GCHQ spionierte mit Optic Nerve Yahoo-Webcams aus, BMFSJ verschenkt Webcam-Sticker

28. Februar 2014 Kategorie: Internet, geschrieben von:

Es gibt wieder einmal neue Unterlagen, die belegen, was der britische GCHQ in Zusammenarbeit mit der NSA so alles ausspioniert hat. Diesmal sind es die Webcams von Yahoo-Nutzern, die millionenfach Bilder an den Geheimdienst lieferten. Die Unterlagen dokumentieren den Zeitraum zwischen 2008 und 2010, das entsprechende Programm dazu nennt sich „Optic Nerve“. 2008 wurden durch dieses Programm Webcam Bilder und Chats von 1,8 Millionen Yahoo-Nutzern abgegriffen – innerhalb von 6 Monaten. Außerdem geht aus den Unterlagen hervor, dass es keine Möglichkeit gab, Nutzer aus UK oder USA heraus zu filtern. Die Geheimdienste betonten ja immer wieder, dass man nicht die eigenen Leute abhört, scheint in diesem Fall wohl keine große Rolle zu spielen.

OpticNerve

Bei den Chats wurden aber nicht die kompletten Konversationen mitgeschnitten, es wurde „lediglich“ alle 5 Minuten ein Bild abgegriffen. Man wollte die GCHQ-Server nicht überlasten. Dennoch entschied man sich, die Webcams nicht gezielt anzugreifen, beispielsweise um bestimmte Personen zu beobachten. Es wurde einfach alles gesammelt was so geht. Der GCHQ versuchte zudem, die Bilder automatisch per Gesichtserkennungssoftware zu verarbeiten. Auch wurde versucht, pikante Bilder (Nacktheit, Porno Broadcasts) automatisch zu filtern, da man daran kein Interesse hatte. Dies gelang aber nicht, da viele Gesichter ebenfalls viel Haut zeigten und somit als Pornografie eingestuft wurden.

Überraschend kommen diese neuen Erkenntnisse leider nicht mehr. Geht man davon aus, dass so gut wie jeder PC heutzutage irgendeine Webcam verbaut hat, bringen diese Erkenntnisse doch ein etwas komisches Gefühl. Zwar ist in diesem Fall nur von Yahoo die Rede, aber wer soll das schon noch glauben? Video-Chats gehören heutzutage fast schon zum guten Ton und sind teilweise auch etwas sehr privates, vergleichbar mit Telefongesprächen.

Falls Ihr Eure Webcam mit einem tollen Sticker abkleben wollt, gibt es diese beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend kostenlos. Bis zu 5 Sets können kostenlos bestellt werden (Danke an Manni für den Hinweis). Gibt Euch natürlich nicht die Bilder zurück, die von Euch eventuell bereits gesammelt wurden.


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Quelle: Guardian |

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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