Google Chrome Notebook

7. Dezember 2010 Kategorie: Google, Hardware, Internet, Mobile, geschrieben von:

Joa, da habe ich mir mal das Google Event heute angeschaut. Sehr viele Eindrücke, allerdings gab es das für mich Interessanteste fast am Ende: das Google Chrome Notebook. Ein Notebook, angetrieben von einem Intel-Prozessor. Des Weiteren sitzen Samsung und Acer als Hersteller mit im Boot. Weitere Hersteller werden folgen. In den Staaten (und nicht in Deutschland) kann sich jeder für ein Cr-48, den Prototypen, bewerben (und Feedback geben). Gibt’s dann von Google für umme. Wie erwähnt – leider nicht hier.

Das Cr-48 ist ein blankes Book ohne irgendwelche Logos. Spezifikationen? 3G eingebaut, Flashspeicher, WLAN, 12,1 Zoll Display und eine Webcam. Mechanische Festplatte? Fehlanzeige. 8 Stunden Akkulaufzeit hören sich ausserdem auch interessant an.

In den Staaten gibt es das Gerät ab Mitte 2011, sogar mit 100 MB kostenlosen Traffic über Verizon. Mehr Traffic kostet logischerweise. Mal sehen, wie sich das hier in Deutschland so gestaltet.

Obwohl ich großer Google-Fan bin, kann ich mir die Benutzung noch nicht wirklich vorstellen. Alle Anwendungen sind Webanwendungen. Natürlich wird man auch auf einem Google Chrome Notebook ein anderes System aufspielen können – doch was wird so ein Gerät kosten? Warum sollte ich alles in und über die Cloud nutzen, wenn ich doch mit jedem Netbook und einem kleinen Linux schnell im Web bin, alle Google-Dienste nutzen kann – aber auch den Vorteil der lokalen Anwendungen habe? Naja, erst einmal abwarten, welche Developer ihre Apps für Chrome OS entwickeln. 500 Apps sind ja bereits verfügbar.

Gegenargument: Google arbeitet mit Citrix zusammen. Kennt das noch jemand? Citrix Metraframe und Co? Dabei habt ihr einen relativ schmalen Rechner, der allerdings die Anwendungen auf einem entfernten Rechner ausführt. So kann auch Office oder andere Programme den Weg auf das Google Chrome Notebook finden. Die Performanz muss man natürlich selbst erst einmal sehen.

Das Google Chrome Notebook muss nur angeschaltet werden und mit euren Account-Daten gefüttert werden. Es bekommt auch einen Gastzugang, quasi Google Chrome im Incognito-Modus. Keinerlei Daten bleiben auf dem Gerät. Wer braucht so ein Gerät? Aussendienstmitarbeiter, die unterwegs sind? Blogger? Ich kann mir nur eine extrem hohe Verbreitung vorstellen, wenn auch der Preis stimmt – doch welchen Preis darf man ansetzen für so ein Gerät? Was kosteten die ersten Eee-Books? 299 Euro? Für heutige 299 Euro bekomme ich auch ein 12 Zoll Notebook mit Windows 7 von Lenovo. Locker. Der Preis müsste also darunter liegen.

Ich persönlich sehe hier einen mobilen Begleiter, der zum Zweitgerät taugt: Google Chrome-Nutzer am Mac oder PC können arbeiten, Erweiterungen installieren und Co – und unterwegs hat man alles synchronisiert. Auch muss man keine Angst vor dem Offline-Sein haben. Die Apps können offline genutzt werden und Daten werden abgeglichen, sobald man online ist.

Kritikpunkte? Sicherlich! Das System ist auf das Arbeiten online ausgelegt. Alle Daten sind online. Es ist völlig egal ob Facebook, Microsoft, Google, Apple & andere: gebe ich Daten ins Netz, gebe ich Daten ins Netz. So einfach ist das. Google spricht zwar von Verschlüsselung der Daten und Sandbox-Features – aber es bleiben bei aller Datensicherheit immer noch Daten im Netz. Für mein Geblogge kann ich gerne Google Docs nehmen. Daten, die unwichtig sind. Keine geheimen Texte.

Aber Verträge? Vertrauliches? Muss jeder selbst für sich entscheiden – schließlich hat wahrscheinlich jeder, der IMAP bei Anbieter XYZ nutzt, Mails mit Inhalten online. Ich persönlich schreibe zwar oft über Onlinedienste, doch sollte jedem klar sein, was man ins Web entlässt und was nicht. Denn ob der Dropbox-Account geknackt wird oder der von Google: wer unverschlüsselt vertrauliche Daten online hat, ist diese los. Dies kann allerdings nicht nur auf den ach so bösen US-Servern (häufige Kommentare) passieren. Aber ich schweife ab, das wäre fast schon eine neue Beitragsreihe 😉

Ich will mich nicht festlegen, was ich vom Google Chrome Notebook halten soll. Oft schreibe ich meine Beiträge nach solchen Keynotes – ohne mir überhaupt weitreichende Gedanken gemacht zu haben (seid mir also bitte nicht böse über den zusammenhangslosen Text). War beim iPad ja auch so. Erst krähte ich, dass ich mir nie eins kaufen würde und lachte über Spezifikationen und Anwendungen – nun bin ich zufriedener Besitzer. Firmen arbeiten halt so – sie verkaufen uns Dinge, von denen wir bisher gar nicht wussten, dass wir sie brauchen 🙂

Von daher: Google Chrome Notebook kaufen? Klaro! Wenn es nichts ist, wird es verkauft. Alternativ das System auf kompatiblen Geräten aufspielen – denn Spielkinder sind wir doch alle irgendwie, oder? 🙂


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Über den Autor:

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