Google Knowledge Vault: Wissen statt suchen ist Googles Suchmaschinen-Ziel

24. August 2014 Kategorie: Google, Internet, geschrieben von:

Seit es Google als Suchmaschine gibt, funktioniert diese im Prinzip auf die gleiche Weise. Man gibt einen Begriff in das Suchfeld ein und erhält dann eine Auflistung von Links, die den Suchbegriff enthalten. Im Laufe der Zeit hat sich dies nicht groß geändert. Auch heute nutzen wir Google noch auf diese Weise. Google selbst hat aber immer weiter daran gearbeitet, bessere Ergebnisse zu liefern. Der Knowledge Graph zeigt zum Beispiel direkt relevante Informationen an, wenn man einen Suchbegriff hat, zu dem entsprechende Daten hinterlegt sind.

Google Office

Das genügt Google aber nicht. Der Knowledge Graph ist nur die Vorstufe zu Knowledge Vault, der Schatzkammer des Wissens. Während die Daten für den Knowledge Graph manuell eingespeist werden müssen, ist Googles Ziel für Knowledge Vault eine automatische Befüllung mit Informationen. Langfristiges Ziel ist eine konkrete Antwort, die dem Nutzer gegeben wird, nicht eine Auflistung von Links.

Google entwickelte Algorithmen, die Antworten selbst aus dem Netz zusammentragen und dann zu einem Ergebnis kommen. Auf diese Weise wurden bereits 1,6 Milliarden Fakten gesammelt, 271 Millionen davon werden als sicher eingestuft, das heißt, dass sie mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 90% zutreffen. Die Inhalte von Knowledge Vault sind noch geringer als beim Knowledge Graph, durch das Auslassen der menschlichen Zwischenstufe wird es jedoch nicht lange dauern, bis Knowledge Vault hier führend ist.

Ein erstes Einsatzgebiet für eine solche Wissensdatenbank sind persönliche digitale Assistenten. Diese werden in den nächsten Jahren immer wichtiger werden und auch selbstständig Entscheidungen treffen können. Tom Austin vom Technik-Analysten Gartner prophezeit noch für dieses Jahrzehnt, dass uns persönliche Assistenten die 10 wichtigsten E-Mails am Tag zeigen und den Rest selbstständig abarbeiten. Der digitale Assistent wird entscheiden, was wichtig ist und was nicht.

Das gleiche Prinzip lässt sich auch in den Gesundheitsbereich übertragen. Durch das Sammeln von zahlreichen Daten lassen sich Parallelen erkennen, die dann direkt eine Diagnose stellen könnten, wenn entsprechende Veränderungen bei einem selbst auftreten.

Natürlich gibt es Privatsphäre-Bedenken, die auch gar nicht unberechtigt sind. Durch das automatische Zusammentragen von Informationen, sind alle Informationen verfügbar, die eine Maschine irgendwie erreichen kann. Auch unterscheidet eine Maschine nicht zwischen Mensch oder Gegenstand und verarbeitet alles, was ihr in die virtuellen Finger kommt.

In Zukunft soll es sogar möglich sein, Voraussagen zu treffen, was künftige Ereignisse angeht. Quasi so, wie Google oder Bing es heute zu Großereignissen wie der Fußball-WM oder dem Eurovision Song Contest machen. Nur wird dies dann aus mehr und genaueren Daten errechnet, unter Einbeziehung vieler Faktoren.

Austin sagt auch, dass dies in eine völlig neue Technik-Generation führt, das Leben verändern wird. Es wird sich ändern, wie die Menschen leben und Spaß haben – und auch den Krieg.


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Quelle: New Scientist |

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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