George Hotz stampft sein Projekt für autonomes Fahren ein

29. Oktober 2016 Kategorie: Hardware, geschrieben von: André Westphal

artikel_chffrGeorge Hotz (Geohot) wollte mit seinem Projekt Chffr im Bereich autonomes Fahren wildern. In diesem Zuge wollte er ein Nachrüst-Kit für reguläre Autos entwickeln. Auch eine künstliche Intelligenz, die K. I. Comma One, sollte eine enorme Rolle spielen. Bekannt wurde Hotz anno dazumal etwa durch seine Exploits und Jailbreaks der Apple iPhone und Sony PlayStation 3. Mittlerweile hat Hotz über das Twitter-Konto von Comma.ai bekannt gegeben, dass die Entwicklung der Comma One allerdings eingestellt werde. Als Begründung nennt er einen skeptischen Brief der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) aus den USA.

Laut Hotz habe ihm die Institution sofort gedroht, statt in einen Dialog treten zu wollen. Er selbst wolle seine  Zeit aber lieber mit der Entwicklung neuer Technik verbringen, als sich mit Behörden und Anwälten zu befassen. Daher stelle er Comma One ein. Comma.ai werde sich aber noch mit anderen Märkten und Produkten befassen. Auch wenn Hotz sich hier quasi selbst als tragischen Helden inszeniert, der nur etwas Tolles habe entwickeln wollen, ist angesichts der raschen Kapitulation die Frage, ob Comma One ernsthaftes Potential gehabt hätte. Ohne tiefere Einblicke fällt es schwer ein Urteil abzugeben.

Hotz hatte Comma.ai Ende 2015 gegründet, nachdem er selbst einen Acura ILX mit eigener Hard- und Software zu einem selbstfahrenden Auto umgerüstet hatte. Tesla bot ihm damals einen Job an, welchen er allerdings wegen Teslas Zusammenarbeit mit Mobileye ablehnte. Letzteren warf er vor nicht an Innovationen interessiert zu sein. Ob er selbst es besser machen wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Dass eine Institution wie die NHTSA sich nach dem Stand der Dinge bei Comma One erkundigt hat, ist schließlich keine große Wendung. Sprecher der Behörde erklären: „Wir hatten Bedenken im Bezug auf die Sicherheit der Produkte von Comma.ai. Deswegen haben wir bei dem Unternehmen um mehr Informationen zur Funktionsweise gebeten. Es war dann die Entscheidung von Herrn Hotz das Produkt einzustellen.“ Dass Hotz so schnell aufgegeben hat, spricht nicht unbedingt für das Projekt.

(via ArsTechnica)


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Über den Autor: André Westphal

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