Google I/O: Google gehen die Ideen aus

28. Mai 2015 Kategorie: Google, geschrieben von: caschy

Na, habe ich eure Aufmerksamkeit? Klasse! Die Überschrift ist natürlich Blödsinn, beschreibt aber die Lage bei vielen beinharten Google- und Android-Fans sehr gut. Wir haben uns die Keynote mit über 400 Nutzern gemeinsam angeschaut und es waren nicht wenige dabei, die die Keynote langweilig fanden oder der Meinung waren, dass da nichts Neues zu sehen ist.

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Manchmal denke ich, viele haben zu viele Science Fiction-Filme gesehen, ehrlich. Klar wünsche ich mir „immer mehr, immer weiter“. Aber ganz so schnell ist die Entwicklung dann doch nicht. Und was viele nicht bedenken: Firmen warten nicht immer bis zu ihrem Event, um Gimmicks aus dem Hut zu zaubern – Produktpflege und Entwicklung ist ein steter Prozess – und von fortlaufenden Entwicklungen profitieren wir zwischen den Event-Zeiten doch eigentlich dauernd.

Nun muss man sagen: nicht alles ist ein besonderer Hit. Google experimentiert, wie es auch Apple und Microsoft tun. Nicht jeder Schuss ist ein Treffer – nirgendwo. Oder man setzt auf einem Event ein Pflänzchen, welches wachsen muss. Cardboard beispielsweise. Fand ich anfangs eher unspannend. Und nun? Nun hat das Pappding Unterstützung für knapp 500 Apps und Filme – und mit der jetzigen I/O hat man echt aus den Vollen geschöpft.

Virtuelle Realität – auf Wunsch in Schulen, mit einem Player, den jeder hat: YouTube. Der Lehrer wirft auf dem Tablet einen Inhalt ein und hat all seine Schüler sind virtuell an einem Ort, um Inhalte näher zu erleben? Wie geil ist das bitte? Ich saß zu meiner Zeit vor einem riesigen Atlas, der teilweise so alt war, dass nicht mehr bestehende Ländergrenzen an Bord waren! 1 Million Cardboards hat man ausgeliefert und in den nächsten Jahren wird das Thema sicherlich breiter ankommen und angenommen werden. Sorry, wenn ich in eine virtuelle Realität eintauchen kann und das Gesehene besser verstehe – dann bin ich dabei. Und noch etwas: die Porno-Industrie wird das ganze Thema auch vorantreiben, jede Wette.

Android M (Milkshake?). Dass man das Rad nicht neu erfinden kann, das war klar. Fokus auf Sicherheit, Akkulaufzeit und Anpassbarkeit. Die Neuerungen scheinen marginal, sind aber wichtig. Google hat den Worten im letzten Jahr endlich mal Taten folgen lassen. Ich hoffe, dass die Hersteller flott dabei sind, das System später auszurollen. Ich wünsche es mir einfach für die Nutzer. Nichts Neues bei Android Wear? Da gebe ich euch Recht. Und warum nicht? Weil der Spaß schon vor einiger Zeit vorgestellt wurde. Der App Launcher war Müll bei Android Wear und das hat man verbessert. Auch das Anzeigen und Wegwischen von Benachrichtigungen ist machbar. Haben wir ja auch alles im Blog gezeigt.

Ob die das nun hier oder da als Idee übernommen haben? Mir ist das echt Latte. Einer guten Idee ist es egal, wer sie gestohlen hat – letzten Endes ziehen wir, die Nutzer, unseren Vorteil daraus.

Was noch so notwendig war? Ein Bereich für Kinder, mit Kontrolle durch die Eltern. Finde ich gut, die Kleinen wissen ja noch gar nicht, was so abgehen kann, da tut ein geschützter Bereich mal ganz gut. Teilausschnitte in Google Maps offline? OK, das gab es auch schon früher, neu ist die Turn-by-turn-Navi mit den POIs. Klar wären komplette Offline-Maps toll gewesen.

Aber es wird schon seine Gründe haben, warum Google das nicht macht. Ich kenne sie nicht. Andere Anbieter machen ihre Lösungen sicherlich nicht grundlos kostenpflichtig. Ausnahme natürlich: Here von Nokia. Dennoch: ein kleiner Teilaspekt von Google, die eben ihre Leistungen größtenteils kostenlos anbieten – ihr bezahlt halt mit euren Daten. Letzten Endes: Maps-Funktionen nett, aber ein Flash war es nicht – es sei denn, Google äußert sich mal zum Offline-Radius des Ganzen.

Android Auto? Bis Ende dieses Jahres werden 35 Fahrzeugmodelle über Android Auto verfügen. Oder als teurer Nach-Einbau. Auch dies Thema ist kein Neues, sondern es dümpelt seit einem Jahr rum. Es scheint noch ein wenig zu dauern, bis sich da was tut – ebenso wie es auch bei Android Pay der Fall sein wird. Mobiles Bezahlen wird seit Jahren herbeigebetet und gepitcht – aber es ist immer noch Nische. Ich hoffe, es kommt nun mehr Drive rein – auch in Deutschland. Google war mit alten Lösungen entweder zu früh – oder die Umsetzung zu schlecht.

Was ich gut fand, das waren die Neuerungen von Google Inbox und Google Now. Inbox dümpelte viel zu lange rum, ohne dass was geschah, nun hat man nachgelegt. Man liegt damit nicht weit vorne, andere Lösungen regeln das teilweise schon besser – aber Google will die Masse erreichen – und das schaffen sie offenbar sehr gut, wenn man den ausgerufenen Nutzerzahlen glauben will. Im Rahmen der Einführung von Android M will man Google Now erweitern, um den Anwendern genau die Informationen zu liefern, die sie benötigen. Zum Beispiel, ob in einem neuen Restaurant noch ein Tisch frei ist oder zu welchen Zeiten der neue Film im Kino läuft. Spannend, wie Daten ausgewertet werden können, eine große Kunst unserer Zeit.

Google Fotos! Unbegrenzter Speicherplatz und neue Apps für Android und iOS? Finden statt suchen? Hört sich geil an, doch ich bin da skeptisch. Bin ja ein Mensch der starren Ordnerverwaltung – und in der letzten Zeit hat sich Google nicht mit Ruhm bekleckert. Wenn ich allerdings gute Import- und Export-Möglichkeiten habe, dann schaue ich mir das Ganze mal gerne an. Fast alles wird besser sein als das Interface von Flickr. Ich bin da mal gespannt, die Trennung von Google+ scheint aber gut zu tun.

Internet der Dinge! Brillo als System und Weave als Kommunikations-Layer? Klingt spannend, nachdem es auf der Welt ja schon ein paar Konsortien und Standards gibt, die sich untereinander austauschen können. Und nun kommt Google und wirft auch noch etwas in den Topf. Sah in der reinen Vorstellung gut aus, stellt eine große Herausforderung dar. Sollte Google extrem hart und gut verfolgen, der IoT-Markt wird explodieren.

Um den Bogen zu bekommen und nicht alles noch erneut aufzuzählen: Nein, natürlich war die I/O Keynote nicht der überragende Knaller, den wir uns alle gewünscht haben. Es war eine solide Vorstellung mit sinnvollen Neuerungen, die Google jetzt aber knallhart verfolgen muss, um da wirklich am Ball zu bleiben. Microsoft macht derzeit viel – und auch Apple wird was im Köcher haben. Letzten Endes wird das alles ein bisschen weniger, was wir sehen – aber eventuell nachhaltiger.

Nun gilt es bei allen Firmen, langfristige Lösungen und Verbesserungen zu realisieren. Das müssen auch wir kapieren – die Nutzer, die immer wieder mal von Gerüchten und Co angepitcht werden sollen. Es werden wohl erst einmal keine Wunder in der Technik passieren. Erst am 5. April 2063 führt die Warp-Signatur der Phoenix die Vulkanier auf die Erde. Dann rappelt es wieder in Sachen Technik 😉

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