Google Ara: Modulares Smartphone in einer ausführlichen Video-Demo

1. März 2014 Kategorie: Android, Hardware, Windows Phone, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Über Project Ara bereichteten wir bereits mehrmals. Das modulare Smartphone ist eine sehr faszinierende Sache, vor allem, weil es gar nicht mehr so lange dauern soll, bis wir unsere täglichen Begleiter selbst zusammenstellen können. Die einzelnen Komponenten sind austauschbar, sodass man sich je nach Einsatzgebiet für diverse Komponenten entscheiden kann. In der rund 25-minütigen Präsentation erklärt Paul Eremenko von Google, wie das alles funktioniert. Dies zwar nur anhand eines nicht funktionierenden Prototyps, interessant ist allerdings, was er dazu erzählt.

Google_Ara

Das Grundgerüst eines Ara-Smartphones wird ein Rahmen sein, der auf der Vorderseite mit einem Display bestückt wird und auf der Rückseite die restlichen technischen Komponenten aufnimmt. Der dünne Rahmen wird dabei einen sehr schwachen Akku integriert haben, damit man alle Komponenten, auch das Haupt-Akku-Modul jederzeit im laufenden Betrieb wechseln kann. Der Rahmen bietet PLatz für 18 1×1-Komponenten, kann aber mit 2×2-Modulen oder 2×1-Modulen bestückt werden. Jeder Aufnahmeslot kann Energie verarbeiten. Das heißt, ist man zum Beispiel auf eine lange Akkulaufzeit angewiesen, kann man theoretisch auch 2 oder mehr Akkus einsetzen.

Die Komponenten werden magnetisch an ihrem Platz gehalten. Hier werden schwache Magneten verwendet, die lediglich stark genug sind, um die Komponenten nicht herausfallen zu lassen. Die Komponenten sind so konzipiert, dass sie sich über 3D-Drucker anfertigen lassen. Noch ist dies nur optisch, man arbeitet aber bereits auch an technischen Komponenten aus dem 3D-Drucker.

Die einzelnen Komponenten sind zudem so konzipiert, dass jeder Hersteller Komponenten liefern kann.Einmal wild gesponnen: Man könnte sich quasi den Prozessor von Qualcomm kaufen, den Akku holt man sich von Mugen und die Kamera von Nokia. Setzt natürlich voraus, dass diese Firmen auch solche Komponenten zur Verfügung stellen. Da werden sich bestimmt viele neue Firmen auftun, die dann nicht mehr Smartphones herstellen, sondern nur noch einzelne Module liefern.

Das Ganze erinnert ein bisschen an den PC-Markt. Hier ist es ja schon sehr lange so, dass die einzelnen Bausteine von verschiedenen Herstellern kommen, allerdings ist es in einem PC-Gehäuse auch wesentlich einfacher, verschiedene Komponenten unterzubringen.

Project Ara soll in drei Größen kommen. Small, Medium und Large. Diese Größen beziehen sich auf die Displaygröße, wobei die kleineren Modelle natürlich dann weniger Komponenten aufnehmen können. Die Komponenten lassen sich aber trotzdem zwischen kleinen und großen Modellen austauschen.

Das Google Ara Präsentation startet bei 5:15 im Video und dauert gut 25 Minuten, falls Euch Google Ara interessiert, sind das 25 Pflichtminuten. Ich bin gespannt, wie sich das Projekt entwickelt, und wie es dann in der Realität aussehen wird. Faszinierend ist das schon, vor allem, weil dann kein Hersteller dem Nutzer mehr vorschreiben kann, was er denn benötigt.



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Quelle: Android Police |
Über den Autor: Sascha Ostermaier

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