Google Chrome ab sofort mit flüssigerer Videowiedergabe

30. Oktober 2015 Kategorie: Google, Internet, Software & Co, geschrieben von:

artikel_chromeLaut Google ist der hauseigene Browser Chrome eine der beliebtesten Zugangsformen zu Video-Inhalten: Pro Sekunde rufen Nutzer weltweit zusammengerechnet ca. 3000 Stunden an Videos via Chrome ab. Aus jenem Grund trage man bei Google die Verantwortung dafür, dass die abgerufenen Inhalte auch gut aussähen. Das findet jedenfalls Renganathan Ramamoorthy, Googles Produktmanager und Ansprechpartner für Playbacks. Deswegen arbeitet der Konzern nun daran die Videowiedergabe mit weniger verlorenen Einzelbildern noch flüssiger zu gestalten.

Google nutzt für Chrome bzw. YouTube außerdem seinen eigenen Codec VP9. Jener ist allerdings umstritten, da der Codec zwar von jedem frei benutzbar ist, viele Hersteller aber sehr zögerlich sind Hardwarebeschleunigung für VP9 zu implementieren. Das war bereits für den Vorgänger VP8 ein Problem, weswegen sich der Codec nie auf breiter Fläche durchsetzen konnte. Es gibt sogar Plugins für Firefox und Chrome, die bei Gegnern YouTube zwingen Videos als MP4 / H.264 wiederzugeben, statt als VP9 – was normalerweise bei Erkennung des Browsers Chrome der Fall wäre.

Derartige Plugins sind beliebt bei Nutzern von schwacher Hardware, welche bei VP9 verstärkt mit stockenden Videos zu kämpfen haben. Warum ich so weit aushole? Um klar zu machen, dass Googles im neuen Beitrag sehr gelobtes VP9 per se eine gute Sache ist, aber die Unterstützung besser werden müsste. So erlaubt VP9 durchaus bei gleicher Qualität Videos mit effizienterer Kompression als bei H.264. Das kommt Inhalten in Ultra HD zugute. Dafür ist eben aktuell potentere Hardware notwendig und der Akku wird an mobilen Endgeräten stärker belastet.

Was jedoch als Ergänzung zu VP9 eigentlich neu ist, ist die Verwaltung der Einzelbilder oder auch Frames in Chrome. Laut Ramamoorthy könne Chrome nun besser Varianzen während der Wiedergabe entdecken und kompensieren. Statt einzelne Bilder zu verschlucken, was zu „Stottern“ und abgehackter Wiedergabe führt, könne man an den korrekten Stellen Frames doppelt zeigen, so dass das Video flüssig bleibe. Dies sei besonders dann wichtig, wenn mit ungewöhnlichen Bildraten gearbeitet werde bzw. jene während des Filmens variierten.

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In obiger Grafik sieht man beispielsweise, dass 32 % der Einzelbilder in der falschen Länge angezeigt werden, so dass die Übergänge falsch laufen. Weitere fünf Bilder fallen gar ganz heraus. Chrome soll das in Zukunft besser kompensieren.

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Letzten Endes sehe die Wiedergabe laut Google nun in Chrome so (siehe Bild) aus und die Videos werden besser angepasst. Dabei werde auch die Verbindungsgeschwindigkeit des jeweiligen Anwenders einbezogen. Auf diese Weise soll es in Chome zu 50 % weniger Videounterbrechungen kommen.

Klar, dass Google in diesem Rahmen auch wieder etwas Schulterklopfen betreibt und hervorhebt, dass man seinen Premium-Content über HTML5 anbiete und auf externe Plugins verzichte. Das mache die Video-Erfahrung im Browser heute sicherer als jemals zuvor. Chrome sei dabei laut Google bzw. dessen Mitarbeiter Ramamoorthy freilich der sicherste Browser zur Videowiedergabe.

Ich selbst benutze sowohl Mozilla Firefox als auch Google Chrome und hatte mit Videos selten merkliche Probleme. Flüssigere Videos lehne ich aber natürlich nie ab und so ist die Neuerung hinter den Kulissen zu begrüßen. Wie stark man sie als Endanwender in der Praxis tatsächlich bemerkt, dürfte individuell aber sehr variieren.


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Über den Autor:

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