Google, Facebook und Microsoft erhöhen Druck auf FBI nach PRISM-Skandal

12. Juni 2013 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Nachdem bekannt wurde, dass PRISM in den USA Zugriff auf alle großen Internet-Dienste hat, war mit einem Schlag das Vertrauen in die entsprechenden Unternehmen weg. Schnell gab es Stellungnahmen von Google, Facebook und Co, die den direkten Zugriff natürlich dementierten. Google veröffentlichte sogar weitere Zahlen in seinem Transparemcy Report, um zu zeigen, dass es gar nicht so viele Anfragen gab.

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Google hat nun gestern einen Brief an das FBI geschickt, in dem das Unternehmen darum bittet, alle Anfragen im Transparency Report aufnehmen zu dürfen. Dieser Brief wurde auch auf dem offiziellen Google Blog veröffentlicht. Bisher durften bestimmte Anfragen nämlich nicht öffentlich gemacht werden. Hierbei geht es um die FISA-Anfragen.

Auch Mark Zuckerberg möchte einen solchen Transparenz-Bericht für Anfragen an Facebook veröffentlichen. Er sagt: “We would welcome the opportunity to provide a transparency report that allows us to share with those who use Facebook around the world a complete picture of the government requests we receive, and how we respond. We urge the United States government to help make that possible by allowing companies to include information about the size and scope of national security requests we receive, and look forward to publishing a report that includes that information.

Zu guter Letzt brachte sich auch Microsoft ins Spiel und lieferte folgendes Statement ab: „Permitting greater transparency on the aggregate volume and scope of national security requests, including FISA (Foreign Intelligence Surveillance Act) orders, would help the community understand and debate these important issues.

Man sieht also, dass die Unternehmen sehr darum bemüht sind, nicht das komplette Vertrauen der Nutzer zu verlieren. Ob es zum Selbstschutz vor weglaufenden Nutzern ist, oder ob es tatsächlich um größtmöglichste Transparenz geht, sei einmal dahin gestellt. In Zeiten, in denen Cloud-Nutzung gerade so richtig Fahrt aufnimmt, könnte fehlendes Vertrauen der Nutzer der Genickbruch für eine gesamte Branche sein. Wer lädt schon gerne persönliche Daten ins Netz, nur damit sie von öffentlichen STellen jederzeit abgerufen werden können?

Google setzt das FBI durch die Veröffentlichung der Anfrage das FBI am stärksten unter Druck. Jetzt muss nur noch abgewartet werden, wie seitens FBI darauf reagiert wird. Würde eine Veröffentlichung aller Anfragen des FBI an die Unternehmen tatsächlich das Vertrauen zurückbringen? Oder ist es nicht vielmehr so, dass sich die Geheimdienste einfach neue Wege suchen würden, um an Nutzer-Daten zu kommen?


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Quelle: AllThingsD | Yahoo

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