Nutzer gegen Recht und Gesetz verstoßen. Da der Cloud-Anbieter die Inhalte der Nutzer auf seinen Servern bereit stellt, kommt hier recht schnell das Thema Mitstörerhaftung zum Tragen.
Als Dienstleistungsanbieter geht man da logischer weise vorauseilend gleich einen Schritt weiter, als das man sich wegen so etwas z.Bsp. erst einmal vor Gericht wiederfindet.

Versteh auch nicht so ganz die Argumentationen in Richtung ‚wie kann es sein, dass Google meine Daten scannt‘. AGBs zustimmen, die man u.U. nicht gelesen/verstanden hat und dann darauf bestehen, man habe ein Recht auf die Nutzung eines Services, ala: ‚Ich mach‘ mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt‘ …

~

fritz 27. Juli 2011 um 14:15 Uhr

Diese Überschrift keinen Sinn.

entweder
„Google löscht 7 Jahre ALTE Daten eines Nutzers“
oder
„Google löscht 7 Jahre LANG DIE Daten eines Nutzers“
oder
„Google löscht SEIT 7 JahreN DIE Daten eines Nutzers“

Aber so wie es derzeit geschrieben steht ergibt das keinen Sinn…

Michael Z. 27. Juli 2011 um 14:28 Uhr

Niemand hat meine privaten Dateien zu scannen, außer ich steh unter Tatverdacht und die Kripo ist involviert. So einfach ist das für mich. Google-

sanguis 27. Juli 2011 um 14:41 Uhr

@fritz

So ähnlich habe ich auch rumgerätselt, deswegen wollte ich den Artikel umso mehr lesen als er im RSS-Feed auftauchte 😀

stardust 27. Juli 2011 um 14:52 Uhr

@fritz: Google löscht Daten im Wert von 7 Jahren…

Fraggle 27. Juli 2011 um 15:01 Uhr

@Bernd:
Du widersprichst Dir selbst. Wenn es klar Definition von KiPo gibt, wieso ist dann die Sperrung nach Deinen eigenen Worten in der Grauzone begründet?
Ein Ermittler im Bereich KiPo bestätigte in einem Zeitungsinterview, daß es im Ermessen de Beamten liegt was KiPo ist und was nicht. Eine Strandaufnahme des 2 jährigen Nachwuches im Adamskostüm kann sehr wohl leicht in diese Kategorie fallen auch wenn sich die Eltern absolut nichts dabei denken.
Es ist nicht alles schwarz weiß und einfach zu erkennen. Was auch gut ist, denn was für den einen (die Eltern) ein normales Bild ist, kann für den Perversen aufgeilend sein. Für die eine Seite ist es ein Bild, für die andere KiPo.
Ich denke nur, daß google nicht den Account sperren sollte, sondern, wie in diesem Fall, bei Einzelbildern nur diese und den Besitzer zur Rechtfertigung bringen und ansonsten Sperrung des Accounts androhen.
Das Scannend er Bilder finde ich auch nicht gut, aber hey, die liegen auf deren Servern, also rechtlich vollkommen i.O. in meinen Augen. Deswegen nutze ich die Cloud auch nicht sondern meinen eigenen Server daheim zum hosten.

Bernd 27. Juli 2011 um 15:08 Uhr

Du hast in meinen eigenen Worten ein Nicht übersehen.

Ansonsten: Context is King – auch bei der Bewertung von Sachverhalten die strafbar sein könnten.

Fraggle 27. Juli 2011 um 15:19 Uhr

Ich denke nicht ein nicht übersehen zu haben. Zitat:
„Die sind ganz klar definiert und Nacktfotos am Strand oder änliches fällt nicht darunter. Da muss sich keiner Sorgen machen.
….
Und ich denke auch nicht, dass es OK ist einen Account wegen “graubereich” dauerhaft zu sperren. “
Auf diese beiden Sätze bezog ich mich. Wenn es klar definiert ist, kann es keinen Graubereich geben. Anders gesagt, Du kannst es nicht für „nicht ok“ halten einen Account wegen Graubereich zu sperren, weil es nach Deiner Auffassung gar keinen Graubereich gibt. Entweder war es dann Verleumdnung oder korrekt, aber kein Graubereich. Es mag kleinkariert klingen, ich wies aber nur daraufhin, weil es eben keine klare Richtlinien gibt und jeder daher aufpassen sollte um nicht fälschlicherweise wegen etwas beschuldigt zu werden.

Casi 27. Juli 2011 um 15:33 Uhr

@fritz – es geht ja nicht um 7 Jahre alte Daten und auch nicht darum, dass 7 Jahre lang oder seit 7 Jahren gelöscht wird, sondern dass die Daten gelöscht wurden, die über 7 Jahre zusammen getragen wurden. Von daher finde ich die Aussage „7 Jahre Daten“ recht gut verständlich, vorausgesetzt man bringt den Willen mit, es richtig zu verstehen 😉

olidie 27. Juli 2011 um 15:40 Uhr

Keine Ahnung, wie die Bilder in seinem Account aussahen. Grundsätzlich ist das aber ein gefähliches Feld, sobald sich jemand als Hilfssheriff aufspielt und andere an den Pranger stellt. Einmal in diesem Zusammenhang gebrandmarkt, hängt einem das unter Umständen ein Leben lang nach.

Ich denke dabei an Fälle aus den USA, wo eine Großmutter vom FBI verhaftet wurde, weil sie bei Walmart Bilder entwicklen lassen wollte, auf dem ihre Enkel zu sehen waren, wie sie nach dem Duschen auf einem Bett hüpften. Leider habe ich noch keinen Link dazu gefunden.

fritz 27. Juli 2011 um 16:30 Uhr

@ stardust und @ casi

ich verstehe jetzt was ihr meint; ich messe Daten aber in Menge oder persönlicher Wertigkeit aber nicht danach über welchen Zeitraum sie angewachsen sind.

Denn dann hätten meine gesammelten Spam-Mails der vergangenen 10 Jahre ja beachtlichen Wert… FALLS man Daten nach SammlungsZeitraum beWERTen würde…tut man aber normalerweise nicht.
Daher bin ich erst garnicht auf DIESE Lesart gekommen – hat nix mit fehlendem „gutem Willen“ zu tun…

Grainger 27. Juli 2011 um 16:37 Uhr

Ich würde niemals private Bilder, Dokumente oder sonst was ins Netz stellen.

Zumindest nicht solche, bei denen es mir nicht egal wäre, wenn sie morgen überall frei verfügbar wären.

Ich nutze überhaupt keine Cloud-Dingenskirchens-Sachen, um private oder vertrauliche Daten gleich welcher Art zu speichern. Das Google die Daten prüft (und letztendlich damit macht, was immer die derzeitige Geschäftspolitik Googles damit machen will) muss jedem klar sein.

Thalon 27. Juli 2011 um 19:09 Uhr

@fritz
Man kann Daten auch nach dem Aufwand bewerten der betrieben wurde um sie zusammenzutragen. Dazu mag ein Zeitraum ein etwas schwacher Maßstab sein, aber wenn man sich seine eigenen Sammelgewohnheiten ansieht weiß man sogar bei wenig Datenbewegung, dass es die Daten von 7 Jahren eine ganze Menge sein können.
Außerdem klingts gut 🙂

Thalon

mkrueger 27. Juli 2011 um 22:46 Uhr

Ich bin in einem Foto-Forum angemeldet, da hat auch der Anbieter Bilder eines Fotografen raus genommen, weil diese in seinen Augen in den o.g. Bereich gingen. Der Admin hat da nicht mit sich diskutieren lassen, obwohl die Abgelichtete 21 Jahre gewesen sein soll (angeblich hätte der Personalausweis vorgelegen). Sie sähe halt so jung aus und fertig. Er werde sich keine strafrechtlichen Folgen antun. Basta. Ist also nichts Ungewöhnliches. Das Google scannt ist auch bekannt und war doch eigentlich nie ein Geheimnis?

Aber letzten Endes macht der Ton die Musik. Man kann einem User ruhig mal eine Nachricht schicken, dass er entsprechend reagieren kann. Ich wäre auch sauer, wenn ich von heute auf morgen, ohne Vorwarnung, an keine meiner Daten käme. Kann unter Umständen verheerende Auswirkungen haben.

Liebe Grüße
mkrueger

Bernd 28. Juli 2011 um 07:36 Uhr

@mkrueger 22:46: ich glaube du musst da 3 Sachen unterscheiden:

a) die meisten Foren dürfen aus Jugendschutzgründen in Deutschland gar keine Pornografie verbreiten. Auch nicht 30jährige, weil das einfach verboten ist (§184 StgB).

b) bei einer nachweislich 21-jährigen ist das Thema Kinderpornografie kein Thema weil sie zum einen nicht wie unter 14 aussieht und zum anderen in §184b eben von echten Kindern und nicht von Darstellern die wie Kinder aussehen die Rede ist.

c) bei einer 21jährigen fällt es allerdings regelmäßig unter die Jugendpornografie, denn wenn Bilder auch nur so aussehen als wäre der Darsteller minderjährig (und es handelt sich um Pornografie) dann trifft §184c zu.

Es ist regelmässig so, dass der Forenbetreiber erotische Akte erlaubt (keine Pornografie), bei Darstellungen von Teenagern (lollie und kniestrümpfe) aber abblockt mit dem Argument Kinderpornografie, das ist aber sachlich ungenau, da er Jugendpornografie meint. (und eigentlich meint er Pornografie, weil er die auch nicht darstellen darf).

Ich bin dabei deswegen so kleinlich, weil solche Schilderung wie deine um Gedächtnis ein ganz falsches Bild von Kinderpornografie hinterlassen. Da geht es um ganz andere Kaliber wie nur Lolita Bildchen.

(siehe nächste Post)

Bernd 28. Juli 2011 um 07:51 Uhr

@fraggle 15:19: ja du hast recht, dann muss ich das genauer ausführen:

Wie in der letzten Post beschrieben gibt es Abgrenzungen zwischen Pornografie, Jugendpornografie und Kinderpornografie (zumindest in Deutschland). In Deutschland sind erotische Akte von Menschen die sich als Teenager ausgeben schon problematisch, andere Länder kennen das nicht.

Bei Kinderpornografie die sich im Graubereich bewegt gibt es zwei „Bewertungskriterien“. Nämlich zum einen das Alter (unter 14) und zum anderen die Art der Darstellung.

Nacktheit (auch nicht wenn Geschlechtsteile zu sehen sind) ist keine Pornografie, da müssen noch mehr Aspekte hinzukommen. Eine herabwürdigung/überbetonung der geschlechtlichkeit. Hierzu dient auch der Context. In einer Sammlung von Kunstdokumenten oder im Fotoalbum einer Familie mit anderen Fotos ist ein einzelnes Foto eines (z.b.) trampolinhüpfenden Mädchens nicht als Pornografie zu bewerten, wenn es sich in einer Sammlung mit zig anderen befindet wird es schon schwieriger.

Ein Anbieter schätzt sie Situation (wie oben beschrieben) oftmals falsch ein. Ich glaube bei Google mit einem extra Team für die Situation ist man da geschulter (wie der aktuelle Fall aber zeigt kann man auch keine Kunst erkennen). Jedenfalls ist es so, dass Anbieter die davon Kenntniss erlangen (beschwerdebutton) oder selber danach suchen durchaus einigermassen verlässlich einschätzen können ob es sich um Kinderpornografie oder andere problematische Verstösse handelt. Das ist aber nicht fehlerfrei (siehe Fall Google) und vor allem auch nicht (direkt) Strafrechtsrelevant.

Die Entscheidung obliegt meistens der Staatsanwaltschaft (Einstellung des Verfahrens mit oder ohne Geldstrafe ist sehr häufig) oder eben den Richtern.

Dabei ist es dem Anbieter übrigens nicht möglich qualifizierte Aussagen gegenüber dem betroffenen zu machen. Das hat auch Google so gesagt und liegt halt eben an dem Verfahren (Behinderung der Ermittlungen). Allerdings ist das sperren eines Accounts ohne Angabe von Gründen in der Situation doppelt doof: der User weiss entweder nicht was los ist und hängt in der Luft oder aber er ist gewarnt. Von daher sollte Google das Account besser nicht sperren (bis zur Verurteilung) und nur die fraglichen Bilder löschen (was sie auch oft machen, wie ich mal an einem erwachsenen aber nackten SecondLife Avatarbild bei Picasa feststellte). Den Account nicht zu sperren hat für die Polizei noch den großen Vorteil dass man die weiteren Tätigkeiten der Verdächtigen nachvollziehen kann (Tauschpartner…). Zur Beweissicherung ist es jedenfalls nicht notwendig, man kann die Löschvorgänge des Users ja protokollieren als Anbieter.

Und noch ein kleiens Fazit, warum micht das so mitnimmt: es wird in der Diskussion oftmals vieles vermischt, und dann steht oft der Schluss im Raum dass es einen Graubereich gibt, dass man ja garnicht weiss was man darf etc. Natürlich gibt es einen Graubereich (sonst hätten wir keine Gerichte für diese Fälle) der ist aber sehr sehr klein. Der ist (und Deutschland ist da einer der wenigen wo das so problematisch ist) allerdings enorm gross beim Thema Jugendpornografie. (Allerdings nicht für Deutsche Anbieter, die wenigsten davon dürfen Pornos überhaupt hosten).




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