Gigaset LM550i MobileDock im Test – Mobile Anrufe ans Festnetz weiterleiten

9. Oktober 2016 Kategorie: Android, Hardware, iOS, Smart Home, geschrieben von: Benjamin Mamerow

gigaset-lm550i-150Es gibt Gerätschaften, die können uns das Leben schon deutlich erleichtern. Gerade im häuslichen Gebrauch sammelt sich mit der Zeit so allerlei Technik-Schnickschnack an, teils hilfreich, teils aber auch völlig überbewertete Spielereien, die nach gelegentlichem Gebrauch keine Daseinsberechtigung mehr verdient hat. Ich habe mittlerweile im Haus eine kleine Smart Home-Installation eingebunden, die ich nicht mehr missen mag. Ein „altes Relikt“ findet sich allerdings dennoch mittendrin: unser Festnetz-Telefon, Marke Gigaset. Das ist zu alt, als dass man dieses in den modernen Kreislauf mit einbinden könnte. Außerdem findet unsere Kommunikation eh vorrangig nur noch per Smartphone statt. Was also tun mit dem Telefon?

Gigaset LM550i MobileDock

Da hat sich Gigaset etwas für einfallen lassen. Mit dem MobileDock LM550 beziehungsweise LM550i (für das iPhone) kann man die Anrufe, die ansonsten das Android-Gerät oder eben das iPhone erreichen würden, per Bluetooth an das DECT-Telefon weiterleiten lassen. Man verbindet also Dock mit Handy, danach Dock mit Festnetz-Telefon und schon lassen sich alle eingehenden Anrufe bequem über ein einzelnes Gerät entgegennehmen – so die Idee. Ob das auch alles so simpel funktioniert?

Lieferumfang

Nach dem Öffnen der Verpackung finden sich neben dem Dock noch eine umfangreiche Anleitung, ein Netz-Adapter, um das Dock mit Strom zu versorgen und ein Micro-USB- oder Lightning-Ladekabel für das entsprechend zu verbindende Smartphone, je nachdem für welche Ausführung des Docks man sich entschieden hat. Nicht im Lieferumfang enthalten, jedoch kostenlos aus dem jeweiligen App-Store zu beziehen, ist die zugehörige App, mit der sich das Dock zuerst mit dem Handy und später dann mit dem DECT-Telefon verbinden lässt. Allerdings kann man diese Verbindungen auch manuell ohne die App herstellen – dazu später mehr.

Installation

Das Einrichten des Docks ist ausgesprochen simpel. Dass es dazu (eigentlich) eine App benötigt, die alle Schritte nach und nach erläutert, habe ich erst im Nachhinein bemerkt 😉 Nachdem das Dock ans Stromnetz angeschlossen war, fingen direkt zwei LEDs mit wildem Blinken an. Diese sind Indikator-Leuchten für DECT und Bluetooth. Kurz eingelesen, hieß es dann, dass man die mittig im Dock eingelassene Power-Taste so lange gedrückt halten solle, bis die blaue Bluetooth-LED schnell blinkt. Daraufhin kann man dann innerhalb der App den Geräte-Suchlauf starten und Smartphone und Dock miteinander verbinden. Auf die App gehe ich hier nicht im Detail ein, da diese hauptsächlich eine Schritt-für-Schritt-Anleitung darstellt.

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Im Anschluss wird ein Suchlauf nach einem DECT-Gerät initiiert. Um sein Telefon nun mit dem Dock zusammenarbeiten zu lassen, muss man nur noch am entsprechenden Gerät die Paging-Taste drücken. Das war es dann auch schon. Bis zu zwei Smartphones lassen sich im Übrigen angeblich mit dem Dock verbinden, geht dann ein Anruf ein, wird auf dem DECT-Telefon dann sogar angezeigt, von welchem der Handys der Anruf stammt. Dies können zwar nicht alle Geräte, wohl aber die der S- und C-Serie von Gigaset.

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Verarbeitung

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An der Qualität des verwendeten Materials kann ich nichts wirklich Negatives feststellen. Das Dock steht auf vier rutschfesten Gummi-Füßchen und auch die Smartphone-Ablage ist gummiert und mit einem Wabenmuster versehen, was für einen sicheren Halt des iPhone sorgt. Zentral in die Ablage eingelassen ruht der Power-Button des Gerätes. Am unteren Ende der Oberseite sitzen zwei „Nubsis“, die das Smartphone zusätzlich stützen. Wirft man einen Blick auf die Rückseite des Docks, so fällt zu allererst einmal die elegante Kabelführung ins Auge. Zwar hatte ich arge Probleme, das Netzkabel mit meinen Wurstfingern in die kleinen Aussparungen zu klemmen, aber nachdem das erst einmal geschafft war, sah das auch wirklich gut aus.

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So flattert nichts herum, sondern das Kabel ragt sauber am oberen Ende heraus und kann so direkt hinter dem Schrank verschwinden.

Allerdings bietet das Dock auch eine integrierte Ladelösung für das verbundene Smartphone mit an, welches dann mit dem mitgelieferten USB-Kabel geladen werden kann. Der 550i-Version liegt anstatt einem Micro-USB-Kabel ein Lightning-Kabel für iPhones bei. Das Kabel lässt sich zwar auch teilweise unter dem Dock verkeilen, ragt aber aufgrund seiner Länge dann doch am Rand heraus und stört so das Gesamtbild. Eine Docking-Lösung, in die das Handy lediglich eingeklinkt werden muss, wäre hier sicher schöner gewesen.

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Die beiden LEDs an der rechten Außenseite fügen sich gut ins Gesamtbild ein und leuchten ausreichend stark, dass man diese auch im Sonnenlicht gut erkennen kann.

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Funktionen

Wie also funktioniert nun das Telefonieren mit dem MobileDock LM 550i ? Ist alles korrekt eingerichtet, kommen alle Anrufe, die sonst das iPhone erreicht hätten, am DECT-Telefon an. Das klappte auch bei allen getesteten Telefonaten ausgesprochen gut. Die Sprachqualität kam gefühlt der gleich, die ich auch am iPhone gehabt hätte. Kein Rauschen oder andere Störgeräusche und die Gesprächspartner waren sehr gut zu verstehen. Zu bedenken ist hier, dass Bluetooth nun einmal nicht die größte Reichweite bietet, sich das gekoppelte Handy also schon in der näheren Umgebung des Docks befinden sollte, aber dafür hat man ja dann die Ablagefläche am Dock selbst. Die DECT-Verbindung reicht hingegen auch (außen) bis zu 300 Meter weit, im Garten bei knapp 35 Metern Abstand zum iPhone hatte ich immer noch perfekte Ergebnisse.

Kritik

Was mir gar nicht passt? So ein Smartphone bekommt seine Anrufe heutzutage leider nicht mehr nur noch auf dem konventionellen Weg, sondern auch über Drittanbieter-Apps wie WhatsApp oder Facebook. Diese werden vom Dock leider gar nicht erst weitergeleitet. Hat man das iPhone oder Android-Gerät gekoppelt und möchte einen eingehenden Anruf dann möglicherweise doch darüber direkt annehmen, so klingelt das DECT-Gerät unentwegt während des Telefonats weiter – richtig lästig. Wer also wirklich nur reine Mobilfunk-Anrufe weiterleiten muss und wirklich immer das DECT-Gerät zum Entgegennehmen nutzt, für den ist das Ganze weiterhin eine gute Sache. Bei mir hingegen ist das Anwendungsszenario zu komplex und dafür eignet sich das MobileDock leider nur bedingt.

Man sollte sich vor der Anschaffung außerdem überlegen, ob man in naher Zukunft möglicherweise auf ein Smartphone mit anderem Betriebssystem wechseln wollte. Wer das 550i kauft, der kann dieses später nicht mit einem Android-Gerät nutzen, sondern würde dann das reine 550 benötigen. Aktuell liegt der Preis für beide Geräte bei rund 45 € (LM 550  /  LM 550i) – doppelt kaufen wird da niemand wollen.

Fazit

Ich bin hin- und hergerissen. Einerseits ist die Idee hinter dem Produkt wirklich gut. Alle Anrufe über ein einzelnes Gerät annehmen zu können ist schon komfortabel. Außerdem ist das Dock wirklich stylisch und top verarbeitet. Auf der anderen Seite indes, stört mich gewaltig, dass ich nicht zwischendurch einfach auch mit dem Handy selbst annehmen kann, ohne dass das DECT-Gerät weiterhin klingelt wie irre und dass Drittanbieter-Apps derzeit noch das Nachsehen haben. Hier bleibt zumindest noch ein Fünkchen Hoffnung, dass ein App-Update da Abhilfe schaffen kann. Von meiner Seite aus also bisher nur eingeschränkte Kaufempfehlung für diejenigen, die wirklich nur Mobilfunk-Anrufe immer mit dem DECT-Telefon annehmen wollen und ihr Smartphone-OS nicht mehr wechseln möchten.



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Über den Autor: Benjamin Mamerow

Blogger, stolzer Ehemann und passionierter Dad aus dem Geestland. Quasi-Nachbar vom Caschy (ob er mag oder nicht ;D ), mit iOS und Android gleichermaßen glücklich und außerdem zu finden auf Twitter und Google+. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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