Gelungener Nachfolger: Galactic Civilizations III

1. Januar 2016 Kategorie: Games, geschrieben von: Andreas Haswell

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Bildschirmfoto 2015-12-19 um 17.41.25Donnerstag 22:17 Uhr. Das Drengin Empire greift einen meiner wichtigsten Forschungsplaneten an. Glücklicherweise ist Flotte Alpha 3 nur ein Sternensystem entfernt und ich habe die Möglichkeit binnen 2-3 Spielzügen, meine neuen Gravitationskanonen abzufeuern und ein klares Statement zu setzen. Beim nächsten Blick auf die Uhr ist es 01:49. Die Drengin Flotte ist besiegt, mein Planet gerettet aber ich weiß, ich bin jetzt dennoch am Arsch. Willkommen zu Galactic Civilizations 3 deinem neuen Zeitfresser aus der PC-Only-Spielehölle.

Galactic Civilizations steht für exzellenten rundbasierten Aufbau inklusive Planeten-Management, epischen Weltraumschlachten, Wirtschaft/Handelssystem, einem riesigen Technologiebaum, den kaum einer komplett erforschen kann und auch für Diplomatie. Gut vergleichbar mit Sid Meiers Civilization, nur komplett mit Sci-Fi/-Space-Setting. Galactic Civilizations II konnte mich locker 300 Stunden gut unterhalten, Teil 3 wird das höchstwahrscheinlich im Laufe der Jahre noch toppen. Was euch alles so erwartet, wenn ihr euch auf dieses einlasst? Viel. Verdammt viel!

Spielstart – unkomplizierter Anfang

Bevor ihr loslegen könnt, habt ihr ein paar nette Möglichkeiten Galactic Civilizations III zu konfigurieren. Ihr könnt eine komplett neue Rasse mitsamt Eigenschaften, Porträt sowie Heimat Planeten erstellen. Die Galaxie, in der ihr starten wollt, kann ebenfalls nach eigenen Wünschen angepasst werden. Anzahl der Sternen.Cluster mit wenigen oder vielen Planeten, Anomalien, Ereignissen, Siegbedingungen, Schwierigkeit, Randvölker (haben meistens nur einen Planeten und sind freundlich) Gegneranzahl und dergleichen mehr. Das alleine ermöglicht schon eine schier unendliche Anzahl von Spielkarten auf jedem beliebigen Niveau. Die Einstellungen benötigen lediglich 2-5 Minuten, können abgespeichert und modifiziert bzw. mit anderen Spielern geteilt werden. Mein Tipp vorweg: Bevor ihr die Kampagne startet, spielt ein paar kleine selbst erstellte Karten auf „Schwierigkeitsgrad Einfach“. Die Kampagne ist besonders für Einsteiger sehr fordernd und das letzte Update hat die KI nochmals spürbar verbessert.
Eigene Rasse
Nachdem ihr eure Rasse sowie Karte gewählt oder selbst generiert habt, startet ihr mit einem Heimatplanet sowie 3-4 unterschiedlichen Schiffstypen. Da wäre das Forschungsschiff, mit dem ihr Sternensystem bzw. die Galaxie erkundet. Außerdem kann es Weltraumschrott und Rettungskapseln bergen sowie Anomalien erforschen. Dafür erhaltet oder findet ihr Credits, Raumschiffe, Punkte für Forschung usw. Zudem steht ein Kolonieschiff mitsamt Kolonisten parat, um einen freien Planeten zu besiedeln. Ein Späher ist ebenfalls vorhanden, der allerdings eine recht kurze Reichweite besitzt und daher nur zur Erkundung von naheliegenden Sternensystemen geeignet ist. Eure Raumschiffe könnt ihr gleich losschicken und euch dann dem Heimatplaneten widmen.

Planetenverwaltung und -bebauung

Je nach Größe und Beschaffenheit könnt ihr den Planeten mit diversen Gebäuden und Einrichtungen bebauen. Die Kerneigenschaften vom Planet und welche Vorteile dieser innehält, sollten bei der Bebauung entscheidend sein. Kann beispielsweise ein Planet extra viele Forschungspunkte einbringen, sollte der Fokus auf die Errichtung von Forschungsgebäude liegen. Manchmal macht aber ein guter Mix deutlich mehr Sinn. Da die Fläche bzw. Baufelder limitiert sind, gilt es weitsichtig zu planen. Im weiteren Spielverlauf erlauben euch diverse Forschungen, weitere Baufelder freizuschalten und Gebäude werden durch Upgrades effektiver. Bis die Gebäude fertig gebaut sind, kann es mitunter ein paar Spielzüge dauern, es besteht jedoch die Option, je Runde ein Gebäude gegen Credits sofort fertig errichtet freizuschalten. Geht auf Dauer ordentlich ins Geld, daher empfiehlt sich bei teuren Gebäuden, ein paar Wochen bauen zu lassen und die restliche Zeit mittels Credits abzukürzen.
Planetenbau
Je höher der Produktionswert vom Planeten ist, umso schneller werden Gebäude errichtet. Befindet sich eine Raumschiffswerft im Orbit, profitiert diese ebenso davon. Eine hohe Bevölkerungszahl steigert Einnahmen, Forschung, Militär oder Produktivität, bringt natürlich auch gewisse Nachteile. Euer Volk will bespaßt werden, damit die Moral hoch bleibt und dazu braucht es wiederum entsprechende Gebäude. Schon beim Bebauen des ersten Planeten merkt man, wie alle Teile ineinandergreifen und dumpfes Hochstampfen von Gebäuden, schnell zu großen Problemen führen kann. Wenn man einmal den Bogen raus hat (geht schnell), weiß man wie beim nächsten Planeten vorgegangen werde muss.

Was bei 2-3 Planeten noch recht gemütlich vonstattengeht, kann ab 5-6 Planeten ziemlich arbeitsintensiv werden. Hier macht sich das neue Planeten-Management inklusive Automationsoptionen positiv bemerkbar. Was in Teil 2 nicht ganz so reibungslos funktionierte, ist hiermit Geschichte. Spätestens ab 10 Planeten spielt das Planeten-Management seine Stärken aus. Für jeden einzelnen Planeten kann zudem ein Gouverneur eingesetzt werden, der quasi den Planeten ganz alleine verwaltet bzw. steuert. Wobei die Auswahl von einem bestimmten Vorteil definiert wird (Prozentualer Wachstum auf Forschung, Wohlstand oder Herstellung). Damit lassen sich sogar etwaige plantare Defizite kompensieren. Nehmt euch ruhig ein paar Minuten Zeit für die Verwaltung und schaut wie was funktioniert, zusammenhängt und wie ihr das am besten Verwalten möchtet.

Erforschen bis zum Abwinken

Forschung

Galactic Civilizations III besitzt erneut einen unglaublich großen Forschungsbaum, welcher in 4 Kategorien unterteilt ist: Kolonisierung: Für Gebäude und Einrichtungen eurer Planeten, Upgrades steigern Produktion, Forschung sowie Effektivität sämtlicher Planeten. Unterhaltung und Nahrung für das Volk dürfen nicht vernachlässigt werden, passende Gebäude und Upgrades müssen zeitig erforscht sein ansonsten droht euch ein Aufstand und überlaufen zum Feind.

Maschinenbau: Betrifft die Entwicklung von Raumfahrt, Raumschiffen und orbitalen Einrichtungen. Größere Reichweite, bessere Sensoren, schnellere Antriebe oder neue riesige Schiffshüllen für den Bau eure Flotte und Sternenbasen.

Kriegsführung: Ist für Waffen, Angriffs- und Verteidigungssysteme (Raumschiffe, Planeten und Orbitale).

Kommunikation: Diplomatie, Kultur und Einfluss, Handel sowie Moral. Diplomatie kann oftmals entscheidend sein, egal ob bei Handel, Bündnissen oder Krieg. Diplomatie und Einfluss hängen sehr eng zusammen und sollten parallel vorangetrieben werden. Kurzerklärung zum Einfluss: Steigt dieser, wächst auch euer Gebiet bzw. Territorium und die Reichweite der Planeten. Befinden sich gegnerische Planeten im Umfeld, steigt die Wahrscheinlichkeit zu euch überzulaufen. Friedliche Übernahme und so.

Schiffsdesign von Raumschiffen und Kämpfe

Ein gern genutztes Feature ist das Schiffsdesign. Ihr könnt hiermit eure eigene Raumschiffe kreieren und ausrüsten oder als Vorlage abspeichern. Vorrausetzung dafür sind bereits erforschte Hüllen (kleine Raumschiffe bis riesige Raumkreuzer) und entsprechende Techniken wie Antriebe, Module, Waffen etc. Natürlich gibt es Spiel fertige Vorlagen, es macht mehr Spaß und auch Sinn, diese zumindest anzupassen.
Schiffsdesign
Raumschiffe besitzen eine bestimmte Reichweite, lassen sich jedoch mit neuen Forschungen upgraden (auch im All) sind dann aber für den Upgrade-Zeitraum nicht nutzbar. Trefft ihr auf feindliche Raumschiffe könnt ihr zwischen Echtzeitkampf (bei dem ihr nicht eingreifen könnt, also nur zuschauen) oder direkt zum Endergebnis springen. Letzteres bevorzuge ich, Echtzeitkampf dauert auch zu lange und nur zuschauen macht auf Dauer keinen Spaß.

Ihr trefft übrigens schnell auf Piraten und es kann sich durchaus lohnen, die in Ruhe zu lassen. Praktischerweise sind Piraten oftmals ein Puffer zwischen euch und feindlichen Raumschiffen. Eigene Flotten gründen geht ebenfalls im Spiel, dazu müssen lediglich einige Schiffe auf die gleiche Position sein und das Spiel generiert daraus eine Flotte. Selbstverständlich könnt ihr diese verändern, auflösen oder mit anderen Flotten kombinieren. Die Anzahl der befindlichen Schiffe in einer Flotte ist wieder abhängig vom aktuellen Forschungsstatus. Wie gesagt, so ziemlich alles hängt im Spiel irgendwie zusammen.

Rohstoffe, Handel und Wirtschaftssystem

Rohstoffe und seltene Ressourcen finden sich im Weltall und können überlebenswichtig sein. Um die Rohstoffe abzubauen, müsst ihr eine Sternenbasis mit Bergbaumodul in der Nähe errichten. Da die wichtigsten Rohstoffe eher selten zu finden sind, sollte man sich diese schnellstens sichern. Mit ein wenig Glück und Geschick könnt ihr mit einer einzigen Bergbau-Sternenbasis zwei oder gar drei Ressourcen gleichzeitig abbauen, was nicht nur sehr effektiv ist, sondern euch auch Geld für den Betrieb der Sternenbasis erspart. Die Rohstoffe können zum Schiffsbau verwendet, oder damit Handel betrieben werden. Häufig kommen Anfragen von freundlichen Nachbarn oder Verbündeten, die euch im Gegenzug Credits anbieten.
Sternenbasis
Außerdem gibt es noch eine Art automatisiertes Handeln zwischen Planeten. Dazu müsst ihr lediglich einen Frachter zu einem Planeten versenden, und sobald dieser dort eintrifft, besteht automatisch eine Handelsroute zwischen den beiden Planeten. Die Anzahl solcher Handelsrouten ist limitiert und wer mehr benötigt, muss entsprechende Forschung betreiben und Gebäude errichten. Spült euch regelmäßig Credits in die Kasse und verbessert die Beziehungen zu anderen Rassen. Außerdem greift normalerweise kaum einer seine wichtigsten Handelspartner an.

Das Wirtschaftssystem betrifft so ziemlich jeden Bereich in Galactic Civilizations III denn jedes Gebäude, jede Sternenbasis und jedes Raumschiff kostet Unterhalt. Dementsprechend gilt es, ein Auge auf Einnahmen und Ausgaben zu haben. Unwirtschaftliche Planeten sollten zumindest auf Null gebracht werden und Raumschiffe sinnvoll zu einer Flotte kombiniert werden. Wenige aber moderne Raumschiffe besiegen schnell zahlenmäßig Überlegende aber veraltete Raumschiffe. Eure Regierungsform (Demokratie, Föderalisten, diktatorisch usw.) hat ebenso Auswirkungen auf die Einnahmen und das Wirtschaftssystem. Im zweiten Teil war dieser Part recht komplex und kaum durchschaubar, im dritten Teil wurden auf einige Dinge verzichtet, was sich positiv im Spielverlauf ausgewirkt hat.

Multiplayer und KI

Endlich! Multiplayer-Modus! Geil? Nein! Rundenstrategie ist einfach nicht dafür geeignet, es sei denn, man hat eine Menge Zeit und Geduld. Für kleinere Partien mit entsprechend kleiner Galaxie sowie überschaubaren Sternensystemen kann der Multiplayer-Modus von Galactic Civilization 3 jedoch überzeugen. Die immense Spieltiefe verhindert allerdings den großen Spaß am Multiplayer, vor allem wenn der Gegenspieler unbedingt bei jedem Spielzeug noch Feinjustierungen vornehmen will.
Diplomatie
Im Single Player-Modus bekommt man es mit der KI (künstliche Intelligenz) zu tun und da gab es erst kürzlich ein Update. Die KI funktioniert jetzt wesentlich besser, vor allem was den Planetenbau betrifft. Aggressive Rassen wie beispielsweise die Drengin agieren jetzt einen Zacken flexibler und lassen ihre Flotten nicht mehr so leicht ins Verderben rennen. Der Schwierigkeitsmodus Einfach ist beileibe kein Selbstläufer, der Spieler wird hier gut beschäftigt.

Technische Anforderungen

Windows 7/8/10 64 Bit wird zwingend vorausgesetzt und wer Galactic Civilizations III flüssig spielen will, braucht 6-8 GB Arbeitsspeicher, da ansonsten die Ladezeiten doch arg ausarten. Gilt selbst für die Spielstände. Eine dicke Grafikkarte oder CPU ist nicht vonnöten, es läuft selbst auf einem Dualcore Pentium G3450 recht gut.

Tipps zum Spielstart

Erkundet so schnell wie möglich naheliegende Sternensysteme nach bewohnbaren Planeten, in Asteroidenfeldern nach Ressourcen und sammelt mit eurem Forschungsschiff Weltraumschrott und Kapseln ein, erkundet Anomalien sowie Schiffswracks. Zu Beginn befindet sich meist ein kleiner Planet in eurem System, den ihr nicht sofort kolonisieren müsst. Häufig ist ein besserer Planet im nahen Umfeld vorhanden. Für diesen nutzt ihr euer Kolonisierungsschiff, ein zweites voll beladenes kann via Ideologie-Stammbaum schnell freigeschaltet werden (Bonus bei vielen Rassen).
Raumschiff
Versucht nicht, weit entfernte Planeten zu besiedeln, errichtet ein kompaktes Reich und sichert es entsprechend ab. Militär ist am Anfang eher unwichtig, bis ihr auf feindliche Rassen trefft oder Krieg ausbricht, vergeht eine Zeit. Investiert in Forschung, Handel und Diplomatie bzw. erweitert euren Einfluss. Spielt ihr eine kriegerische Rasse, dann kann die Haudrauf-Methode allerdings auch recht effektiv sein. Jede Rasse hat eben ihr Vor- und Nachteile bzw. Stärken. Dementsprechend solltet ihr aggressiv spielen.

Fazit

Galactic Civilizations III ist ein würdiger Nachfolger und diese Review enthält längst nicht alle Details zum Spiel. Zwar fallen die Neuerungen im Vergleich zum Vorgänger eher sparsam aus, aber die Verbesserungen sowie neue DLC haben mich persönlich überzeugt. Aus meiner Sicht ist es auch ein Stück einsteigerfreundlicher geworden. In letzter Zeit wird Galactic Civilizations III auch häufig im Sale für knapp 30 Euro angeboten, was ich eher für angemessen halte als die knapp 50 Euro. Sparfüchse können auch zum Vorgänger Galactic Civilizations II Ultimate Edition greifen und werden damit sicherlich ebenfalls glücklich. Ansonsten kann ich beide Teile uneingeschränkt empfehlen, diese bieten locker 100 Stunden gute Unterhaltung. Fans von rundenbasierten Strategiespielen können hier gleich zugreifen.

Galactic Civilizations III
Gelungener Nachfolger: Galactic Civilizations III
Preis: 39,99 €
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Über den Autor: Andreas Haswell

PC- und Windows-Fanboy. Liebt rundenbasierte Strategiespiele, Audio-Apps und Software. Auch auf Twitter zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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